Fabas: Für eine konsequent lokale Ernährung

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Samira Amos, Biovision (Bild: Fabas)

Von der Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung können alle profitieren. Das Zürcher Unternehmen Fabas baut mit Schweizer Landwirt:innen Hülsenfrüchte an und produziert daraus Hummus, Burger aus Bohnen und Falafel – lokal und verantwortungsvoll gegenüber Mensch und Natur.

Das Projekt «Fabas» im Kurzporträt 

Fabas leistet einen wichtigen Beitrag dazu, unser Ernährungssystem neu zu denken. Es zeigt auf, wie eine Umstellung hin zu einer pflanzlichen Ernährung den Schweizer Landwirt:innen, Konsument:innen und dem Boden zugutekommt.

Wo sonst Fleisch verarbeitet wird, nutzt seit 2021 Fabas die Anlagen für die Kichererbsen. Die Maschinen des Traditionsbetriebs Angst eignen sich auch für die Herstellung von Hummus. So verarbeiten die Metzger heute auch Schweizer Hülsenfrüchte. Diese Entwicklung ist sinnbildlich für den Beitrag, den Fabas zu einem nachhaltigen Ernährungssystem leistet: Das Projekt baut auf Bestehendem auf und will neue Wege gehen. Landwirt:innen können mit Fabas als Abnehmerin den Anbau von Kicher- und Eiweisserbsen sowie Ackerbohnen als Nischenkulturen testen, einen neuen Absatz finden und so ihr Angebot diversifizieren.  

Von dieser Diversifizierung profitiert auch der Boden: Leguminosen sind wichtige Stickstofffixierer und reichern den Boden an statt ihn auszulaugen. Zudem werden trockenheitsresistente Kulturen wie die Kichererbse durch den Klimawandel immer attraktiver und tragen als Lieferanten von pflanzlichem Eiweiss zu einer ausgewogenen Ernährung bei.

Biovision Schweiz Fabas Output

Biovision bietet mit der Rubrik «Beispiele für ein nachhaltiges Ernährungssystem» jenen Initiativen und Projekten in der Schweiz eine Bühne, welche ohne unsere Begleitung oder finanzielle Unterstützung ein nachhaltiges Ernährungssystem mitgestalten. Damit zeigen wir, dass zukunftsfähige Lösungen existieren und ein Wandel möglich ist.

Fabas im Internet

Pionierarbeit für nachhaltige und lokale Lebensmittel

Fabas sticht unter anderem durch seinen Beitrag zu nachhaltigen Ernährungsweisen (Prinzip 9 in der Grafik) und der Anschlussfähigkeit (Prinzip 11) – insbesondere der Wiederherstellung der Verbindung zwischen Landwirt:innen und Konsument:innen – hervor. Einerseits stellen sie wenig verarbeitete proteinhaltige Produkte zur Verfügung, die gesund sind und lokal produziert wurden. Zudem erhalten Konsumierende über einen QR-Code auf der Verpackung Informationen zur Produktion. Andererseits bietet Fabas als erste Schweizer Hummus-Produzentin einen guten Markt für Landwirt:innen, die neue Wege gehen möchten. Dazu gehören Abnahmeverträge mit Preisen, die im vornherein vereinbart werden und somit Planungssicherheit bieten. Weiter geht 1% des Umsatzes in einen Topf, der bei Ertragsausfällen wenigstens einen Teil der Kosten für die Landwirt:innen deckt (101% Modell). Die Produktion, Verarbeitung und Vermarktung sind lokal verankert und finden grösstenteils in Zürich statt.

Förderung von resilienten Nischenkulturen

Durch die Förderung von Kicher- und Eiweisserbsen sowie Ackerbohnen als Nischenkulturen trägt Fabas zudem zur wirtschaftlichen Diversifizierung (Prinzip 7) von landwirtschaftlichen Betrieben bei. Da die trocken- und schädlingsresistenten Kulturen sehr wenig Inputs wie Dünger oder Pflanzenschutzmittel brauchen, führt dies zu einer Reduktion von landwirtschaftlichen Produktionsmitteln (Prinzip 2). Letzteres wird dadurch verstärkt, dass Fabas eigene Anbaurichtlinien mit seinen Landwirt:innen vereinbart. Diese orientieren sich an den Bio-Richtlinien, schliessen aber konventionelle Landwirt:innen nicht aus: So wird nicht verlangt, dass der Betrieb bei allen Produktionsarten die Richtlinien erfüllt. So produziert Fabas zwei Arten von Hummus – einen mit und einen ohne Bio-Label.

Biovision Fabas B-ACT Grafik
Das Spinnendiagramm zeigt die Auswertung des Projekts Fabas. Da das Projekt nicht mit Nutztieren arbeitet, ist das Prinzip 4 «Gesundheit der Tiere» nicht anwendbar."

So funktioniert die Bewertung mit B-ACT

Das B-ACT spiegelt die Ausrichtung von Unternehmen, Projekten und Initiativen an den 13 agrarökologischen Prinzipien des «High Level Panel of Experts on Food Security and Nutrition» (HLPE) wider (siehe «Agrarökologie kurz erklärt»).

Dabei ist jedes Prinzip in eines der drei übergeordneten Themen eingeordnet:

  • Erhöhung der Ressourceneffizienz
  • Stärkung der Resilienz
  • Sicherung der sozialen Gerechtigkeit

Zu allen Prinzipien wurden von Biovision in Zusammenarbeit mit Partner:innen Fragen erarbeitet, die in das B-ACT eingebaut wurden. Je mehr Fragen für eine Initiative oder ein Geschäftsmodell positiv beantwortet werden können, desto höher ist der Beitrag zu dem entsprechenden Prinzip.

Illustration des B-ACT Tools auf einem Computer.

Damit punktet das Projekt

  • Die pflanzliche Ernährung wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Ernährungsumstellung ist bei der Bevölkerung angekommen. Entsprechend wurde diese von dem Bürger:innenrat für Ernährungspolitik  unterstützt. Fabas zeigt nicht nur auf, wie eine sozial verträgliche und lokale Ernährungsumstellung aussieht, sondern liefert gleichzeitig schmackhafte, gesunde und eiweissreiche Alternativen zu Fleisch.
  • Dabei baut Fabas auf Bestehendem auf. Einerseits nutzt es bereits vorhandene Infrastruktur. Andererseits verarbeitet es ausser Kichererbsen auch Eiweisserbsen und Ackerbohnen. Beide in der Schweiz ursprünglich tierische Futtermittel werden dank Fabas zu Nahrung für uns Menschen. Mit solchen Ideen wird die Ernährungsumstellung beschleunigt.
  • Fabas setzt auf lokale Produktion. Damit wird auch die Abhängigkeit vom Ausland reduziert.
Biovision Schweiz Anik im Feld
Fabas-Gründerin Anik Thaler und Bauer Christoph Steiner aus Uster auf dem Kichererbsenfeld. Bild: Fabas.

Diese Herausforderungen bestehen für das Projekt

Fabas hat vor allem an zwei Fronten zu kämpfen: Einerseits ist es schwierig, bei Hülsenfrüchten eine Prognose der Ernte abzugeben. Dies erschwert die Planung. Andererseits ist es für Fabas herausfordernd, dass sie in den Läden mit den billigen Produkten aus dem Ausland konkurrieren und gleichzeitig Schweizer Preise für die Herstellung der Produkte und den Anbau der Hülsenfrüchte bezahlen. Mehr Bewusstsein und Wertschätzung für lokal produzierten Lebensmitteln sind dringend notwendig.

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