Ich erinnere mich noch gut an meine letzte Wanderung im Engadin, wo ich nach dem anstrengenden Aufstieg mit einer fantastischen Aussicht und einem köstlichen Stück Bündner Nusstorte belohnt wurde. Woher die Nüsse darin wohl stammten?
Im Engadin wachsen nämlich aufgrund der Höhenlage gar keine Walnussbäume. Die Schweiz importiert heutzutage die allermeisten Walnüsse – hauptsächlich aus den USA, Chile, Moldau und Frankreich. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren Nussbäume noch oft gesehen in der Schweiz: Sie lieferten Früchte und Holz, dienten aber auch als natürliche Blitzableiter neben Bauernhäusern. Seither mussten sie weichen, um Platz für grosse Landwirtschaftsmaschinen zu machen – und weil Nüsse aus dem Ausland viel günstiger sind.
Doch langsam erkämpfen sich Walnuss bäume ihren wohlverdienten Platz zurück: In zukunftsfähigen Agroforstsystemen sind sie eine häufig gewählte Baumart. Bis ein Walnussbaum seinen Vollertrag erreicht, dauert es rund zehn Jahre. Doch schon während des Wachstums fördert er die Biodiversität im und über dem Boden deutlich. Am Ende liefert er rund 30 Kilogramm Nüsse pro Jahr.
Um wieder Schweizer Walnüsse im Bündner Traditionsgebäck verarbeiten zu können, haben Landwirt:innen aus den Kantonen Graubünden, St. Gallen und Luzern die Genossenschaft swiss nuss gegründet. Nebst dem Anbau von Walnüssen errichteten sie eine Knack- sowie eine Sortieranlage in Malans (GR). Bestenfalls steckten also doch Schweizer Walnüsse in meinem Nusstortenstück!
Fakten über die Walnuss
Vielseitige Frucht
Ob pur, auf Salaten oder im selbst gebackenen Brot: Walnüsse lassen sich vielseitig geniessen. Achten Sie beim Kauf auf Bio-Qualität, um die Biodiversität zu fördern und Verschmutzung von Boden und Wasser zu vermeiden. Für Menschen, die bewusst konsumieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, sind Schweizer Walnüsse aus biologischem Agroforst ein Symbol für gesunde Transformation – im Körper wie im Ernährungssystem.
Konsumtipp von Franziska