Kamele für Dürregebiete

Von

Peter Lüthi, Biovision

Die weissen Spuren am Mund des Kindes verraten es: Das Borana- Mädchen aus Bulesa im Nordosten Kenias hat Milch getrunken – genauer gesagt Kamelmilch. Diese ist besser haltbar als jene von Kühen, Schafen oder Ziegen. Und sie enthält wesentlich mehr Vitamin C. Das ist wichtig für eine gesunde Ernährung der Menschen in trockenen Gebieten, in denen Früchte und Gemüse rar sind.
Pastoralistenmädchen in Isiolo County, Kenia, mit Spuren von Kamelmilch am Mund
Täglich ein Glas Kamelmilch für die Kinder in Bulesa (Kenia), Projekt Kamele für Dürregebiete. Foto: Peter Lüthi / Biovision

In Kenia machen die ariden bis semiariden Gebiete 75 % des Staatsgebietes aus. Hier lebt gut ein Fünftel der gesamten Landesbevölkerung als Pastoralisten, also Hirtenvölker. Sie erzielen den Hauptteil ihres Einkommens mit Viehwirtschaft. Sehr viele von ihnen verloren während den extremen Trockenheiten der jüngsten Vergangenheit ihre Herden und rutschten ab in die Armut.

Im Isiolo County (Kenia) arbeitet Biovision gemeinsam mit lokalen Bevölkerungsgruppen und der Organisation Vétérinaires Sans Frontières Suisse (VSF) seit 2012 an langfristigen und vorbeugenden Lösungen. Dazu gehören etwa Trainings zu Tierhaltung und -gesundheit sowie die Einführung eines Smartphone-gestützten Krankheitsüberwachungssystems.

Auch die Erhöhung der lokalen Wertschöpfung durch eine verbesserte Milchproduktion und die Herstellung und Vermarktung hochwertiger Milchprodukte werden gefördert. Ein spezielles Augenmerk liegt auf der Verbreitung der Kamelhaltung. Kamele sind erheblich widerstandsfähiger gegen Trockenheiten als Rinder und Kleinvieh, sie können viel länger ohne Wasser auskommen. Und wenn das Gras verdorrt ist, ernähren sie sich von den Blättern der Dornensträucher.

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