Die Lupine ist beliebt bei Bienen, fördert das Bodenleben und liefert nachhaltige, pflanzliche Proteine für unsere Ernährung. Trotzdem ist die Hülsenfrucht auf Schweizer Tellern eine eher unbekannte Erscheinung. Das wollen wir ändern. Denn unser Superfood des Jahres 2026 ist ein echter Gewinn für Mensch und Umwelt.
Was die Lupine so aussergewöhnlich macht
- Gesundheit
Kaum eine andere Hülsenfrucht erreicht einen so hohen Proteingehalt wie die Lupine — rund 40%. Beeindruckend ist auch die Proteinqualität, denn sie liefert alle essentiellen Aminosäuren. Ihr Ölanteil von 5 bis 10% besteht überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren. Sie ist ballaststoffreich. Und: Die Lupine enthält kaum Kohlenhydrate. Perfekt für eine ausgewogene, gesunde und ökologische Ernährung.
- Biodiversität
Die Lupine blüht im Sommer und damit in einer Zeit, in der das Nahrungsangebot für Bestäuber nicht so üppig ist, wie man meinen könnte. Ihre grossen Blüten sind ausserdem gut geeignet für die Wildbienen und für die Hummeln, die bekanntlich etwas mehr Platz brauchen, um an die wertvollen Pollen zu kommen.
- Bodengesundheit
Lupinen bilden tiefgehende Pfahlwurzeln. Damit lockern sie auch schwere Böden auf und erhöhen die Aufnahmefähigkeit bei Starkregen. Die tiefe Durchwurzelung des Bodens hilft ausserdem dabei Wasser länger zu speichern. Damit kommt die nächste Ernte auch durch eine Trockenperiode gut durch.
- Klima
Die Lupine gehört zu den Hülsenfrucht und kann, wie alle Pflanzen dieser Familie, Luftstickstoff binden. Sie gehen mit Rhizobakterien eine Symbiose ein, bilden Wurzelknöllchen und machen darin Stickstoff aus der Luft pflanzenverfügbar. Organischer Stickstoff ist ein sehr wertvoller Dünger und entscheidet mit, wie gross die nächste Ernte wird. So kann durch den Anbau von Lupinen der Einsatz von umweltschädlichem Kunstdünger reduziert werden.
Jetzt gratis Plakat bestellen
Unser gratis Lupinen-Plakat für Zuhause, das Büro oder als Geschenk. Gemeinsam machen wir die Lupine bekannter. Unser Superfood des Jahres 2026 wurde mit viel Herz illustriert von Isabel Jakob.
Lupinenvielfalt
Zur Gattung der Lupine gehören viele verschiedene Arten, von denen drei in Europa landwirtschaftlich genutzt werden: Die Gelbe Lupine (Lupinus luteus), die Blaue Lupine (L. angustifolius) und die Weisse Lupine (L. albus). Alle stammen aus dem Mittelmeerraum. Traditionell werden die Lupinensamen der verschiedenen Arten vor der Nutzung über mehrere Tage gewässert, um giftige Bitterstoffe auszuwaschen. Seit 1920 gibt es Süsslupinen, also Sorten, die genetisch bedingt kaum Bitterstoffe enthalten und direkt genutzt und verarbeitet werden können.
Achtung: Verwechslungsgefahr!
Nicht jede Lupinen-Art ist ein Superfood. Die nordamerikanische Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) ist eine ausdauernde Staude, die als Zierpflanze eingeführt wurde und inzwischen als invasiver Neophyt gilt. Neophyten verdrängen einheimische Arten und die Vielblättrige Lupine ist insbesondere für Magerwiesen in den Bergen eine Bedrohung. Die Zierlupinen in den Gärten sind nicht für den Verzehr gedacht und dürfen nicht mit den landwirtschaftlich genutzten Süsslupinen verwechselt werden. In der Schweiz darf seit 2024 die Vielblättrige Lupine nicht weiterverkauft werden und wird sogar aktiv bekämpft.
Mehr Informationen
Die hier abgebildete Vielblättrige Lupine ist invasiv. Als Zierpflanze aus Nordamerika eingeführt, gilt sie mittlerweile als invasiver Neophyt.
Zahlen und Fakten zur Lupine
Wissenswertes zur Lupine finden Sie in diesen Artikeln:
Das Superfood in den Medien
Die Süsslupine ist nicht nur ein Superfood für Teller, Boden und Biodiversität. Sie sorgt auch in den Medien für Aufmerksamkeit. Eine Auswahl:
Veranstaltungen
Die Lupine ist besonders gut für unsere Böden. Sie vermag Stickstoff anzureichern und Phosphor zu mobilisieren. Deshalb ist sie Teil des Bodenaktionsjahres vom Biovision-Projekt Sounding Soil. Einer der interaktiven Posten widmet sich der Lupine und vermittelt spannendes Hintergrundwissen. Ausserdem erwartet Sie dort eine kleine Kostprobe. Es lohnt sich vorbeizuschauen.
Usterstrasse 31
8330 Pfäffikon ZH
Am Pfäffikersee wird der Boden lebendig: Erleben Sie einen abwechslungsreichen Postenlauf mit mehreren Stationen. Lauschen Sie mit dem Bodenmikrofon ins unsichtbare Leben und erkunden Sie spielerisch, warum gesunder Boden so wichtig ist.
Der Postenlauf wird im Rahmen des Bodenaktionsjahres 2026 von Sounding Soil (Biovision) gemeinsam mit Partnerorganisationen durchgeführt.
17:00–19:00 Uhr
Entdecken Sie beim Bodenaktionstag in Oberhof-Wölflinswil die verborgene Welt unter Ihren Füssen. Auf einem interaktiven Postenlauf erleben Sie, wie Bodenlebewesen klingen, welche regionalen Kreisläufe den Boden stärken und welche einfachen Handlungen im Alltag zu fruchtbaren Böden beitragen können. Der Rundgang eignet sich für erwachsene Teilnehmende und kann individuell durchlaufen werden.
Der Postenlauf wird im Rahmen des Bodenaktionsjahres 2026 von Sounding Soil (Biovision) gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen durchgeführt.
Beim Bodenaktions-Tag mit WWF Zürich machen wir Bodenleben hörbar, erlebbar und (be)greifbar. Entdecken Sie, wie wichtig die Ressource Boden ist.
Der Postenlauf wird im Rahmen des Bodenaktionsjahres 2026 von Sounding Soil (Biovision) gemeinsam mit Partnerorganisationen durchgeführt.
Bleiben Sie informiert
Erhalten Sie regelmässig spannende Informationen, Alltagstipps und Hinweise zu Veranstaltungen über die Lupine und wie wir unser Ernährungssystem nachhaltiger gestalten können.
Höfe und Produkte
Die Lupine fristet ein Nischendasein, obwohl sie zu den ältesten Kulturpflanzen zählt. Der Grund: Die aggressive Pilzkrankheit Anthraknose führte dazu, dass sie immer weniger angebaut wurde. Doch neue Züchtungen, die gleichzeitig auch die Bitterstoffe reduzieren, machen den Anbau wieder attraktiv. Hier finden Sie Biovision-Leuchtturm-Projekte und Unternehmen, die der Lupine zum Revival verhelfen. Die Liste wird laufend ergänzt.