Agrarökologie mindert Klimafolgen

Von

Florian Blumer Reporter und Redaktor

Eine Untersuchung von Biovision und der FAO zeigt eindeutig, dass Agraröko­logie die Resilienz von Bauernbetrieben in Ostafrika erhöht – wenn sie ganzheit­lich angewandt wird.

Was Erfahrungen aus der Entwicklungs­zusammenarbeit schon seit längerer Zeit zeigen, ist nun wissenschaftlich bewiesen: Agrarökologie ist ein wirksames Mittel für Bäuerinnen und Bauern, um sich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Dies zeigt eine umfangreiche Studie zu Agrar­ökologie und Klimawandel, die Biovision mit der Welternährungsorganisation der UNO erarbeitet hat.

Das Ernährungssystem als Ganzes, von der Lebensmittelproduktion bis zum Einzelhan­del, ist für rund ein Drittel aller Treibhausgase verantwortlich. Gleichzeitig ist die Landwirt­schaft besonders stark vom Klimawandel bedroht. Die Agrarökologie kann zur Lösung beider Probleme beitragen. Die Forschungs­arbeit zeigt auch auf, dass die Definition von Klima­-Resilienz in all ihren Aspekten – wie sie sich die Unterzeichner des Klimaab­kommens als Ziel gesetzt haben – beinahe deckungsgleich ist mit den verschiedenen Aspekten der Agrarökologie.

Studie FAO und Biovision Grafik
Studie FAO und Biovision Grafik

Kompostieren reicht nicht

Auf internationaler politischer Ebenen den jedoch fast ausschliesslich die technologi­schen Aspekte wie Kompostierung, Mischkul­turen oder Agroforstwirtschaft Beachtung. Die Notwendigkeit, marktwirtschaftliche und politische Machtstrukturen zu verändern, wird vernachlässigt. Dabei wären der Aufbau regionaler Kreislaufwirtschaften, der Einbe­zug aller Akteure in politische Entscheidungsfindungen sowie eine partizipative Forschung zentrale Elemente einer wirksamen Klima­-Resilienz.

Es ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig, um der Agrarökologie zum Durchbruch zu verhelfen. Vor allem braucht es die Einsicht, dass ein systemischer Ansatz Voraussetzung ist, um den Klimawandel wirksam zu brem­sen und die Nahrungsproduktion langfristig nachhaltig zu sichern.

Weiterführende Infos und Links

Mehr Informationen zur Studie und zur Arbeit von Biovisions Politikdialog- und Anwaltschaftsteam erhalten Sie unter

www.agroecology-pool.org

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