Zum Feierabend ein PIWI statt ein gespritzter Weisser?

Von

Anna Schöpfer, Biovision

Bei der Wahl des Weins lohnt es sich, die Nachhaltigkeit einzubeziehen. Denn beim konventionellen Rebbau werden grosse Mengen an Pestiziden eingesetzt.

Gespritzter Weisser? Kaum jemand wird dabei an Pestizide denken. Doch im Weinbau werden hierzulande neben dem Obstbau, pro Fläche gerechnet, deutlich am meisten Fungizide, Herbizide und Pestizide eingesetzt. Die grossen Mengen an chemisch-­synthetischen Pestiziden und Düngemitteln kommen durch das Regenwasser in den Boden und reichern sich dort an. Auch im Wein sind die Pestizide nachweisbar, die Auswirkungen auf den Menschen sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht. Untersuchungen der Eawag, des Wasserforschungsinstituts der ETH, zeigen aber, dass unter anderem die sensiblen Wasserorganismen unter der Pestizidbelastung leiden.

PIWI-Sorten sind nachhaltiger

Besonders nachhaltig sind pilzwiderstandsfähige Traubensorten (PIWI), die kaum oder gar nicht gespritzt werden müssen – beim Bio­anbau ist immer noch das Versprühen einer geringen Menge Kupfer erlaubt. Noch vor ein paar Jahren wegen ihres ungewohnten Geschmacks verpönt, gelten diese heute auch bei Weinkenner:innen als echte Alternative zu Beaujolais, Dôle und Co.

Auch zeigen innovative Weingüter in der Schweiz, dass das Genussmittel nachhaltig produziert werden kann, wie beispielsweise der Biovision-Leuchtturm «Weingut Lenz».

Zahlen und Fakten über Wein

In der Schweiz werden rund
0
Rebsorten angebaut.
In der Schweiz werden auf
0
Prozent der Weinanbaufläche PIWI-Sorten angebaut.
Schweizer:innen trinken im Schnitt
0
Liter Wein im Jahr.

Vergleich Bio-PIWI- und konventioneller Weisswein aus der Schweiz

Bio-Wein wird ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger hergestellt. Insbesondere die Düngerproduktion ist CO2-intensiv in der Herstellung wie in der Anwendung, die synthetischen Pestizide belasten Böden und Grundwasser. Ein weiterer Vorteil von Bio-Wein ist die vorgeschriebene aktive Förderung der Biodiversität, z. B. durch Blühstreifen zwischen den Reben. Auch im Bio-Anbau wird aber noch immer Kupfer gegen den falschen und den echten Mehltau eingesetzt, jedoch in geringen Mengen, Tendenz abnehmend.

Clever Spider: PiWi-Wein gegenüber konventionellem Wein
Genuss-Tipp von Anna

 «Mein Lieblingswein: der Naturaplan Nussbaumer, ein Ostschweizer Bio-Wein aus pilzresistenten Rebsorten. Dieser Cuvée Barrique ist unter anderem bei Coop erhältlich. Aber auch die Bio-Weine von Roland Lenz in Iselisberg sind preisgekrönt und zu empfehlen. Mein Motto beim Weintrinken: im Zweifelsfall ein Gläschen weniger, dafür bewusst geniessen!»

Anna Schöpfer, ehemalige Programmverantwortliche Nachhaltiger Konsum

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