Wer knackt die Nuss?

Von

Franziska Fischer, Biovision

Reich an Proteinen, Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien, sind Walnüsse ein Superfood. In der Schweiz gingen Walnussbäume leider beinahe verloren. Doch es gibt wieder Hoffnung.

Ich erinnere mich noch gut an meine letzte Wanderung im Engadin, wo ich nach dem anstrengenden Aufstieg mit einer fantastischen Aussicht und einem köstlichen Stück Bündner Nusstorte belohnt wurde. Woher die Nüsse darin wohl stammten? 

Im Engadin wachsen nämlich aufgrund der Höhenlage gar keine Walnussbäume. Die Schweiz importiert heutzutage die allermeisten Walnüsse – hauptsächlich aus den USA, Chile, Moldau und Frankreich. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren Nussbäume noch oft gesehen in der Schweiz: Sie lieferten Früchte und Holz, dienten aber auch als natürliche Blitzableiter neben Bauernhäusern. Seither mussten sie weichen, um Platz für grosse Landwirtschaftsmaschinen zu machen – und weil Nüsse aus dem Ausland viel günstiger sind. 

Doch langsam erkämpfen sich Walnuss bäume ihren wohlverdienten Platz zurück: In zukunftsfähigen Agroforstsystemen sind sie eine häufig gewählte Baumart. Bis ein Walnussbaum seinen Vollertrag erreicht, dauert es rund zehn Jahre. Doch schon während des Wachstums fördert er die Biodiversität im und über dem Boden deutlich. Am Ende liefert er rund 30 Kilogramm Nüsse pro Jahr. 

Um wieder Schweizer Walnüsse im Bündner Traditionsgebäck verarbeiten zu können, haben Landwirt:innen aus den Kantonen Graubünden, St. Gallen und Luzern die Genossenschaft swiss nuss gegründet. Nebst dem Anbau von Walnüssen errichteten sie eine Knack- sowie eine Sortieranlage in Malans (GR). Bestenfalls steckten also doch Schweizer Walnüsse in meinem Nusstortenstück!

Fakten über die Walnuss

Der Nussbaum gehört zu den ältesten Nahrungsquellen der Erde. Bereits in der Steinzeit lieferte er den Menschen wichtige Energie.
Der heute noch gültige wissenschaftliche Name Juglans regia, die göttliche Frucht Jupiters, zeugt von der jahrtausendealten Hochachtung für diese Frucht.
In den 1950er Jahren standen noch über 500 000 Walnussbäume in der Schweiz. Juglans regia 500 000.

Vielseitige Frucht

Ob pur, auf Salaten oder im selbst gebackenen Brot: Walnüsse lassen sich vielseitig geniessen. Achten Sie beim Kauf auf Bio-Qualität, um die Biodiversität zu fördern und Verschmutzung von Boden und Wasser zu vermeiden. Für Menschen, die bewusst konsumieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, sind Schweizer Walnüsse aus biologischem Agroforst ein Symbol für gesunde Transformation – im Körper wie im Ernährungssystem.

Konsumtipp von Franziska

Franziska Fischer
«Schon mal Walnuss-Honig-Cookies probiert? Rühren Sie dafür 120g flüssige Margarine mit 100g Schweizer Bio-Honig cremig. Geben Sie eine Prise Salz, 160g Bio-Mehl und 40g gehackte Schweizer Bio-Walnüsse bei und vermengen Sie alles zu einem Teig. Formen Sie je 20g Teig zu Kugeln, die Sie auf einem Blech verteilen und flach drücken. Bestücken Sie jeden Cookie noch mit einer Nusshälfte und dann geht’s ab in den Ofen: bei 180 °C Ober-/ Unterhitze rund 15 Minuten backen.»
Franziska Fischer Projektleiterin Sensibilisierung Schweiz

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