Tomaten: Entdecke die verborgene Vielfalt  

Von

Laura Schmid, Biovision.

Mit rund 10‘000 Sorten weltweit ist die Tomatenauswahl beeindruckend – die Tomate begeistert, wirft Fragen auf und überrascht.

Ursprünglich aus Südamerika stammend, blieb die Tomate in West- und Mitteleuropa lange unbeachtet. Seit den 1950er-Jahren floriert ihr Anbau dank moderner Züchtung – oft auf Kosten von Vielfalt und Geschmack. Heute kehrt sich dieser Trend mancherorts um: Alte, schmackhafte Sorten feiern langsam ihr Comeback und bringen Aroma und Diversität zurück. 

Doch der weltweite Tomatenanbau steht weiterhin in der Kritik: Prekäre Arbeitsbedingungen, Wassermangel und irreführende Herkunftsangaben trüben das Bild. «Hergestellt in Italien» bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Tomaten auch aus Italien stammen – besonders bei Produkten wie Dosentomaten oder Tomatenpüree kann dies irreführend sein.  
Viele Tomatensorten werden in Südspanien und Süditalien angebaut. Dadurch wird die Wasserknappheit in diesen trockenen Gebieten weiter verschärft. Immer wieder ist die Rede von ausbeuterischen und unmenschlichen Arbeitsverhältnissen. 

Achten Sie beim Tomatenkonsum deshalb auf frische, vielfältige und saisonale Tomaten aus der Schweiz und greifen Sie ausserhalb der Saison auf Tomatenerzeugnisse mit eindeutiger Herkunftsangabe zurück.

Jetzt ist Tomatensaison in der Schweiz – eine perfekte Gelegenheit für eine nachhaltige Wahl. Die meisten Tomaten werden derzeit in unbeheizten Gewächshäusern oder Folientunneln angebaut, wo sie vor Wind und Wetter geschützt sind. In der konventionellen Produktion dominiert die Hors-SolMethode, bei der Tomaten ohne Boden in einer Nährlösung wachsen. Im biologischen Anbau hingegen gedeihen die Tomaten im Boden, was dessen Fruchtbarkeit fördert und im Einklang mit der Natur steht. 

Tipp von Laura

 «Als Hobbygärtnerin freue ich mich über die wachsende Vielfalt an Tomaten auf Setzlingsmärkten. Die Stiftung Pro Specie Rara kultiviert alte Sorten und trägt so zur biologischen Vielfalt bei. Über 150 Tomatensorten stehen zur Auswahl, die sich in Form, Farbe und Geschmack unterscheiden. Das trägt zum Erhalt der Biodiversität bei und erfreut sowohl Auge als auch Geschmack.»
Laura Schmid, Programmverantwortliche Nachhaltiger Konsum

Zahlen und Fakten über die Tomate

Mit einem Pro-Kopf-Konsum von fast
0 kg
pro Jahr sind Tomaten nebst Karotten das beliebteste Gemüse der Schweizer:innen.
Botanisch betrachtet ist die Tomate eine Frucht. Aus kulinarischer Sicht wird sie als Gemüse definiert. So spricht man teilweise auch vom Fruchtgemüse. Peperoni, Gurken, Kürbisse, Auberginen und Melonen fallen in die gleiche Kategorie.
2023 produzierte China rund
0 Mio.
Tonnen Tomaten – das entspricht etwa einem Drittel der weltweiten Ernte.

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