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Biovision ist Expertin in der Förderung der Agrarökologie: anwendungsbasiert für Kleinbäuerinnen und -bauern in Subsahara-Afrika, beratend und gestaltend bei nationalen und internationalen politischen Prozessen sowie als Wegbereiterin nachhaltiger Innovationen in Zusammenarbeit mit renommierten Instituten in der Forschung. Gerne geben wir Ihnen Auskunft! 

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Pfadis erhalten am Bula CLEVERE Infos zu nachhaltigem Konsum

Wer in der Pfadi war erinnert sich: Draussen in der Natur wurde uns gezeigt, wie wir mit rücksichtsvollem Verhalten Sorge für die Umwelt tragen und sie so schützen können. In unserem Alltag können wir das mit bewusst nachhaltigem Konsumieren ebenfalls tun. Vom 23. Juli bis 6. August sensibilisiert deshalb «CLEVER – Nachhaltig konsumieren» mit einer Ausstellung am Pfadi-Bundeslager «mova» im Obergoms die Pfadis.

Pfadi-Jugend als Vorbild für die Ernährung der Zukunft

Ökologisch und fair essen gewinnt an Bedeutung – nicht nur bei der Klimajugend. Der aktuelle Bericht vom Bundesrat zur Ernährungspolitik nimmt auch die Konsumentinnen und Konsumenten in die Pflicht. Sie sollen informiert sein über Produktionsmethoden und Bescheid wissen, wie sich diese auf das Klima oder das Wohl der Tiere auswirken. Auch sollen sie auf gesunde Ernährung achten und keine noch geniessbaren Lebensmittel wegwerfen. In der CLEVER-Ausstellung erfahren also die Pfadis während zwei Wochen bei einem spielerischen Erlebnis, wie sie bewusst und nachhaltig einkaufen können. Nach einem Einkauf im nachgebauten Supermarkt werden die konkreten Auswirkungen der Kaufentscheide auf Mensch und Umwelt präsentiert. Denn die billigsten Produkte sind oft schädlich für die Gesundheit der Menschen, der Tiere und der Umwelt und verursachen hohe Kosten, die von der Allgemeinheit bezahlt werden müssen.

Wo, was, wie, wann?

Die CLEVER-Ausstellung im Zelt befindet sich im «Cumün mundiel 2» bei Ulrichen. Die jugendlichen CLEVER-Expert:innen führen die Gruppen von jeweils 20 – 30 Jungen und Mädchen zwischen 6 und 17 Jahren jeweils morgens und nachmittags durch die Ausstellung. Montags bis mittwochs finden die Führungen auf Französisch, donnerstags bis samstags auf Deutsch statt.

Infos für Ihren Besuch

  • CLEVER-Zelt mit anderen Aussteller:innen im «Cumün mundiel 2» bei Ulrichen
  • 4-Mal täglich Führungen
  • Montag bis Mittwoch Führungen auf Französisch
  • Donnerstag bis Samstag Führungen auf Deutsch
  • Informationen für Medienschaffende auf der Webseite des Bula «mova» (Akkreditierung notwendig!)

 

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Zu langsam für die Nachhaltigkeitsziele: 1:16 kurz vor Halbzeit

Heute präsentiert die Schweiz der UNO den Länderbericht des Bundesrats zur Umsetzung der Agenda 2030. Was dieser nicht zeigt: Das Tempo ist zu langsam, um die Ziele zu erreichen. Um besser voranzukommen, müssen Bund und Politik eine starke Führungsrolle übernehmen.

In einzelnen Bereichen gibt es Fortschritte, insgesamt aber auch grosse Schwierigkeiten bei der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs, auch Global Goals genannt). Dies ist dem Länderbericht der Schweiz zur Agenda 2030 zu entnehmen, den der Bund heute in New York der UNO präsentiert.

Eine zentrale Frage bleibt im Bericht offen: Erfolgen die erwähnten Fortschritte rasch genug? Eine Antwort darauf findet sich im kürzlich publizierten «Sustainable Development Report 2022» von UN SDSN. Dort wird deutlich: Wenn es im aktuellen Tempo weitergeht, erreichen wir bis 2030 gerade mal eines der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele. Bei der bezahlbaren sauberen Energie sind wir auf Kurs. Bei diversen anderen Nachhaltigkeitszielen gibt es zwar Aufwärtstrends, aber diese sind nicht stark genug, um die Ziele zu erreichen.

