Die industrielle Landwirtschaft führt in die Sackgasse. Sie zerstört die natürliche Umwelt und kann nicht verhindern, dass heute jeder siebte Mensch hungert und eine Milliarde Menschen in extremer Armut leben müssen.
Genug und gesunde Nahrung für alle und die Erhaltung der Umwelt sind möglich. Dazu braucht es jetzt einen Kurswechsel in der Landwirtschaft: Weg von Ungerechtigkeit an Menschen und weg vom Raubbau an der Natur - hin zu Fairness und zu ökologischem Anbau. Nur so erhalten wir den kommenden Generationen ihre natürlichen Lebensgrundlagen und die Chancen für ein Leben in Würde. Es ist höchste Zeit zu handeln: Am Erdgipfel „Rio+20“ der UNO vom kommenden Juni müssen die Weichen für eine ökologische Landwirtschaft gestellt werden.
2003 initiierten die Weltbank und die Vereinten Nationen den Weltlandwirtschaftsbericht (IAASTD) um die Frage zu klären, wie die wachsende Weltbevölkerung bis ins Jahr 2050 am nachhaltigsten, gesündesten und gerechtesten ernährt werden kann. Nach vier Jahren Analyse der bestehenden Forschungsarbeit hielt das Gremium Schlussbericht fest, dass ‚Business as usual’ keine Option für die Zukunft sei, um Hunger und Armut auf der Welt zu reduzieren, eine nachhaltige Entwicklung einzuleiten und die ländlichen Lebensumstände zu verbessern.
Seit der Präsentation des IAASTD im Jahre 2008 hat sich auf Regierungsebene, in der Forschung und in der Subventionspolitik der Industriestaaten jedoch kaum etwas bewegt. "Business as usual“ wird fortgesetzt. So sollte gemäss IAASTD vor allem die kleinbäuerliche Landwirtschaft gestärkt, lokal angepasste Anbaumethoden mit ökologischer Forschung gefördert und die Multifunktionalität der Landwirtschaft mit ihren wichtigen „Serviceleistungen“ stärker in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, lancieren die Stiftung Biovision und das Millennium Institut gemeinsam eine Initiative, mit welcher der dringend notwendige Kurswechsel in der Landwirtschaft ins Blickfeld von Politik und Wirtschaft geführt werden soll.
Weitere Informationen unter www.kurswechsel-landwirtschaft.ch
Lesen Sie dazu auch das Interview mit Hans Rudolf Herren im BAFU Magazin 'umwelt'.