Tomatenproduktion ohne Einsatz von Pestiziden

Weil Schädlinge sich immer wieder über die Tomatenfelder Kenias hermachten, setzten Bäuerinnen und Bauern in der Vergangenheit oft auf hochgiftige Insektizide. Biovision will zeigen, dass Pflanzenschutz auch nachhaltig und ohne schädliche Stoffe funktionieren kann.

Ausgangslage: Ein Schädling bedroht Kenias Tomatenfelder

2006 fand die Südamerikanische Tomatenmotte ihren Weg auf den afrikanischen Kontinent. Der Schädling führte auf den Tomatenfeldern in kürzester Zeit zu verheerenden Ernteausfällen und stellte so auch die Bäuerinnen und Bauern Kenias vor eine enorme Herausforderung. Um die Tomaten vor der Motte zu schützen, setzten viele Betriebe auf chemische, teilweise extrem starke Insektizide. Die Bekämpfung der Tomatenmotte und anderen Schädlingen mit chemischen Insektiziden hat jedoch negative Auswirkungen – auf Mensch, Tier und Boden.

Ziele: Pflanzenschutz funktioniert auch nachhaltig

Biovision will mit diesem Projekt die Erforschung und Anwendung nachhaltiger Ansätze der Schädlingskontrolle fördern. Im Fokus stehen das Aufstellen von Fallen, der Gebrauch von Biopestiziden, die Überwachung der Schädlingspopulation sowie der Einsatz der natürlichen Feinde von Tomatenschädlingen. Der Mix an Massnahmen soll zeigen, dass Pflanzenschutz auch nachhaltig funktioniert und dass eine pestizidfreie Produktion der regionalen Tomaten durchaus möglich ist. 

Dies soll nicht nur zu einem gesünderen Produkt führen, welches Konsumentinnen und Konsumenten bedenkenlos geniessen können. Es zielt auch auf die Gesundheit der Bäuerinnen und Bauern sowie auf lebendige, pestizidfreie Felder und Böden. 

Auf einen Blick

Projektname:

Tomatenproduktion ohne Einsatz von Pestiziden
Projektland:
Kenia
Partnerorganisationen:

Internationales Insektenforschungsinstitut icipe (Kenia)

Projektbudget in CHF:

841637
Teilnehmende:
Kleinbäuerinnen und -bauern
Konsumentinnen und Konsumenten
Projektbetreuung:
Projektphase:
2023-2025
In diesem Projekt stehen folgende Nachhaltigkeitsziele der UNO Agenda 2030 im Fokus:

Dieses Projekt wird von der Deza unterstützt.

Region
Themen
Ein Forscher am icipe Nairobi untersucht eine von Tuta absoluta befallene Tomatenpflanze.
«In meinem Doktorat, das Biovision unterstützt, untersuche ich Methoden der biologischen Schädlingsbekämpfung für Afrikas Tomatenproduktion.»
Pascal Osa Aigbedion-Atalor, Doktorand am icipe, Kenia

Bisherige Wirkung: Nachhaltige Massnahmen funktionieren

In einer ersten Projektphase wurde die pestizidfreie Schädlingsbekämpfung auf den Tomatenfeldern erforscht, erprobt und umgesetzt. Zusammen mit unseren Projektpartnern haben wir herausgefunden, dass die eingesetzten, nachhaltigen Massnahmen sehr gut funktionieren, um die Tomatenmotte in Schach zu halten. Hierfür setzte man unter anderen auf Pheromonfallen sowie auf den Einsatz von Schlupfwespen, einem natürlichen Feind der Motte.

Zahlen und Fakten zum Projekt

Über
Bäuerinnen und Bauern haben den integrierten ökologischen Anbau eingeführt
Über
Haushalte konnten ihr Einkommen verbessern

Weiteres Vorgehen: Sensibilisieren von Bäuerinnen und Konsumenten

Nun gilt es, die Massnahmen weiter auszubauen. Mehr und mehr Bäuerinnen und Bauern sollen jene Komponenten der Schädlingsbekämpfung anwenden, welche funktionieren und eine echte, erschwingliche Alternative zu giftigen Pestiziden bieten.  

Dabei soll auf lange Sicht auch das Bewusstsein für eine nachhaltige Landwirtschaft gestärkt werden. Biovision will nicht nur Bäuerinnen und Bauern, sondern auch Konsumentinnen und Konsumenten verstärkt für gesunde, pestizidfreie Lebensmittel sensibilisieren. 

Besonders spannend für das weitere Vorgehen: Es sind nicht nur Mikrobiologinnen und Mikrobiologen im Einsatz, die den Erfolg der Massnahmen auf den Tomatenfeldern kontrollieren. Auch Sozialwissenschaftler:innen evaluieren das Projekt und prüfen, ob und wie stark die Bauernfamilien und die Konsumierenden für eine nachhaltige Landwirtschaft sensibilisiert werden. 

 

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