Einige bekannte Schweizer Unternehmen wie Rolex oder Victorinox sind so organisiert, dass sie nicht Gefahr laufen, von Investoren auf Maximalrendite getrimmt zu werden. Stattdessen sollen Stiftungsstrukturen ihre Unabhängigkeit sichern und verhindern, dass kurzfristige Renditeziele oder Übernahmen durch andere Firmen den Kurs des Unternehmens bestimmen.
Rootical, eine Partnerorganisation von Biovision, die agrarökologische Start-ups in Uganda und Tansania unterstützt, verfolgt einen ähnlichen Grundgedanken. Setzt ihn aber anders um. Rootical entwickelt Unternehmen, die den Übergang zu agrarökologischen Ernährungssystemen fördern. Damit diese Betriebe auch in Zukunft ihren ökologischen und sozialen Zielen treu bleiben, wird ihre Mission bereits in der Eigentumsstruktur verankert.
Hierfür verwendet Rootical das Modell des Steward Ownership. Anders als bei Rolex oder Victorinox schützt Steward Ownership bei Rootical vor allem die Mission und den agrarökologischen Grundgedanken. Läuft das Unternehmen Gefahr, diese aus den Augen zu verlieren, gibt es verschiedene Kontrollmechanismen. Eine sogenannte Golden Share verleiht eine Art Vetorecht und wird von einer unabhängigen Stiftung oder Organisation gehalten. Dadurch können etwa Entscheidungen blockiert werden, die dem festgelegten Unternehmenszweck widersprechen. So bleibt die Kontrolle bei den Menschen, die täglich an der Umsetzung der Unternehmensmission und den agrarökologischen Zielen arbeiten. Und nicht bei denjenigen, die das meiste Kapital eingebracht haben. Oder wie Rootical-Mitgründer und CEO Hannes Van Den Eeckhout sagt: «Das Kapital soll dem Unternehmen dienen. Und nicht das Unternehmen dem Kapital.»
Im Video erklärt er, warum Steward Ownership für den Aufbau eines regenerativen Ernährungssystems in Ostafrika eine Schlüsselrolle spielt, wie das Modell in der Praxis funktioniert und weshalb er überzeugt davon ist, dass es das perfekte Business-Modell für Agrarökologie ist.