Pflanzenburger – So ökologisch ist der Fleischersatz

Von

Maggy Haab und Margarete Sotier, Biovision

Die Nachfrage an vegetarischen Burgern ist höher denn je. Wie schneiden die Pflanzenburger im direkten Vergleich zu herkömmlichen Burgern ab? Wir nehmen den Geschmackstest-Sieger unter die Lupe und verraten Fakten über Ethik und Ökologie.

Heute ernähren sich rund 6 % der Schweizer Bevölkerung gänzlich ohne Fleisch. Mehr als ein Viertel der Schweizer und Schweizer:innen und verzichten mehrmals im Monat auf tierische Lebensmittel und gehören somit zu den «Flexitarier:innen» (flexitarisch = überwiegend vegetarisch, aber auch gelegentlich Fleisch, Wurstwaren, Fisch). Egal ob Fleischliebhaber oder Vegetarier, alle gehören zur anvisierten Zielgruppe der Pflanzenburger-Hersteller. 2019 hat die Markteinführung des «Beyond Burger» einen Boom ausgelöst, dem die Grossisten gefolgt sind: In der Schweiz finden wir aktuell eine Auswahl von dutzenden verschiedenen Burger-Pattys auf Pflanzenbasis.

Burger im Vergleich

Aber wie schneidet ein solches Produkt im direkten Vergleich mit einem konventionellen Burger aus Rindfleisch ab? Unsere Bewertung des «The Green Mountain Burger» zeigt ein positives Bild. Dieser in der Schweiz hergestellte Pflanzenburger punktet nicht nur mit seinem Geschmack und seiner Textur, die dem Rindfleisch in nichts nachstehen. Ein unschlagbarer Vorteil ist die ethische Komponente: Für diesen Burger müssen keine Tiere ihr Leben lassen.

Doch nicht nur in ethischer Hinsicht überzeugt der Pflanzenburger. Er ist auch ein Umweltsieger. Wie eine Studie der University of Michigan bestätigen, hat der Pflanzenburger im Hinblick auf den Verbrauch von Ressourcen die Nase vorn: Er verursacht über 90 % weniger Treibhausgase, benötigt 93 % weniger Landfläche und verbraucht 99 % weniger Wasser im Vergleich zum Rindfleisch-Burger. 

Zahlen und Fakten über Tierfutter

Jedes Jahr werden in der Schweiz
0 %
der Ackerfläche für den Anbau von Tierfutter verwendet.
Aktuell werden über
0 %
der Schweiz verwendeten Kraftfutters aus dem Ausland importiert.
Der Schweizer Pro-Kopf-Konsum von Fleisch beläuft sich auf
0 kg
pro Jahr. Das ist dreimal mehr als die vom BAG empfohlene Menge.

Pflanzenburger aus regionalen Bio-Rohstoffen

Die Schweizer Firma «The Green Mountain» produziert ihre Pflanzenburger in Landquart GR. Gemäss eigener Aussage verarbeiten sie wenn immer möglich Schweizer Rohstoffe aus Bio-Landwirtschaft. Ihre Burger sind jedoch nicht mit dem Bio-Label versehen, da der Herstellungsprozess der texturierten Pflanzenproteine nicht Knospe-zertifiziert ist. In der «Kassensturz»-Blinddegustation konnte der vegetarische Patty sogar die Bestnote abräumen. 

Ein Blick hinter den Fleischersatz

Trotz der umweltfreundlichen Vorteile, die Pflanzenburger bieten, sollte man bei der Burger-Auswahl auch gesundheitliche Aspekte beachten. Wie der K-Tipp in einer Studie aus dem Jahr 2022 herausstellt, können nicht alle pflanzlichen Burger auch ernährungsphysiologisch überzeugen. Einige der Test-Burger sind überraschend fettreich und enthalten weniger Eiweiß als erwartet. Zum Beispiel weist der „Beyond Meat“-Burger von Coop fast so viel Fett auf wie eine traditionelle Bratwurst. Als Verbraucher sollten wir nicht nur auf die Herkunft unserer Lebensmittel achten, sondern auch auf ihre Qualität. Es zeigt sich wieder einmal: Ein kritischer Blick auf die Zutatenliste lohnt sich immer.

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