Vom Feld in die Supermarktregale

Von

Lothar J. Lechner Bazzanella, Bilder von Anold William

Biovision will zusammen mit engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern den Bio-Markt in Tansania aufbauen. Wir haben drei dieser Unternehmen besucht und erfahren, wie stark in diesem Land der der Bio-Sektor zu pulsieren beginnt.

Sophia Gundula hat in Daressalam das Unternehmen DailyLife gegründet und arbeitet heute mit Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus ganz Tansania zusammen. Im Sortiment von Sophia Gundula stehen dutzende Produkte – von Honig und Konfitüren über Nüsse und Trockenfrüchte bis hin zu Proteinriegeln und Müesli. «Unser Ziel ist es, immer mehr Bäuerinnen und Bauern für die ökologische Landwirtschaft zu gewinnen, damit immer Bio-Produkte es in die Supermarktregale schaffen», erzählt Sophia Gundula.

Sie ist eine von vielen Teilnehmenden am Programm von Biovision und unseren Partnern. Dessen Ziel: Mindestens 300 bio-zertifizierte Bäuerinnen und Bauern werden mit Unternehmen verlinkt, die infolgedessen verstärkt auf Bio-Produkte setzen.

Ausserdem werden im Rahmen des Projekts Inhaber:innen und Geschäftsleitende von 15 KMUs darin geschult, Businesspläne zu erstellen, Qualitätsstandards zu erhöhen, Marketingstrategien aufzubauen und diese auf Social Media umzusetzen. Vor allem letztere spielen bei der Vermarktung eine wichtige Rolle, erklärt Projektmanagerin Eliminata Marmetus. «Mit Posts auf Instagram und Facebook können die Verantwortlichen mit wenig Aufwand auf ihre Produkte aufmerksam machen.»

Mit Social Media arbeitet auch Saimon Majeni, Gründer von Salbena. Majeni vertreibt damit in ganz Tansania ökologischen Honig. Die Vorteile für nachhaltige Produkte sind in seinen Augen mannigfaltig: Vor allem die gesundheitlichen Benefits und die positiven Auswirkungen auf die Umwelt. «Ausserdem stehen Bio-Produkte für höhere Qualität, Reinheit und ein Engagement für ökologische Nachhaltigkeit.»

Die Produkte von Sophia Gundula oder Simon Majeni stehen letztlich zum Beispiel in Läden wie dem Organic Shop von Sustainable Agriculture Tanzania SAT zum Verkauf bereit. 2012 in Morogoro eröffnet, ist der SAT Organic Shop der erste Bio-Laden des Landes. Im Shop ist Akley Mbaye für Verkauf und Vertrieb verantwortlich. Und dafür, dass Bäuerinnen und Bauern aus der Umgebung einen lokalen Absatzmarkt erhalten. «Eine unserer grössten Herausforderungen ist das unregelmässige Angebot an Bio-Produkten im Vergleich zur schnell waachsenden Nachfrage,», erzählt er.

Es sind solche Projekte, die den Bio-Markt des Landes stärken sollen. Sie sichern nicht nur den Bauerngemeinschaften, welche nach biologischen Richtlinien arbeiten, eine sichere Einnahmequelle. Auf lange Sicht sorgen sie für eine nachhaltige Zukunft für Tansanias Ernährungssysteme und für mehr Gesundheit von Menschen und Umwelt im ganzen Land.

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