In verschiedenen zur Erreichung der Ziele kritischen Bereichen läuft die Tendenz sogar in die falsche Richtung. So basiert das inländische Konsumverhalten gemäss dem Länderbericht des Bundesrats auf einem hohen Ressourcenverbrauch und hat negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt in anderen Ländern. Auch im Inland selbst zeigen sich Probleme. So hat die Armutsquote der Schweiz seit 2014 zugenommen. Im Jahr 2020 lebten 722’000 Personen unter der Armutsgrenze – und dies in einem der reichsten Länder der Welt. Dies gefährdet den sozialen Zusammenhalt, der wiederum ausschlaggebend für Lösungsfindungen sein kann, zum Beispiel beim Klimaschutz.

«Existenzgrundlage für die Menschen und die Wirtschaftsleistung gefährdet»

Auch der Schwund der Biodiversität geht weiter. Mehr als ein Drittel der Tier- und Pflanzenarten und fast die Hälfte der Lebensräume in unserem Land sind laut dem Länderbericht bedroht. «Der fortschreitende Verlust der Biodiversität gefährdet die Existenzgrundlage für die Menschen und die Wirtschaftsleistung weltweit, so auch in der Schweiz», hält der Bund fest.

Diese Aussage zeigt, wie dringlich die Agenda 2030 ist, die 2015 von den Mitgliedern der UNO inklusive Schweiz verabschiedet wurde. Sie zeigt aber auch, dass nachhaltige Entwicklung nicht nur Kosten generiert, sondern auch der Wirtschaft zugutekommen kann. Doch was braucht es, um auf diesem Weg rascher voranzukommen? Bruno Oberle, Generaldirektor des Weltnaturschutzbunds IUCN und Mitglied des Leadership Council von SDSN Schweiz, sagt: «Die grossen globalen Probleme – so die Hungerkrisen, die schwindende Biodiversität und der Klimawandel – hängen zusammen. Um effizient voranzukommen, müssen wir die Agenda 2030 als Gesamtes betrachten und Synergien zwischen den einzelnen Zielen und Unterzielen stärker nutzen, statt nur in einzelnen Bereichen aktiv zu sein.»

Welche Wechselwirkungen zwischen den Nachhaltigkeitszielen spielen, hat das Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern mit Bezug auf den Länderbericht analysiert. Bei den für die Schweiz prioritären Unterzielen fanden sich nebst einigen Zielkonflikten vor allem zahlreiche potenzielle Synergien. So trägt beispielsweise eine Verringerung der Lebensmittelverschwendung dazu bei, dass unser Ressourcenverbrauch sinkt, sie wirkt sich aber auch positiv auf die Wasser- und Bodenqualität und damit die Biodiversität aus und bremst den Klimawandel.

Um solche Synergien optimal zu nutzen, müssen betroffene Kreise und Interessensgruppen gemeinsam Lösungen suchen und gezielt aushandeln. Hierfür bräuchte es aber eine stärkere Führungsrolle seitens Bund und Politik, nur so kann mit den zur Verfügung stehenden Mitteln der grösste Effekt erzielt werden. In diesem Sinne hat SDSN Schweiz im vergangenen Jahr bereits die Gründung der überparteilichen parlamentarischen Gruppe Nachhaltigkeitsziele 2030 unterstützt.

Starke negative Auswirkungen auf andere Länder

Wichtig ist auch, dass das Augenmerk vermehrt auf die Auswirkungen ausserhalb der Landesgrenzen gelegt wird. Dabei darf die globale Rolle der Schweiz nicht unterschätzt werden. Im Sustainable Development Report steht die Schweiz zwar mit dem achten Platz im SDG Index auf den ersten Blick gut da. Doch bezüglich der Spillover-Effekte (negative Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung anderer Länder) ergibt sich ein anderes Bild: Die Schweiz belegt Rang 157 von 163, sie ist also in dieser Hinsicht das siebtschlechteste der beurteilten Länder.

«Oft heisst es, die Schweiz sei zu klein, um viel zu bewegen», sagt Carole Küng, Co-Direktorin von SDSN Schweiz. «Das stimmt nicht. Aufgrund der Auswirkungen unseres Konsums aufs Ausland, aber auch als Finanz- und Handelsplatz haben wir einen grossen Einfluss. Die Schweiz kann und soll eine Führungsrolle in der globalen Verantwortung übernehmen.»

 

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Erfolgreicher Auftakt des Schweizer Bürger:innenrats für Ernährungspolitik

Der Schweizer Bürger:innenrat für Ernährungspolitik hat am Wochenende seine Arbeit aufgenommen. Zum ersten Mal diskutieren Bürger:innen aus allen Teilen des Landes, wie aus ihrer Sicht ein nachhaltiges Ernährungssystem für die Schweiz aussehen könnte. Die Empfehlungen des Bürger:innenrats liegen bis Ende Jahr vor und werden anschliessend der Politik übergeben.

