23. Mai 2018 - Biovision Frühlings-Event 2018

Es gibt keinen Plan(eten) B

Wenn alle Menschen auf unserem Planeten so leben wollten wie wir in der Schweiz, bräuchten wir drei Erden. Beim Konsum, der Produktion und im Klimaschutz schneiden wir punkto Nachhaltigkeit schlecht ab. Doch was ist zu tun? Das erfuhren die 350 Besucherinnen und Besucher am gestrigen Frühlings-Event der Stiftung Biovision in Basel.

Sibyl Anwander, Leiterin Ökonomie und Innovation beim BAFU, brachte es auf den Punkt: „Es ist nicht nur ein bisschen, das wir zu viel konsumieren sondern viel zu viel. … Rund drei Viertel der damit verbundenen Umweltbelastungen finden im Ausland statt.“ Unsere subjektive Wahrnehmung des positiven Bilds der Schweiz in Sachen Nachhaltigkeit täuscht also: Wir leisten uns unseren hohen Lebensstandard auf Kosten anderer. Brasilien (z.B. Sojaimporte als Tierfutter) und Indien (Baumwolle) sind davon besonders betroffen. Um diese Entwicklung aufzuhalten muss sich unser Konsumverhalten massiv ändern.

Umstellung des gesamten Ernährungssystems

Auch Adrian Müller vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, plädierte für einen Konsumwandel. Nur wenn wir den Anteil tierischer Produkte in unserer Ernährung massiv reduzieren, ist eine nachhaltige und ausreichende Nahrungsmittelproduktion für alle in Zukunft möglich. Müller stellte in seinem Vortrag die Kernaussagen der vom FiBL Ende 2017 im renommierten Magazin „Nature Communications“ publizierte Studie vor. (Video: https://www.youtube.com/watch?v=z4daLqmureU)

„Wer soll beginnen, wenn ich nicht selbst beginne“

Anna Stünzi, Mitglied des Leadership Council von SDSN Schweiz betonte: „Im Alltag hat man die Wahl: Beim Einkauf, bei der Verpackung oder auch beim Gang an die Urne.“ Stünzi engagiert sich auch mit SDSN Schweiz, das Biovision zusammen mit dem Center for development and environment (CDE) der Universität Bern leitet, für die Entwicklung neuer und innovativer Lösungen für eine raschere wirkliche nachhaltige Entwicklung der Schweiz.

Was ist nachhaltiger: Schoggistängeli oder Tafelschokolade?

In einem Quiz-Duell war am Schluss des Anlasses das Publikum gefordert. Es erhielt zwei Produkte zur Auswahl und musste sich entscheiden, welches punkto Nachhaltigkeit besser abschneidet. Bei der Tafelschokolade lagen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestern Abend richtig. Im Gegensatz zu der Tafelschokolade ist in vielen Schoggistängeli Palmöl enthalten, das die Umwelt stärker belastet. Von Sabine Lerch, Biovision Projektleiterin für nachhaltigen Konsum, erhielt das Publikum fünf einfache Einkaufstipps mit auf den Heimweg für mehr Nachhaltigkeit im Alltag:

1. Weniger ist mehr! Kaufe nur, was du brauchst
2. Esse regelmässig vegetarisch
3. Kaufe saisonal und regional ein
4. Wähle Produkte mit nachhaltigen Labeln
5. Meide Produkte mit Palmöl