Ernährungssysteme sind angewiesen auf die Pflege von Böden, Saatgut und Tieren, aber auch darauf, dass Wissen rund um Ernährung angewendet und weitergegeben wird, sowie auf alltägliche Arbeit im Haushalt und in der Gemeinschaft. Es sind vor allem Frauen, die diese Arbeit leisten – häufig unbezahlt und wenig anerkannt.
Es bestehen Hürden
Biovision arbeitet daran, agrarökologische Ansätze mit sozialer Gerechtigkeit zu verbinden. Wir wollen Frauen stärken und zugleich Lebensgrundlagen sichern.
Eine Umfrage unter Partnerorganisationen zeigt, dass es dabei einige Hindernisse gibt. So schränken kulturelle Normen die Teilnahme von Frauen an Projekten ein, ebenso wie der ungleiche Zugang zu Land, Kapital und Entscheidungsstrukturen.
Und ihre Arbeit wird oft als ökonomisch nicht relevant verstanden.
Besonders deutlich wird der Widerstand gegenüber Veränderungen traditioneller Rollenbilder. Diese Widerstände betreffen ganze Gemeinschaften und soziale Ordnungen. Das Dilemma: Die Ernährungssysteme sind auf bestehende Sorgetätigkeiten angewiesen, während genau diese unsichtbar gemacht werden.
Wir setzen darauf, diese Tätigkeiten aufzuwerten, Handlungsspielräume zu erweitern und kollektive Strukturen zu fördern.
Unser Ansatz
Zentrale Hebel für die Stärkung von Frauen sind dabei der Zugang zu finanziellen Ressourcen, die Reduktion von Arbeitsbelastung sowie die Anerkennung
von Wissen und Erfahrung der Frauen.
Doch nachhaltige Ernährungssysteme erfordern mehr als projektbasierte Lösungen: Sie brauchen Zeit, kollektive Aushandlung und eine politische Anerkennung von Sorge.