Wie Bienen Mangroven auf Sansibar schützen

In Sansibar verbindet Biovision die Imkerei mit nachhaltiger Waldnutzung. Die Bienen liefern mit ihrem Honig neue Einkommensquellen. Gleichzeitig unterstützen sie die Aufforstungsmassnahmen und helfen so, die bedrohten Mangrovenwälder auf der Insel zu schützen.

Ausgangslage: Mangrovenwälder werden rar

Mangrovenwälder sind ein elementares Küstenökosystem, das wichtige Umweltfunktionen erfüllt:  Schutz vor Sturmfluten, weniger Bodenerosion, bessere Wasserqualität. Leider gehen immer mehr dieser sensiblen  Lebensräume verloren. Auch in Sansibar werden grosse Flächen von Mangrovenwäldern gerodet, um Holzkohle zu produzieren. Dadurch stirbt einer der wichtigsten regionalen Faktoren für die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel.

Ziele: Mehr Bäume, mehr Bienen, mehr Bewusstsein

Biovision will die Imkerei mit der Verwendung sogenannter multifunktionaler Bäume  verknüpfen. Diese Bäume liefern nicht nur Nektar für die Bienen, sondern können auch als Brennholz und Viehfutter  genutzt werden und tragen gleichzeitig zur Verbesserung der Bodenqualität bei. So suchen die Menschen nicht mehr in den Mangroven nach Feuerholz und diese werden  geschützt.

Durch die Verknüpfung von Bienenhaltung mit nachhaltiger Waldnutzung wollen wir ein Bewusstsein für die wichtigen Funktionen der Mangrovenwälder in den Küstengebieten schaffen und damit Übernutzung und Entwaldung dieser fragilen  Ökosysteme eindämmen.

Auf einen Blick

Projektname:

Bienenhaltung und Mangrovenschutz auf Sansibar
Projektland:
Tansania
Partnerorganisationen:

Internationales Insektenforschungsinstitut icipe (Kenia)

Projektbudget in CHF:

411886
Teilnehmende:
Imkerinnen und Imker
Kleinbäuerinnen und -bauern
Projektbetreuung:
Projektphase:
2026-2028
In diesem Projekt stehen folgende Nachhaltigkeitsziele der UNO Agenda 2030 im Fokus:

Dieses Projekt wird von der Deza unterstützt.

Region
Themen
2025_Biovision_RaniNguyenIMG_9247
«Mangrovenwälder sind eines der wichtigsten Ökosysteme Ostafrikas.»
Rani Nguyen, Programmverantwortlicher bei Biovision

Bisherige Wirkung: Schulungen tragen Früchte

Mit dem Projekt werden nicht nur Bäuerinnen und Bauern in der Produktion von Honig geschult. Auch der ökologische Anbau von Avocados oder Macadamianüssen steht im Fokus.

Ausserdem erhalten die Bauerngruppen  auch Kurse im Bereich der Vermarktung ihrer neuen Einnahmequellen. Dank dem Projekt gibt es heute mehr Nahrung für die Bienen, gesündere Böden mit mehr Brennholz  und Nahrung für die Bauernfamilien. Und auch die Mangrovenwälder geniessen nun einen höheren Schutz und mehr Wertschätzung.

Weiteres Vorgehen: Ausweitung auf die Insel Pemba

In der neuen Projektphase steht die Ausweitung und Vertiefung der Aktivitäten im Zentrum: sowohl auf Unguja als auch auf der bislang vernachlässigten Insel Pemba. Ziel ist es, die Mangrovenwälder zu schützen und gleichzeitig das Einkommen ländlicher Gemeinschaften durch nachhaltige Bienenhaltung und Aufforstung mit einheimischen, schnell wachsenden Nektarpflanzen zu verbessern.

 

Insgesamt 25 Baumschulen sollen von lokalen Gruppen betrieben und jährlich mehr als 15'000 Setzlinge produziert werden, darunter Mangrovenarten und andere multifunktionale Bäume. 20 neue Imker:innengruppen werden in nachhaltiger Bienenhaltung und der Verarbeitung von Bienenprodukten geschult. Frauen und Jugendliche werden dabei gezielt einbezogen und gefördert.

 

Zwei Genossenschaften – je eine auf Unguja und Pemba – verbessern durch gemeinsames Marketing, Produktveredelung, Zertifizierung und Verkauf die Einkommensperspektiven ihrer Mitglieder. So sollen sich die Genossenschaften langfristig selbst tragen und zur Wiederherstellung degradierter Ökosysteme beitragen.

Jetzt spenden

Ihre Spende ermöglicht Kleinbäuerinnen und Kleinbauern die Umstellung auf den biologischen Landbau und damit ein selbstbestimmtes Leben. Neben der Verbreitung ökologischer Anbaumethoden unterstützt Ihre Spende auch die weltweite Projektarbeit von Biovision.

CHF
CHF
CHF
CHF Freibetrag

Mehr zu diesem oder ähnlichen Projekten

Landwirtschaft

Kleine Helferinnen, grosse Wirkung

Auf Sansibar will Biovision eines der wichtigsten Ökosysteme der Küstenregion Ostafrikas stärken: Mangrovenwälder. Dabei setzen wir nicht nur auf den Schutz und die Wiederaufforstung der hochsensiblen Gebiete. Sondern auch auf die Arbeit abertausender summender Unterstützerinnen.
Landwirtschaft, Wissen

«Wir konnten zeigen, wie wichtig die Bienen auch für die Felder sind»

Die Bedeutung von Bienen für die Flora und Fauna einer Region geht weit über die Honigproduktion hinaus. Dr. Kiatoko Nkoba arbeitet für unseren Partner Icipe auf Sansibar in Tansania. Im Gespräch erklärt der Experte für Bienenzucht, wie die Insekten die Grundlage von Ökosystemen schaffen und welchen Einfluss sie auf den Wohlstand von bäuerlichen Familien haben.
Konsum

Bienen und ihr Wert für unseren Planeten

Das Bienensterben ist in aller Munde. Nicht nur der fehlende Geschmack des Honigs auf der Zunge bereitet Sorgen: Bereits Einstein prophezeite, dass der Mensch ohne Bienen nur noch vier Jahre auf der Erde zu leben hätte. Auch wenn dies wohl eine überspitzte Aussage war, stellt sich die Frage, welche schwerwiegenden Folgen ein Leben ohne direkt bestäubende Insekten wie Bienen oder Hummeln mit sich brächte. Ausser Frage befindet sich die Tatsache, dass nicht zuletzt anthropogene Einflüsse zum dramatischen Tod vieler Bienenvölker führen. Was können wir tun?
Landwirtschaft

Der Honig fliesst – Unruhen, Corona und Heuschrecken zum Trotz

Erst die Corona-Pandemie, dann eine Heuschreckenplage und schliesslich der Ausbruch eines Konflikts in der Nachbarregion – 2020 war ein schwieriges Jahr für die Teilnehmenden des Biovision-Projekts «Bienen für Jungunternehmen» im äthiopischen Dehana. Doch die Verantwortlichen vor Ort schafften es, das erfolgreiche Projekt auf Kurs zu halten.