Radiosendungen gewinnen in Tansania Millionen Menschen für Nachhaltigkeit

Zusammen mit unserem Partner «Farm Radio International» wollen wir die Landwirtschaft in Tansania nachhaltig transformieren. Dabei helfen gedruckte Magazine und Radioprogramme, welche Millionen von Bäuerinnen und Bauern für einheimische Sorten und den Verzicht auf Kunstdünger und chemische Pestizide sensibilisieren.

Ausgangslage: Mangelndes Wissen über nachhaltige Anbautechniken

Die meisten Bäuerinnen und Bauern in Tansania betreiben immer noch konventionelle Landwirtschaft. Der übermässige Einsatz von chemischen Pestiziden und Kunstdünger hat über die Jahre jedoch zu Bodendegradation, geringer Fruchtbarkeit und steigender Ernährungsunsicherheit geführt. Dazu kommen unregelmässige Niederschläge, begrenzte finanzielle Mittel der Bauerngemeinschaften und mangelndes Wissen über nachhaltige Anbaumethoden oder agrarökologische Praktiken.

ZieleMillionen Menschen arbeiten agrarökologisch

Das übergeordnete Ziel besteht darin, ökologische Landwirtschaftspraktiken flächendeckend in ganz Tansania zu etablieren. Dies soll die Ernährungssicherheit und Unabhängigkeit von Bäuerinnen und Bauern erhöhen und ausserdem zu gesünderen Böden und mehr Biodiversität beitragen.  
 
Mithilfe von Radiosendungen sollen in der nächsten Projektphase deshalb mindestens vier Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern für nachhaltige Anbaumethoden sensibilisiert werden und mindestens 1,2 Millionen von ihnen sollen bis 2027 agrarökologische Praktiken tatsächlich anwenden. Das Projekt arbeitet direkt mit fünf ausgewählten Radiostationen zusammen, die gemeinsam eine potenzielle Hörerschaft von rund zehn Millionen Menschen erreichen.

Auf einen Blick

Projektname:

Interaktives Radio
Projektland:
Tansania
Partnerorganisationen:

Farm Radio International

Projektbudget in CHF:

588851
Teilnehmende:
Kleinbäuerinnen und -bauern
Projektbetreuung:
Projektphase:
2024-2026
In diesem Projekt stehen folgende Nachhaltigkeitsziele der UNO Agenda 2030 im Fokus:

Dieses Projekt wird von der Deza unterstützt.

Themen
2021_Martin_Schmid_DSCF1233
«Radio ist immer noch das meistgenutzte Medium in Ostafrika und ein geniales Instrument, um über Agrarökologie aufzuklären.»
Martin Schmid, Programmverantwortlicher und Co-Bereichsleiter für Entwicklungsprojekte bei Biovision

Bisherige Wirkung: Coachings und Feedback

Die Ergebnisse der ersten Projektphase sind vielversprechend. Nicht nur wurden fünf Radiostationen drei Jahre lang professionell gecoacht und beim Erstellen hunderter, qualitativ hochwertiger Radiosendungen über nachhaltige Landwirtschaft unterstützt. Auch wurden über 80 Gruppen von Bäuerinnen und Bauern mit einem GPS-Radio mit Aufnahmegerät ausgestattet. Die Gruppen konnten und können weiterhin wichtige Inputs und Anmerkungen geben, um die Radiosendungen noch besser und effizienter zu machen. In einer Umfrage haben über zwei Millionen Menschen angegeben, dass sie für agrarökologische Anbaumethoden sensibilisiert worden sind.

Ein besonders wirkungsvoller Bestandteil des Projekts sind die sogenannten «On-Air Dialogues»: Hörer:innen können während der Sendung Fragen stellen und direkt Rückmeldungen geben. Ergänzend wird mit Umfragen regelmässig geprüft, ob und wie sich das Verhalten der Zuhörenden verändert. In sogenannten «Community Listening Groups» treffen sich zudem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, hören die Sendungen gemeinsam, diskutieren über die Inhalte und überlegen, wie sie das Gehörte auf ihrem Betrieb umsetzen können. 

Zahlen und Fakten zum Projekt

Radiostationen senden wöchentlich agrarökologische Programme
Über
wurden bereits für Agrarökologie sensibilisiert
Radiosendungen sollen in der nächsten Projektphase entstehen

Weiteres Vorgehen: Mehr Sender, mehr Reichweite

Eine der grössten Herausforderungen bleibt nach wie vor, dass die allermeisten Medien weiterhin herkömmliche Landwirtschaft anpreisen. Daher ist es ein Ziel trotz begrenzter Sendezeit noch mehr Wirkung zu erzielen und die Bäuerinnen und Bauern noch stärker miteinzubeziehen. Ein wichtiger Aspekt hierfür, ist, dass neu weitere zehn Radiosender am Programm teilnehmen. Dies soll die Reichweite und im Umkehrschluss den Einfluss der Radiosendungen auf die Landwirtschaft Tansanias erhöhen. Ziel ist ausserdem, zusammen mit den einzelnen Radiostationen ein selbstragendes Businessmodel für Radiosendungen über Agrarökologie zu aufzubauen.

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Sharon Nehrenheim

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Sharon Nehrenheim
Bereichsleiterin Kommunikation & Fundraising, Mitglied der Geschäftsleitung
+41 44 512 58 13

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