Die nach repräsentativen Kriterien ausgewählten Mitglieder des Bürger:innenrats kommen aus allen Landesteilen und sind zwischen 20 und 79 Jahre alt. Von Sympathisant:innen der SVP bis zu den Grünen nahestehenden Personen hin zu politisch Nichtinteressierten sind alle vertreten. Die Interessent:innen wurden vom Sozial- und Marktforschungsinstitut DemoSCOPE nach einem Zufallsverfahren gesucht und die 85 Teilnehmenden schliesslich per Los ausgewählt. «Wir konnten Bürger:innen von überall aus dem Land gewinnen, die nun zusammen eine möglichst repräsentative Abbildung der Schweizer Wohnbevölkerung darstellen. Damit bietet sich jetzt die Chance neue Impulse für eine Schweizer Ernährungspolitik zu entwickeln», erklärt Daniel Langmeier, Projektleiter des Bürger:innenrats von der Stiftung Biovision.

Das Auftaktwochenende brachte Akteur:innen des Ernährungssystem mit dem Bürger:innenrat an einen Tisch. Die Teilnehmenden erhielten etwa von Politikwissenschaftler Dr. Lukas Fesenfeld (Universität Bern & ETH Zürich) einen Überblick aus wissenschaftlicher Sicht sowie Inputs von verschiedenen Interessensvertreter:innen, wie etwa dem Schweizerischen Bauernverband, der IG Detailhandel oder der Umweltallianz (vollständige Liste im Anhang). Das Interesse und die Motivation der Mitglieder des ersten Schweizer Bürger:innenrats für Ernährungspolitik, sich auszutauschen und einzubringen ist gross: «Ich bin gespannt und freue mich sehr am ersten Bürger:innenrat der Schweiz teilzunehmen, die anderen 84 Personen und ihre verschiedenen Ansichten über die Zukunft unseres Ernährungssystem kennenzulernen», sagt beispielsweise Ruth Zurbrügg (55), Hausfrau und zweifache Mutter aus Sumiswald (BE).

Digitale Sitzungen, physische Treffen und Lernausflüge

Dem Auftaktwochenende in Olten folgen acht digitale Sitzungen. In Kleingruppen werden konkrete Herausforderungen unseres Ernährungssystems beleuchtet. Dazu werden fünf Themen behandelt: Umwelt, Soziales, Gesundheit, Wirtschaft und Produktion. Die Mitglieder des Bürger:innenrats haben im Sommer zudem die Möglichkeit spannende Praxisbeispiele in Form von Lernausflügen zu besuchen.

Bei den Lernausflügen erhalten die Teilnehmenden an Beispielen konkretes praktisches Wissen zu nachhaltigen Ernährungssystemen von Produktion über Verarbeitung bis Verkauf. Dabei wird Wert auf Ausgewogenheit gelegt: Unterschiedliche Anbausysteme, von konventionell bis biologisch, werden genauso berücksichtigt wie verschiedene Regionen, beispielsweise Berg oder Tal. Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse bringen die Bürger:innen dann in die Diskussionen im Rat ein.

Das zweite physische Treffen des Bürger:innenrats findet am 1. Oktober 2022 in Lausanne statt, bevor er sich zum Abschlusswochenende am 5./6. November in Zürich trifft. Dort werden die Empfehlungen finalisiert und im Plenum wird darüber abgestimmt. Als Ergebnis präsentiert der Schweizer Bürger:innenrat für Ernährungspolitik einen Empfehlungskatalog für konkrete Massnahmen, wie unser Ernährungssystem nachhaltiger gestaltet werden soll. Die Empfehlungen werden am nationalen Ernährungssystemgipfel vom 2. Februar 2023 in Bern an Politik, Verwaltung und Praxis übergeben sowie der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Daniel Langmeier freut sich über den gelungenen Start des Bürger:innenrats in Olten: «Wir haben in der Schweiz ein grundsätzliches Interesse daran, herauszufinden, wie die Transformation unserer Ernährungssysteme hin zu mehr Nachhaltigkeit gelingen kann. Über den Bürger:innenrat wollen wir von der Bevölkerung wissen, was es für ein nachhaltigeres Ernährungssystem braucht. Wir sind sehr gespannt auf das Resultat!“.

 

Weiterführende Informationen:

  • Bürger:innenrat für Ernährungspolitik: www.buergerinnenrat.ch
  • Ernährungszukunft Schweiz: www.ernährungs-zukunft.ch

 

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