Nach rund 18 Monaten endet in der Schweiz das Leben der meisten Legehennen. Sobald sie in die Mauser kommen und zwei Monate keine Eier legen, gelten sie in der Produktion nämlich als nicht mehr rentabel. Dennoch landen viele dieser Tiere nicht in der Küche, sondern in Biogasanlagen. Unter anderem, weil herkömmliche Schlachthöfe auf Mastpoulets ausgerichtet sind und die Verarbeitung von Legehennen höhere Kosten verursachen würde.
Von den jährlich rund 3,5 Millionen Legehennen gelangen trotz zuletzt positiver Entwicklungen noch immer schätzungsweise 20 Prozent nicht in den Lebensmittelkreislauf. Damit geht eine bereits vorhandene Eiweissquelle verloren, die sich ohne zusätzlichen Ressourcenverbrauch und ohne zusätzliches Tierleid vollständig verwerten liesse. Das traditionelle Suppenhuhn könnte helfen, Food Waste zu reduzieren und klimafreundlicher zu wirtschaften. Expert:innen betonen: Wenn alle Menschen, die hierzulande Eier konsumieren, jährlich ein Suppenhuhn verwerten würden, könnten sämtliche Schweizer Legehennen genutzt werden.
Seit 2020 ist zudem die Hoftötung wieder erlaubt. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau erprobt gemeinsam mit KAGfreiland die stressarme Schlachtung von Legehennen direkt auf dem Hof: ein Ansatz, der Tieren Belastungen erspart und die Direktvermarktung stärkt. Es wäre ein Schritt hin zu mehr Wertschätzung und einer ganzheitlichen Ernährungskultur in der Schweiz.
Fakten über das Ei
Schweizer Bio-Eier vs. Eier aus Schweizer Freilandhaltung
Beide Haltungsformen bieten Zugang zu einer Weide. Bio-Legehennen haben jedoch deutlich mehr Platz im Stall und leben in kleineren Herden, was das Tierwohl verbessert. Zudem steht ihnen ein Aussenklimabereich zur Verfügung. Ihr Futter stammt vollständig aus biologischer Produktion, was Böden, Wasser und Biodiversität schont. Seit 2026 werden in der Biohaltung auch die männlichen Küken mitaufgezogen. Wer Bio wählt, unterstützt eine Haltungsform, die stärker auf Tierwohl und ökologische Kreisläufe ausgerichtet ist.
Konsumtipp von Laura