Futter für die Bienen, Futter für dich

Von

Foto & Text von Umweltingenieurin Claudia Späti: @nyala_c

Im Moment blühen wunderbare Blumenwiesen. Nicht wenige dieser Blumen sind wertvolles Futter für die bedrohten Bienenarten, sondern sie können auch von uns Menschen gegessen werden. Durch ihre prächtigen Farben eignen sie sich gut als Dekoration auf dem Sommersalat. Wir stellen dir hier laufend neue Arten zum entdecken vor.

Gewöhnlicher Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Der Gewöhnliche Löwenzahn gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Er ist der bekannteste Vertreter der Gattung Löwenzahn (Taraxacum). Die Pfahlwurzel des Löwenzahns wächst bis zu zwei Meter tief in den Boden und enthält wie alle Teile der Pflanze einen weissen Milchsaft. Die langen Blätter sind gezahnt. Auf jedem, bis zu 60 cm langen, hohlen Stängel wächst eine Scheinblüte, die aus vielen einzelnen, gelben Blüten besteht. Zusammen bilden die Blüten ein Körbchen von etwa drei bis fünf Zentimeter Durchmesser. Nach dem Verblühen werden die Früchte mit Flugschirm durch den Wind ausgebreitet; daher der Name Pusteblume. In Schweizerdeutsch wird die Pflanze unter anderem auch „Chrottepösche“ und „Söiblueme“ genannt. Die Hauptblütezeit ist von April bis Mai.

Die Blüten liefern den Wildbienen, aber auch anderen Insekten eine Fülle an Pollen und Nektar. Die Hauptwirkstoffe des Löwenzahns sind Bitterstoffe. Weiter hat die Pflanze einen relativ hohen Kaliumgehalt. Die Wurzel enthält fünfmal so viel Eiweiss, achtmal so viel Vitamin C und doppelt so viel Kalium, Phosphor und Magnesium wie Kopfsalat. Alle Pflanzenteile bis auf die Blüten schmecken bitterlich wie Chicorée. Die Blüten sind süss und schmecken nach Honig. Aus diesen lässt sich ein wohlschmeckender Sirup machen. Die Blütenknospen eignen sich gebraten als Gemüse oder eingelegt in Essig als Kapern. Abgezupft sind die gelben Blütenspitzen eine schöne essbare Dekoration. Die jungen, nur leicht bitter schmeckenden Blätter können als Salat verarbeitet werden. Sind die Blätter schon älter, können sie, wie auch die Blütenstängel, fein geschnitten für eine Stunde im kalten Wasser eingeweicht werden. Sie verlieren dabei an Bitterkeit und sind danach ebenfalls als Salat oder Gemüse geeignet. Klein gehackt eignen sich die Blätter als Würze. Die Wurzel kann von September bis März ebenfalls als Salat verarbeitet oder gekocht werden. Getrocknet und geröstet sind sie ein beliebter Kaffeeersatz.

Die ganze Serie findest du auch auf Instagram!

Weitere Beiträge

Landwirtschaft, Politik, Wissen

Eine Kultur, die sich weiterentwickelt

Noch vor Kurzem drohte ihnen die eigene Kultur und Spiritualität abhandenzukommen. Doch dann begannen die Bagungu in Uganda, ihre Traditionen neu zu beleben. Biovision unterstützt sie dabei. Eine besondere Rolle spielen dabei drei Karten.
Über uns

Symposium 2025: Der Weg vom Feld ins Quartier

Wie schaffen wir Ernährungssysteme, die Menschen verbinden? Beim Biovision-Symposium 2025 trafen Perspektiven aus Kenia und der Schweiz aufeinander. Im Zentrum standen Ernährungssysteme, die Stadt und Land, Gesundheit und Umwelt verbinden.
Landwirtschaft, Über uns

Warum wir unser Ernährungssystem neu denken müssen

Biovision-Stiftungsratspräsident Hans Rudolf Herren erklärt in seinem Vortrag bei den Nobel Talks, warum Agrarökologie der zentrale Hebel für ein gerechtes, zukunftsfähiges Ernährungssystem ist und was jetzt politisch und gesellschaftlich passieren muss.
Konsum

Tomaten: Entdecke die verborgene Vielfalt  

Mit rund 10‘000 Sorten weltweit ist die Tomatenauswahl beeindruckend – die Tomate begeistert, wirft Fragen auf und überrascht.