Biovision besorgt über Heuschreckenplage in Ostafrika

Von

Martin Grossenbacher, Biovision

In Ostafrika macht sich die schlimmste Plage von Wüstenheuschrecken seit mehreren Jahrzehnten breit. Biovision beobachtet die Situation und ist in ständigem Kontakt mit ihren Projektpartnern vor Ort.

Milliarden von Heuschrecken fallen seit Monaten über Landstriche in Äthiopien, Kenia und Somalia her. Die UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) teilte mit, die Schwärme seien «beispiellos in ihrer Grösse und ihrem Zerstörungspotenzial». Es ist die grösste Plage in den vergangenen 25 Jahren, von denen diese Länder heimgesucht werden. Die Insekten zerstören ganze Ernten. Es droht eine Hungerkatastrophe.

Biovision in Kontakt mit Partnern vor Ort

Biovision verfolgt die Entwicklung nah und steht eng mit ihren Partnerorganisationen in Äthiopien und Kenia in Kontakt. Die Regionen, in denen Projekte von Biovision durchgeführt werden, sind im Moment nicht betroffen. Aber dieser Fall könnte noch eintreffen. «Bereits sind einige Schwärme dem Projektgebiet in der Nähe des Mount Kenia beunruhigend nahe gekommen. Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen», Andreas Sicks, ehemaliger Bereichsleiter Entwicklungsprojekte von Biovision. «Bei einem ‚Worst-Case‘ werden wir gemeinsam mit unseren Partnern rasch prüfen, welche Anpassungen in unseren Projekten notwendig sind.»

Prävention schwierig

Um solchen Schwärmen präventiv zu begegnen, braucht es Frühwarnsysteme. Das heisst, die Populationen werden beobachtet, um eine massenhafte Vermehrung und dann in der Folge eine Wanderung zumindest frühzeitig zu erkennen. Leider hat es durch starke Regenfälle auch in Gebieten, die nur schwer zugänglich sind und damit nur unzureichend ins Frühwarnsystem einbezogen sind, nun eine massenhafte Verbreitung gegeben. Gegen die riesigen Schwärme, die zurzeit unterwegs sind, gibt es jetzt kaum hilfreiche Massnahmen.

Aufgrund der gegenwärtigen Verbreitung der Schwärme und der im März einsetzenden grossen Regenzeit, muss befürchtet werden, dass das Problem noch bis zum Juni anhält. Als einzige Massnahme, um der Bedrohung für die Ernährungssicherheit zu begegnen, setzen die Regierungen zurzeit grossflächig Pestizide ein, deren mittel- und langfristige Folgen für Mensch und Umwelt leider schwer absehbar sind.

Mehr Forschung für ökologische Schädlingsbekämpfung nötig

Biovision engagiert sich für mehr Forschung auf dem Gebiet zur Agrarökologie, wozu auch die ökologische Schädlingsbekämpfung gehört. Ende letztes Jahr haben wir dazu einen Internationalen Roundtable Anlass in Zürich durchgeführt, an dem wir auch erste Ergebnisse unserer Studie zu Geldflüssen in der Agrarforschung vorgestellt haben.

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