Wie neue Projekte bei Biovision entstehen

Von

Biovision

Hinter jedem Projekt von Biovision steht ein sorgfältiger Entwicklungsprozess. Neue Projekte entstehen nicht zufällig, sondern dort, wo eine konkrete Herausforderung im Ernährungssystem besteht und agrarökologische Ansätze das Potenzial haben, langfristig etwas zu verändern.

Wie entsteht eigentlich ein neues Projekt bei Biovision? Nehmen wir die Push-Pull-Methode als Beispiel. Vor rund 30 Jahren bedrohte der Stängelbohrer die Ernten hunderttausender Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Ostafrika. Das Forschungsinstitut Icipe unter der Leitung von Biovision-Gründer Hans R. Herren entwickelte eine agrarökologische Lösung: Die Push-Pull-Methode schützt Maisfelder auf natürliche Weise vor Schädlingen, verbessert gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit und erhöht die Erträge. Was als Pilotprojekt begann, wird heute in mehreren afrikanischen Ländern von Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern angewendet. Seit über 20 Jahren forscht Biovision an dieser Methode und hat dazu beigetragen, dass sich Push-Pull in den verschiedensten Bereichen und Ländern etabliert hat.

Am Anfang unserer Projekte steht deshalb immer eine umfassende Analyse: Gemeinsam mit Partnerorganisationen, Forschenden und weiteren Akteur:innen vor Ort identifizieren wir Herausforderungen und entwickeln Lösungen, die auf den lokalen Kontext abgestimmt sind. Entscheidend ist dabei, dass ein Projekt nicht nur ein einzelnes Problem löst, sondern möglichst eine nachhaltige und systemische Wirkung entfaltet.

Vertrauen braucht Zeit 

Bei der Auswahl neuer Partnerorganisationen legen wir grossen Wert auf Erfahrung, fachliche Expertise und eine starke Verankerung im lokalen agrarökologischen Netzwerk. Ebenso wichtig ist, dass unsere Partner dieselbe langfristige Vision verfolgen und bereit sind, neue Ansätze gemeinsam weiterzuentwickeln.

Im Distrikt Kongwa in Zentraltansania unterstützen wir Projekte, die gegen Erosion und Wetterkapriolen helfen. Etwa hier mit Baumreihen, die Wind brechen und helfen, Regenwasser versickern zu lassen.

Deshalb setzen wir bewusst auf langfristige Partnerschaften. Die meisten unserer Projekte werden über mehrere Projektphasen hinweg gemeinsam mit denselben Organisationen umgesetzt. Das schafft Vertrauen, ermöglicht gemeinsames Lernen und gibt Raum, innovative Ansätze zunächst im Kleinen zu testen, kontinuierlich weiterzuentwickeln und an lokale Gegebenheiten anzupassen. Gleichzeitig unterstützen wir Partner auch beim Aufbau ihrer organisatorischen Kapazitäten; ein Prozess, der Zeit braucht.

Wirkung über das Projektende hinaus 

Neue Partnerschaften entstehen deshalb meist aus bestehenden Netzwerken, gemeinsamen Pilotprojekten oder dem Austausch mit erfahrenen Organisationen und Fachpersonen. So stellen wir sicher, dass unsere Projekte lokal verankert sind und langfristig Wirkung entfalten können. Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Projekte umzusetzen, sondern gemeinsam mit den richtigen Partnern Lösungen zu entwickeln, die auch noch wirken, wenn unsere Unterstützung längst abgeschlossen ist.

Hinweis: Biovision arbeitet nicht mit offenen Ausschreibungen oder Bewerbungsverfahren für Projektpartnerschaften. Wir investieren in wenige, sorgfältig ausgewählte Partnerschaften, die über Jahre wachsen. Deshalb können wir unaufgefordert eingereichte Projektvorschläge oder Finanzierungsanfragen nicht berücksichtigen.

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