Push-Pull: Schädlinge bekämpfen und gleichzeitig Ernährung verbessern

Mit Push-Pull gehen Kleinbäuerinnen und -bauern in Kenia und Tansania nicht nur erfolgreich gegen Schädlinge vor – sie verbessern auch den Boden, schützen das Klima und steigern ihre Erträge. Gleichzeitig sorgt diese ökologische Anbaumethode für mehr Vielfalt auf den Feldern und Tellern.

Ausgangslage: Schädlinge bekämpfen und Boden stärken

Durch das Pflanzen von Desmodium zwischen den Mais- und Kohlreihen werden die Schädlinge vertrieben (Push), während Brachiaria, das um die Felder herum wächst, sie anzieht (Pull). Napiergras wird in aktuellen Systemen kaum mehr eingesetzt – heute wird Brachiaria bevorzugt.

Napiergras, Brachiaria und Desmodium sind gesundes Zusatzfutter für Vieh und helfen, Feuchtigkeit im Boden zu speichern – und sie helfen, die Bodenfruchtbarkeit zu steigern: Alle drei tragen dazu bei, mehr Kohlenstoff im Boden zu deponieren (etwa durch ihre grosse Wurzelmasse), sind aber auch nützlich für den Erhalt der Bodenstruktur und Lebewesen. Zusätzlich fixiert Desmodium atmosphärischen Stickstoff und pumpt diesen ins Erdreich, was sich positiv auf den Stickstoffhaushalt im Boden auswirkt (sehr wichtig für Mais und Hirse). 

Mit diesem innovativen Ansatz können Kleinbäuerinnen und -bauern Schädlinge bekämpfen, Trockenheit vermindern und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Art und Weise verbessern.

 

Ziele: Push-Pull - Wissenschaftlich belegt für gesunde Ernährung und mehr Sicherheit

  • Die Wirksamkeit der Push-Pull-Methode ist wissenschaftlich belegt.
  • Kleinbäuerinnen und -bauern wenden Push-Pull gezielt im Anbau von Mais, Kohl und weiteren Kulturen an.
  • Die Gesundheit der Projektbeteiligten verbessert sich dank ausgewogener Nahrung, Ernährungs- und Einkommenssicherheit. 
Auf einen Blick

Projektname:

Push-Pull: Vielfalt durch partizipative Forschung
Projektland:
Kenia
Tansania
Partnerorganisationen:

Internationales Insektenforschungsinstitut
icipe (Kenia)

Projektbudget in CHF:

184575
Teilnehmende:
Kleinbäuerinnen und -bauern
Projektbetreuung:
Projektphase:
2026 (Phase 3)
In diesem Projekt stehen folgende Nachhaltigkeitsziele der UNO Agenda 2030 im Fokus:

Dieses Projekt wird von der Deza unterstützt.

Region
Themen

Bisherige Wirkung: Erfolgreiche Ausbreitung und erweiterte Anwendung für mehr Erträge

Seit 2006 unterstützt Biovision Projekte zur Verbreitung von Push-Pull in Kenia. Später wurde der Ansatz auch in Tansania, Uganda und Äthiopien angewandt und seit 2016 auch in Malawi, Sambia, Simbabwe, Ruanda, Burundi und Burkina Faso.  

Während die Methode ursprünglich für den Anbau von Mais und Hirse entwickelt wurde, begann unser Projektpartner Icipe 2020 damit, auch Kohl (kale) in das Push-Pull-System mit Mais zu integrieren. Diese Versuche haben gezeigt, dass die Methode einen erheblichen Schutz vor mehreren bedeutenden Gemüseschädlingen bietet und so zu erhöhten Erträgen führt.

Zahlen und Fakten zum Projekt

Kleinbäuer:innen in Kenia und Tanzania erzielen höhere Erträge und Einkommen durch das erfolgreiche Anwenden von Push-Pull.
Kleinbauer:innen werden in Push-Pull Methoden geschult

Weiteres Vorgehen: Push-Pull verankern

In der neuen Phase wird das Push-Pull-System gezielt in Dorfgemeinschaften integriert. In Homabay, Kisumu und Kiambu sollen je 100 neue Kleinbäuerinnen und -bauern geschult werden. Sie lernen, die Push-Pull-Technologie an ihre lokalen Bedingungen anzupassen, etwa durch Kombination mit Gemüseanbau, Viehzucht oder Futterproduktion.

 

Ziel ist es, die Methode so zu verbreiten, dass sie auch ohne Projektunterstützung nachhaltig wirkt. Dafür werden Modellparzellen („Living Labs“) angelegt, Peer-to-Peer-Schulungen etabliert und neue Wege der Wissensvermittlung erprobt.

 

Ein besonderer Fokus liegt auf der Verfügbarkeit von Setzlingen: Das Projekt fördert lokale Saatgutbanken und unterstützt die Registrierung von Begleitpflanzen wie Desmodium. So sollen Landwirt:innen langfristig Zugang zu hochwertigem Pflanzmaterial erhalten. Auch die Vermarktung von Saatgut und Erzeugnissen wird gestärkt, etwa durch Partnerschaften mit lokalen Firmen.

 

Erfahren Sie mehr über die Anbaumethode im Video

 

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Sharon Nehrenheim

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Sharon Nehrenheim
Bereichsleiterin Kommunikation & Fundraising, Mitglied der Geschäftsleitung
+41 44 512 58 13

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