Biovision packt im Weinberg an

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Lothar Lechner, Biovision. Bilder und Video: Kim Culetto, Stadtbrüder. Videokonzept: Margarete Sotier.

Am 29. Juni hatten die Biovisionär:innen einen besonderen Betriebsausflug in den malerischen Rebbergen des Weinguts Frauenkopf in Twann am Bielersee. Und tauschten Schreibtisch und Headset gegen Rebschere und Harke.

Per Zug und Schiff erreichten wir voller Vorfreude – und mit ein klein wenig Respekt vor den anstehenden Aufgaben – das wunderschön gelegene Twann am Bielersee, genauer gesagt das Weingut Frauenkopf. Nach einer herzlichen Begrüssung von Winzer Nick Bösiger und seiner Frau Rahel – einst selbst Mitarbeiterin von Biovision – gab es Kaffee und Gipfeli. Energie tanken war angesagt, schliesslich ging es kurz darauf in die Weinberge. Und das heisst in Twann in der Regel: steil nach oben.

Ausgerüstet mit Rebschere und Harke und begleitet vom Team des Weinguts durften wir selbst Hand anlegen. Neophyten – invasive Pflanzen – aufspüren, die jungen Reben von Unkraut oder die ersten Trauben von Blättern befreien, damit sie ordentlich Luft und Sonne bekommen. Genau jene Arbeiten also, die anstehen, damit im Herbst eine gute Ernte eingefahren wird. 

Biologische Landwirtschaft miterleben

Soviel vorweg: Die Arbeit war anstrengend und bald kullerten die ersten dicken Schweissperlen, waren die Hände dreckig von Erde und Gras, spürte man den eigenen Rücken oder die Beine im steilen Hang. Doch: Die Arbeit war auch wohltuend, eine willkommene Abwechslung, selbst Hand anzulegen, Schreibtisch gegen Rebschere zu tauschen und hautnah Natur und biologische Landwirtschaft miterleben zu dürfen.

Wo seit Jahrhunderten feinste Tropfen entstehen, durften wir lernen, wie die Arbeit auf einem biologischen Weingut funktioniert. Was sind die grössten Herausforderungen? Wie wappnet man sich nachhaltig und im Zusammenspiel mit der Natur gegen Wind, Wetter oder Störenfriede aus dem Pilz- und Insektenreich? Mit viel Erfahrung und Expertise zeigten uns die Mitarbeitenden vom Weingut Frauenkopf, auf was es ankommt.

Eindrücke vom Team-Ausflug in den Bio-Weinbau

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Gegen Mittag waren dann nicht wenige trotzdem froh, als Winzer Nick zum gemeinsamen Mittagessen rief. Auf die über 50 Mitarbeitenden von Biovision wartete ein buntes und frisches Buffett. Eine willkommene Stärkung nach der Arbeit auf dem Feld.

Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen

Und dann kam, was bei einem Besuch auf einem Weingut einfach nicht fehlen darf: die Degustation der hauseigenen Weine. Von Weiss- über Rosé bis zum Rotwein durften wir schauen, schnuppern und schmecken. Ein wenig Himbeere hier, ein bisschen Zitrusfrucht da, einer fruchtig, einer wieder trocken. Dazu erklärten uns die Mitarbeitenden, was genau ihre Weine ausmacht, wie das eigentlich so abläuft mit der Gärung und an welchen klitzekleinen Stellschrauben man drehen muss, damit ein Ende ein feiner Wein in der Flasche, im Glas und schlussendlich im Mund landet.

Ein letztes Highlight

Nachdem wir uns in kühlen Kellern, zwischen grossen Stahltanks und duftenden Holzfässern durch das Sortiment degustiert hatten, war der Moment des Aufbruchs gekommen. Wir bedankten uns für die herzliche Gastfreundschaft bei Familie Bösiger und dem gesamten Frauenkopf-Team und stiegen auf das Schiff, welches uns nach Biel brachte. Begleitet von einer angenehme Bise, den letzten kräftigen Sonnenstrahlen des Tages und einer atemberaubenden Aussicht auf die St. Peterinsel, den Bielersee und die grünen Weinreben in seinem Rücken.

Gemeinsam gönnten wir uns dann noch eine erholsame Erfrischung bei einem Bad im Bielersee, bevor wir dann – geschafft, aber zufrieden – die Heimreise antraten. Hinter uns ein Tag voller gemeinsamer Arbeit und Genuss. Und dem befriedigenden Gefühl, mit Wegbegleiter:innen aktiv an einer nachhaltigen Zukunft mitarbeiten zu dürfen. Auf die eine oder andere Weise.

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