Comeback einer einstigen Heilpflanze 

Von

Franziska Fischer (Text)

Er ist reich an Proteinen und wurde einst von unseren Grosseltern geschätzt. Heute erlebt Mangold ein Revival!

Wussten Sie, dass Mangold der Überbegriff und Krautstiel eine Unterart davon ist, die auch Stielmangold genannt wird? Schon im 16. Jahrhundert wurde Mangold in der Schweiz angebaut. Und Bündner Capuns sind ein Klassiker mit Mangoldblättern. Mangold geriet jedoch beinahe in Vergessenheit, da er in der Küche durch Spinat verdrängt wurde. 

Mangold punktet mit wertvollen Inhaltsstoffen: Dieses Gemüse ist reich an Proteinen, enthält die Vitamine A, E und K und liefert Mineralstoffe wie Magnesium, Natrium, Kalium und Eisen. In Mangold steckt zudem gesundheitsförderndes Beta-Carotin, welches Herzerkrankungen sowie Krebs vorbeugen kann. Früher galt Mangold gar als Heilpflanze gegen Magen-Darm-Beschwerden und Blutarmut. 

Mangold ist eng verwandt mit Randen, allerdings werden im Gegensatz zu diesem nur die Blätter kulinarisch verwendet. Mit bunten Stielen von Rot bis Gelb peppt Mangold jedes Gericht auf – ob Kartoffeln, Reis oder Pasta. Er gedeiht auch prächtig auf dem Balkon oder der Terrasse und treibt nach der Ernte erneut aus.  

Probieren Sie Mangold als nachhaltige, vielseitige Alternative! 

Zahlen und Fakten über Mangold

Über
0 g pro 100g
Mangold ist reich an Eiweiss!
Rund
0 Hektar
beträgt die frei­land­mässig bewirtschaftete Anbaufläche für Mangold in der Schweiz.
Mangold ist im Kühlschrank ca. 3 Tage haltbar. Doch kurz in Salzwasser blanchiert, lässt er sich einfrieren.
Zudem gilt er als typisch schweizerisch: Auf Englisch wird er Swiss Chard genannt.

Für Mangold startet die Saison im März und dauert bis in den November, wobei er in den ersten Wochen noch den Schutz unbeheizter Folientunnel benötigt. Zum Vergleich: In dieser Zeit sind Gurken auf beheizte Gewächshäuser angewiesen. Damit schneidet Mangold bezüglich CO2-Bilanz deutlich besser ab. Kaufen Sie den Mangold beim Bio- oder Demeter-Betrieb in Ihrer Nähe, verdient er gar Bestnoten – auch hinsichtlich Biodiversität und Bodengesundheit. 

Rezept-Tipp von Franziska

Franziska Fischer
«Ein köstliches Pesto gelingt mit kurz blanchiertem Mangold, frischem Knoblauch, Kürbiskernen, Parmesan, Zitronensaft und -abrieb, Rosmarin und Olivenöl. Die Zutaten einfach zusammen pürieren und zur Lieblingspasta servieren.»
Franziska Fischer, Projektleiterin Sensibilisierung Schweiz

Weitere Beiträge

Landwirtschaft

Superfood aus dem Thurgau

Die Lupine wurde von Biovision zum Superfood des Jahres gekürt. Zu den wenigen Mühlen in der Schweiz, die Lupinen verarbeiten, gehört die Tiefenmühle in Herdern TG. Wo jahrzehntelang Stille herrschte, setzt Marc Nyffenegger heute auf Fingerspitzengefühl, Qualität und Erfahrung.
Landwirtschaft

Das lernende System im Zürcher Weinland

Der Grüthof in Wildensbuch ZH zeichnet sich durch seine Vielfalt aus. Dabei zeigt sich die Freude von Beatrice Peter und Jorge Vásquez am Experimentieren.
Landwirtschaft, Märkte

Das Wir gewinnt

Intensiver Tabakanbau war im Norden Malawis lange eine der wenigen Möglichkeiten, um zu Geld zu kommen. Monica Ngoma geht gemeinsam mit ihrem Mann und anderen jungen Bäuerinnen und Bauern einen neuen Weg: Zusammenarbeit, agrarökologische Methoden und lokale Wertschöpfung statt Abhängigkeit von Chemie, Tabak und der Willkür des Weltmarkts.
Politik

Wenn Energiekrisen das Ernährungssystem treffen

Die aktuellen Spannungen im Nahen Osten rücken Öl- und Energiemärkte in den Fokus. Doch auch das globale Ernährungssystem kann dadurch unter Druck geraten. Charlotte Pavageau von Biovision ordnet ein, warum das ausgerechnet die ärmsten Haushalte besonders hart treffen würde.