Meet the team: Barbara Schmid

Von

Léna Quéant, Biovision

Die Kultur von Biovision basiert auf einer harmonischen Verbindung zwischen konkretem Handeln und dem Verständnis der Komplexität des Ernährungssystems, sagt Barbara Schmid. Die Eventmanagerin von Biovision betont die Bedeutung von Respekt und Idealismus für ihre Arbeit – ein manchmal nicht ganz einfacher Spagat.

Gibt es einen besonderen Moment seit deiner Zeit bei Biovision, an den du dich gerne erinnerst?

Das Symposium 2022 war meine erste grosse Veranstaltung für Biovision – und ich habe Blut geschwitzt! Die beiden Referentinnen aus Malawi erhielten ihre Visa erst wenige Stunden vor ihrer Abreise und wir mussten dafür Kräfte bis nach Südafrika mobilisieren.

Die Schweiz hat in Malawi keine Botschaft, weshalb die Visumsanträge im über 1’500 km entfernten Pretoria (Südafrika) gestellt werden mussten – immerhin war dies postalisch möglich. Die Gesuche wurden zweimal aufgrund von Nichtigkeiten abgewiesen und die Erreichbarkeiten der Schweizer Botschaft trug nicht wirklich zur Aufklärung der Umstände bei. Schlussendlich wurden die Visa einen Tag vor dem allerletztmöglichen Abreisetermin ausgestellt, jedoch zu spät für einen Kurier von Südafrika nach Malawi. Also mobilisierten wir eine Bekannte in Pretoria, die mit einer Vollmacht ausgestattet die Pässe auf der Botschaft abholte und sie am Flughafen irgendeiner Person in die Hände drückte, die sowieso nach Malawi reiste. In einer Nacht und Nebel Aktion konnten die Pässe dann bei dieser Person in Lilongwe abgeholt werden – nur wenige Stunden vor dem Abflug.

Unsere zwei Gäste trafen zwei Stunden vor dem Symposium im Volkshaus Zürich ein. Unzählige Nachrichten und Telefonate zwischen Ekwendeni und Zürich und eine Achterbahn von Hoffnung, Enttäuschung, Vorfreude und Anspannung gipfelten in einer überschwänglichen Begrüssung im Foyer des Volkshauses.

Wie würdest du die Kultur und den Biovision-Spirit beschreiben?

Ich würde es beschreiben, als eine wunderbare Kombination aus einem praktischen Tatendrang und ehrlichem Interesse an der Komplexität des Ernährungssystems. Das ist manchmal ein ziemlicher Spagat. Um diesen auszuhalten, braucht’s viel Respekt und Verständnis für unterschiedliche Perspektiven – und meiner Meinung nach auch eine gesunde Portion an Idealismus.

Was bedeutet dir das Jubiläum 25 Jahre Biovision?

Das Jubiläum bedeutet für mich, dass Biovision auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann und darauf bauen kann. Dieses Fundament ist extrem wertvoll. Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir uns immer wieder herausfordern und uns nicht mit Altbekanntem begnügen. Wir müssen mit der Zeit gehen, uns an neue Umstände anpassen und mutig bleiben.

Für meine Tätigkeit als Eventmanagerin heisst das konkret, dass wir die Qualität und die Tradition des Biovision-Symposiums feiern und beibehalten. Es ist eine spannende Veranstaltung und eine Plattform für Begegnung und Austausch. Gleichzeitig versuchen wir jedoch auch neue Veranstaltungsformate aus und brechen mit «Biovision unterwegs» bewusst aus alten Mustern aus.

Kennst du eine lustige Anekdote über Biovision?

Der Töggelikasten wurde aus der Cafeteria in den Keller verbannt. Einige Biovisionär:innen wurden beim Spielen zu emotional und liessen das ganze Haus an ihren (Miss)Erfolgen teilhaben.

Gibt es einen Lieblingsort unter den Orten, die du bisher besucht hast?

Ich bin auf einem Bauernhof im Reusstal aufgewachsen. Dadurch habe ich von klein auf gelernt, wie viel Anstrengungen der Anbau von Bohnen beansprucht und wie viel Sorgfalt in einem Ei steckt. Auch habe ich hautnah miterlebt, wie schwierig es sein kann, allen Ansprüchen gerecht zu werden. So wird man als Landwirt:in von Wetter, Wirtschaft und Politik beeinflusst und ein Bauernhof verbindet Arbeitsplatz und Privatleben. Das kann echt herausfordernd sein. Aber auch unglaublich schön.

Wenn du nur noch ein Lebensmittel für den Rest deines Lebens essen könntest, welches wäre das?

Mit Kürbis kann man alles machen von Chutney bis zu Lasagne! Und Kürbissuppe kann es auch nicht zu viel geben. Und wenn es doch mal zu viel Kürbis hat, ist dieser eine halbe Ewigkeit haltbar oder man friert die Suppe ein oder macht eben Kürbis Chutney draus. Zudem ist es eines der wenigen Gemüse, das in meinem Garten überlebt und nicht von meinen Hühnern verpickt wird.

Was ist dein Lieblingsgericht?

Es geht nichts über eine Pizza aus dem Holzofen.

Barbara Schmid

Barbara Schmid, Projektleiterin für Veranstaltungen, verkörpert den Idealismus und die Entschlossenheit des Engagements von Biovision. Sie ist immer bereit, neue Herausforderungen anzunehmen und sich an die Entwicklungen unserer Zeit anzupassen, während sie weiterhin in verschiedenen Veranstaltungsformaten innoviert.

Meet the team

Wir feiern 25 Jahre Biovision und stellen Ihnen deshalb jeden Monat eines unserer Team-Mitglieder vor. Mit persönlichen Anekdoten, Einblicken zu ihrem Werdegang und woher seine Leidenschaft kommt, sich für unsere Vision stark zu machen. Dank Ihrer Unterstützung ist es Biovision möglich sich für eine Welt mit genügend und gesunder Nahrung für alle, produziert von gesunden Menschen in einer gesunden Umwelt, einzusetzen.

Das Biovision Team an der SEED 2022 in der Stadtgärtnerei Zürich.

Weitere Beiträge

Konsum

Superfood wächst auch bei uns

Superfoods sind besonders gesunde Lebensmittel. Dieser Anspruch allein genügt bei Biovision allerdings nicht, wie das Beispiel der Lupine beweist.
Konsum

Durch gute und schlechte Ernten

Der Bio‑Importeur Terra Verde feiert dieses Jahr sein 30‑jähriges Bestehen. Martin Schiller führt das Unternehmen mit dem Anspruch, ökologische und soziale Verantwortung zu verbinden. Und tritt dabei in die Fussstapfen einer Persönlichkeit, die auch für die Geschichte von Biovision prägend war.
Konsum

Erst das Ei, dann das Huhn

Wer Eier konsumiert, entscheidet sich für ein Tierprodukt. Die Weiterverwendung von Legehennen als Suppenhuhn zeigt, wie sich Ressourcen vollständig verwerten lassen. Und wie dadurch weniger Food Waste entsteht.
Landwirtschaft, Wissen

Wo Superfood wächst

Auf dem Grüthof im Zürcher Weinland gedeihen auch in diesem Jahr Lupinen. Die Aussaat des Superfoods stellt Beatrice Peter und Jorge Vásquez vor einige Herausforderungen.