Sounding Soil – der Boden tönt

Kann man das Gras tatsächlich wachsen hören? Was erzählen sich der Regenwurm und der Steinkriecher, wenn sie sich unter dem Rüeblifeld treffen? Wie unterschiedlich tönen ein Bio-Boden und ein konventionell bewirtschafteter Gemüseacker? Die Antwort erhalten Sie mit der Installation "Sounding Soil". Am Agrikulturtag am 20. Oktober2018 im Zentrum Paul Klee in Bern wurde "Sounding Soil" der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausstellung gastierte bis Ende November in Bern und war danach an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK zu erfahren. Ab Mai 2019 ist die Installation wieder unterwegs. Mit dem Projekt "Sounding Soil" lanciert Biovision eine Sensibilisierungskampagne für besseren Schutz unserer Böden

 

Der Sound-Künstler, Forscher und Komponist Marcus Maeder macht in seiner Installation Sounding Soil, die aus einem wissenschaftlichen Projekt hervorgegangen ist, die Geräusche von Bodenlebewesen erlebbar. Biovision unterstützt das Projekt, weil wir über die Bodentöne eine breite Bevölkerung für das Thema "Boden" sensibilisieren möchten. Andere Umweltfaktoren wie Luft- und Wasserverschmutzung, Klimaerwärmung etc. sind den meisten Menschen bekannt. Der Wert und die Bedeutung des Bodens für unsere Umwelt, die Natur und die Menschen sind aber noch zu wenig im Bewusstsein. Gesunder Boden ist aber zum Beispiel als Grundlage für die Ernährung und Artenvielfalt entscheidend. Mit Sounding Soil möchten wir dazu beitragen, dem Boden mehr Sorge zu tragen, denn dieser ist für nachhaltige Ernährungssysteme unerlässlich.

Vom 20. Oktober bis zum 25. November 2018 wurde die Installation im Zentrum Paul Klee Bern zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Von Dezember bis Mitte März gastierte sie an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK. Ab Mai 2019 ist die Installation wieder unterwegs. Die begehbare Installation, untergebracht in einem Schiffscontainer mit einer 3D-Surround-Lautsprecheranlage vermittelt das Gefühl, sich im Boden zwischen Wurzeln und Tieren zu befinden. Die BesucherInnen wählen via Touchscreen verschiedene Bodenaufnahmen und erhalten die entsprechenden Hintergrundinformationen.

Citizen Science – Machen auch Sie mit

Ab Ende Mai 2019 beteiligt sich die Öffentlichkeit an der wissenschaftlichen und künstlerischen Erkundung von Böden: Interessierte und neugierige Personen nehmen mit Leih-Geräten selber Bodengeräusche auf. Diese Aufnahmen werden in die Kunstinstallation und in eine Soundmap der Schweizer Böden integriert. Im Verlauf des Projekts entsteht so eine umfangreiche Sammlung von tönenden Böden.

Sie sind interessiert? Dann schreiben Sie uns eine Mail mit Ihrer Postadresse: info@soundingsoil.ch

Spannend dabei ist, dass so viele unterschiedliche Böden akustisch untersucht und verglichen werden können. Zum Beispiel Schrebergärten, Blumenwiesen, Weiden, Äcker, Rebberge, Obstgärten, Permakulturböden, Komposthaufen, Golfrasen und Wälder. Dabei werden verschiedene Anbauformen wie Demeter, Bio, IP-Suisse oder konventionell berücksichtigt.

Sensibilisierung für einen gesunden Boden

Mit Sounding Soil machen wir die Schweizer Bevölkerung, Gartenfreunde, Schulklassen, Politikerinnen und Landwirte darauf aufmerksam, wie wichtig gesunder und artenreicher Boden für eine nachhaltige Zukunft ist.