«Mit der Natur, nicht gegen sie»

Von

Lothar J. Lechner Bazzanella

Beatrice und André Ruckli sind überzeugt: Nachhaltige Lösungen sind möglich, im eigenen Alltag ebenso wie im globalen Zusammenhang. Darum unterstützen sie Biovision seit vielen Jahren. Was für sie zählt: clevere Lösungen, die im Einklang mit der Natur und lokal verankert sind.

Es war in den späten 1990er‑Jahren, als Beatrice und André Ruckli zum ersten Mal vom Biovision‑Gründer Hans Rudolf Herren und seinem Engagement hörten. Damals setzte Herren Schlupfwespen gegen die Schmierlausplage in Afrika ein. Beide waren vom Ansatz angetan. «Es war so einfach wie genial. Als Technikbegeisterter hat mich das natürlich beeindruckt», erinnert sich André Ruckli. Beeindruckt habe ihn auch die Art, wie Herren vorging: einen Nützling gegen einen Schädling, biologische Lösungen. Mit ausgemusterten Flugzeugen und pensionierten Piloten, die die Tiere über den Maniokfeldern Kenias abwarfen. Mit cleveren technischen Lösungen, damit die Schlupfwespen den Abwurf aus solchen Höhen überhaupt erst überlebten. «Diese Mischung aus Anpackmentalität und wissenschaftlicher Präzision hat mich fasziniert.»

Im Garten von André und Beatrice Ruckli steht ein Sonnenofen, ein Beispiel für nachhaltige Lösungen im eigenen Alltag.

Energie aus Sonne und Holz

Bis heute begeistern die beiden nachhaltige Lösungen. Beruflich plant André Ruckli Solaranlagen und nachhaltige Heizsysteme und auch privat hat er das eigene Haus so konsequent auf erneuerbare Energien ausgerichtet: mit grossen Südfenstern, Solarkollektoren auf dem Dach und einem Holzofen in der Küche, der nicht nur Wärme spendet, sondern auch Warmwasser für die Bodenheizung, die Dusche und die Wäsche liefert. «Wir haben weder eine Gas‑ noch eine Ölheizung.» Im Garten steht ein Sonnenofen, daneben zwei kleine Solarkisten. «Darin lassen sich wunderbar Mandeln rösten», sagt er lachend.

Und während die Energie grösstenteils von der Sonne kommt, gehört der Garten zu grossen Teilen den Vögeln, Igeln und Insekten. «Ich glaube, wir alle können unseren Anteil leisten. Wir versuchen das auch in unserem Zuhause.» Auch Beatrice Ruckli‑Boos lebt diese Haltung. Als Pfarreisekretärin in Hünenberg ist sie in einem ganz anderen Berufsfeld tätig als ihr Mann, doch für sie ist ebenso klar: Hilfe muss nachhaltig und vor Ort greifen. «Wichtig ist, dass Projekte wirklich bei den Menschen ankommen. Wenn sie ihr eigenes Wissen einbringen können, bleibt etwas bestehen. Die lokale Verankerung macht für mich den Unterschied.»

Warum Biovision

Genau das überzeugt beide an Biovision. «Man entwickelt Lösungen gemeinsam mit den Menschen», sagt André Ruckli. «Nur so passen sie zu den Gegebenheiten und den verschiedenen Herausforderungen.» Für beide zählt, dass Biovision naturnahe Lösungen fördert, die zugleich wissenschaftlich erprobt sind. Beatrice Ruckli-Boos ergänzt: «Und das nicht nur in Afrika. Auch hier in der Schweiz können wir viel lernen. Deshalb finde ich Aufklärung und Sensibilisierung so wichtig. Wir sind immer interessiert an Sachen, durch die wir vielleicht ein Stück weit nachhaltiger leben oder konsumieren können.»

Seit 2008 unterstützen die Eltern von drei Kindern die Stiftung Biovision. Aus Über‑ zeugung, dass man zukunftsfähige Systeme schaffen kann, wenn Natur und Mensch im Gleichgewicht bleiben. «Wir dürfen nicht einfach von dieser Welt zehren», sagt André Ruckli. «Wir müssen auch daran denken, welche Welt wir den nächsten Generationen überlassen werden.»

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