Schweiz und International

Mehr Forschung für Agrarökologie

Ausgangslage

Die globalen Nahrungssysteme beruhen weitgehend auf einem Landwirtschaftsmodell, das den Bezug zur ökologischen und sozialen Grundlage verloren hat. Anstelle eines nachhaltigen und vielfältigen Landbaus überwiegt eine industrialisierte und intensive Landwirtschaft. Die negativen Folgen sind gravierend: Ausgelaugte Böden, verschmutzte Gewässer, resistente Schädlinge, abnehmende Biodiversität, Klimawandel... Dadurch sind zunehmend auch die Gesundheit der Produzierenden sowie der Konsumentinnen und Konsumenten in Gefahr. Die Agrarökologie bietet eine echte Alternative: einen systemischen Ansatz für unsere Nahrungssysteme, der auf viele dieser Herausforderungen gleichzeitig eine Antwort hat.

Projekt

Das grosse brachliegende Potenzial in systemischen agrarökologischen Landwirtschafts- und Nahrungssystemen soll dank wissenschaftlicher Evidenz stärker anerkannt, gefördert und verbreitet werden. Der Fokus richtet sich auf den Ausbau der systemischen Forschung (im Bereich der Agrarökologie) durch vermehrte Investitionen in Projekte und Institute sowie dem Aufbau und der Vernetzung multidisziplinärer Forschungsteams aus renommierten Forschungsinstituten.

Das P&A Team setzt sich im Rahmen der Projektumsetzung anwaltschaftlich für die verstärkte Akzeptanz und Legitimation der Agrarökologie auf verschiedenen Ebenen und bei verschiedenen Stakeholdern ein.

Langfristiges Ziel ist es Voraussetzungen zu schaffen, um genügend gesunde Nahrung durch einen ökologischen Ansatz zu produzieren und sich besser an externe Veränderungen (z.B. Klimawandel) anzupassen.

Forscher im Feld in Kenia
Derzeit fliessen noch zu wenige finanzielle Mittel in Forschungsprojekte wie dem Langzeit Systemvergleich, welches den Mehrwert der Agrarökologie gegenüber der konventionellen Landwirtschaft aufzeigt.

Relevanz

Die Balance und die Synergien zwischen den ökologischen, sozialen und ökonomischen Prozessen in lokalen Nahrungssystemen stehen im Zentrum des Projekts– wie bereits im Weltagrarbericht (IAASTD 2008) gefordert und mit der Agenda 2030 global anerkannt.

Das Projekt nutzt den nun vorhandenen Rahmen der Agenda 2030, um dem wissenschaftsbasierten Ansatz der Agrarökologie zu mehr Beachtung und Anwendung zu verhelfen und dadurch den Paradigmenwechsel hin zu nachhaltigen globalen Nahrungssystemen voranzutreiben.

Ziele laufende Projektphase

  • Analyse der Investitionen in die Agrarforschung anhand von drei Fallstudien mit besonderem Fokus auf die politische Ökonomie dahinter und Identifizierung der wichtigsten Herausforderungen und Möglichkeiten zur Stärkung der systemischen, agroökologischen Forschung.
  • Einsatz für öffentliche, private und philanthropische Geldgeber zugunsten zusätzlicher Investitionen in die agroökologische Forschung sowie für relevante Entscheidungsträger von Forschungszentren und aufzeigen des Mehrwerts der Stärkung der agroökologischen Forschung, einschliesslich partizipativer Ansätze und interdisziplinärer Forschungsteams.

Advisory Board

  •  Michel Evéquoz, Senior Advisor and Focal Point CGIAR, Global Programme Food Security, Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC)
  • Julius Ecuru, Head of the BioInnovate Africa Programme, icipe
  • Jane Maland Cady, Program Director, International Program, McKnight Foundation
  • Michel Pimbert, Executive Director, Centre for Agroecology, Water and Resilience, Coventry University
  • Carl E. Pray, Professor and chair of the Department of Agricultural, Food and Resource Economics, Rutgers School of Environmental and Biological Sciences
  • Martijn Sonnevelt, Executive Director, World Food System Centre, ETH Zurich