Das Klima zwingt die Massai zum Wandel

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Auch für die traditionsbewussten Massai sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar. Ihr Vieh verendet, weil immer weniger Futter verfügbar ist. Die Biovision Partnerorganisation SAT zeigte den Massai Alternativen auf.

Shakaile Korea lehnt lässig an einem Holzzaun. Soeben hat der 25-jährige Massai, zusammen mit anderen Viehhirten seiner Gemeinschaft, die Rinderherde zusammengetrieben. Die Frauen beginnen mit dem Melken. Für die Männer, die den ganzen Tag mit dem Vieh auf dem Feld waren, fängt der Feierabend an. Im Leben der Massai spielt die Tradition eine grosse Rolle. Shakaile trägt den Kopfschmuck der Moran, der Massai-Krieger. Diesen Status erreichen die jungen Massai-Männer nach einem einmonatigen Initiationsritus im Busch, von dem Shakaile und seine Altersgenossen erst vor ein paar Tagen zurückgekehrt sind. Jetzt kümmern sie sich wieder um das Vieh, die Lebensgrundlage der Massai: Sie essen nicht nur das Fleisch der Kälber und Rinder, sie trinken auch deren Blut, pur oder mit Milch vermischt.

Eine Gruppe traditionell gekleideter Frauen und Kinder in Tanzania.
Die Massai Volksgruppe aus Ostafrika.

Allerdings wird es für die Massai immer schwieriger, Futter für das Vieh zu finden, denn durch den Klimawandel werden die Dürreperioden immer länger. «Während der letzten Trockenzeit starben Dutzende Tiere dieser Gemeinschaft», sagt Janet Maro, Mitgründerin und Direktorin von SAT (Sustainable Agriculture Tanzania), einer Partnerorganisation von Biovision. «Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, sich zu ernähren, kamen die Massai zu uns. Wir zeigten ihnen, wie man Nutzpflanzen züchtet.»

Nun haben die Massai in der Gegend um Morogoro in Tansania nicht nur eine wertvolle Ergänzung zu ihrem Speiseplan – es konnte auch ein lange schwelender Konflikt beendet werden: Damit ihre Kühe während der langen Trockenperioden nicht verhungern, trieben die Massai sie nämlich in die Maisfelder der benachbarten Bauern. Diese wehrten sich verständlicherweise. «Seit die Massai wissen, wie viel Arbeit es braucht, um Nutzpflanzen aufzuziehen, halten sie ihre Tiere von den Feldern der Bauern fern», sagt Janet Maro. «Der Klimawandel hat das Leben der Massai in vielerlei Hinsicht verändert. Das war kein einfacher Schritt für sie, aber sie haben ihn gemacht.»

Der Schweizer Fotojournalist Patrick Rohr besuchte letztes Jahr einige Biovision Projekte, darunter das Ausbildungszentrum der Partnerorganisation SAT (Sustainable Agriculture Tanzania). SAT vermittelt Bauern und Viehhirten Methoden zur Steigerung ihrer Ernteerträge, zu verbesserter Viehhaltung und zum Schutz der natürlichen Ressourcen. Seine Reiseerlebnisse hielt Patrick Rohr in Bild und Text im Biovision-Kalender 2019 fest.

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