Waldschule in Mpigi

Gesundheitsversorgung, ökologische Landwirtschaft und Waldschutz in Uganda

Projekt

Im Mpigi Distrikt in Uganda setzt sich unser Projektpartner PROMETRA Uganda seit 2012 mit der "Buyijja Forest School" für die Gesundheitsversorgung der ländlichen Bevölkerung und für die Walderhaltung ein.

Das vorliegende Projekt fördert ein verbessertes Einkommen der lokalen Gemeinschaft, insbesondere der Jugend, durch nachhaltige und umweltfreundliche Innovationen im ökologischen Landbau. Weiter fördert es die Erhaltung der Biodiversität durch umweltfreundliche innovative Lösungen.

An wöchentlichen Kursen lernen die angehenden Naturheilerinnen und -heiler in der Waldschule, die häufigsten Krankheiten zu erkennen und diese mit Pflanzenmedizin zu behandeln. Parallel dazu werden sie für die Bedeutung und den Schutz der Wälder sensibilisiert, wo die Heilpflanzen herkommen. In dieser neuen Projektphase 2018-2020 liegt der Schwerpunkt zusätzlich auf Jugendlichen, die die Schule abgebrochen haben, sowie auf Häftlingen in den Regierungsgefängnissen. Der Betrieb der Waldschule und des Gesundheitszentrums, die Bibliothek und die Schulungen für ökologischen Landbau werden wie in den vergangenen Projektphasen weitergeführt.

Aktuelle News zum Projekt:  » Seifenproduktion    » Hier helfen sich alle

  • Im Demonstrationsgarten der Buyijja Waldschule werden Bäuerinnen und Bauern in ökologischen Anbaumethoden für Gemüse und Heilpflanzen ausgebildet.
  • In der Grundausbildung lernen die Heilerinnen und Heiler die heimischen Pflanzen und ihre heilende Wirkung kennen.
  • Das Richten von Knochen und Gelenken steht auf dem Stundenplan der Waldschule.

Relevanz

Der Mpigi Distrikt in Uganda ist ein wichtiges Wald- und Wassereinzugsgebiet. Die Gemeinschaften in diesem Gebiet sind von den Waldressourcen abhängig. In den letzten Jahren haben die Abholzung und das Holzsammeln in den Wäldern stark zugenommen und zur Zerstörung des Waldes und seiner Artenvielfalt beigetragen. Ausserdem ist die medizinische Versorgung in den ländlichen Gebieten Ugandas unzureichend. Moderne Gesundheitszentren sind kaum vorhanden bzw. unerschwinglich für die rurale Bevölkerung. Die Ärztedichte liegt bei nur einem Arzt auf 20‘000 Personen (Schweiz: 1 Arzt auf 250 Einwohner). Darum ist der Einsatz traditioneller Heiler und Heilerinnen in Uganda wichtig für die Basisgesundheitsversorgung auf dem Land. Als respektierte Mitglieder der Gemeinschaft sind sie auch gute Botschafter für einen schonenden Umgang mit der Natur. Ein schonender Umgang mit den bedrohten Wäldern kann am ehesten erreicht werden, wenn sich die Menschen des Wertes ihrer Wälder als Wasserspeicher, als Klimaregulatoren und als Hort der Medizinalpflanzen bewusst sind. Deshalb wurde 2012 in Mpigi eine Waldschule gegründet, welche sich diesen Themen annimmt.

Begünstigte

Die Direktbegünstigten werden von den Kenntnissen und Fähigkeiten der Waldschule wie folgt profitieren:

70 traditionelle Heilerinnen und Heiler werden in der Waldschule weitergebildet. 60 Jugendliche, die die Grundschule abgebrochen haben, erhalten Schulungen in traditioneller Medizin, Wissen über ökologischen Landbau, und werden in Einkommensgenerierung in Kombination mit Umweltschutz ausgebildet. Ausserdem tauschen sie sich mit den Älteren aus und lernen von ihnen. 60 Gefangene in staatlichen Einrichtungen erhalten Wissen und Fähigkeiten in traditionellen Heilmethoden, ökologischen Anbaumethoden und Umweltschutz. Die ökologisch angebauten Produkte werden im Gefängnis verzehrt. 200 Mitglieder von Jugendvereinen an Schulen werden ebenfalls die vermittelten Informationen und Kenntnisse nutzen, während die Schulen von Setzlingen aus den Demonstrationsgärten für die Verpflegung der Kinder profitieren werden.

Zu den bestehenden 280 Gemeinschaftsmitgliedern und 70 traditionellen Heilern kommen in dieser Phase 320 neue Begünstigte hinzu: die oben erwähnten 60 in der Waldschule eingeschriebenen Jugendlichen, die 200 Jugendlichen aus schulischen Jugendvereinen und 60 Häftlinge. Insgesamt zählen wir 670 Direktbegünstigte.

Ziele laufender Projektphase

  • Stärkung des Wissens in der Verwendung und Erhaltung einheimischer Medizinalpflanzen sowie des ökologischen Landbaus durch Aus- und Weiterbildung von Heilerinnen und Heilern
  • Im Rahmen des Projekts werden 60 Jugendliche, die die Schule abgebrochen haben, in die Waldschule aufgenommen. Sie erhalten Schulungen in ökologischem Landbau und Umweltschutz und lernen eigene biologische Pestizide und Düngemittel herzustellen.
  • Die Kapazitäten unseres Projektpartners PROMETRA werden in den Bereichen Verwaltungsstruktur, Projektleitung, Lobbying, Anwaltschaft, Networking, Monitoring und Evaluation gestärkt.

Bisher Erreichtes

Waldschule wurde 2012 gegründet und hat bisher 250 Heilerinnen und Heiler ausgebildet. Ihr Betrieb sowie die kostenlose Klinik und die Bibliothek, welche im Vorgängerprojekt aufgebaut wurden und rege genutzt werden, fungieren in Mpigi als Epizentrum für die Mobilisierung der Bevölkerung. Das Projekt fördert die Interaktion und den Wissensaustausch zwischen der Gemeinschaft, Studenten und Forschern über die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen, einheimisches Gemüse und Heilpflanzenarten sowie die Erhaltung der Umwelt. In früheren Projektphasen wurden diese Strukturen aufgebaut und werden jetzt weiter gefestigt und unterhalten.

Nachhaltigkeit

Im Jahr 2020 sieht PROMETRA Uganda eine von natürlichen Ressourcen lebende Gemeinschaft mit ausgebildeten traditionellen Heilern vor, die ihr erworbenes Wissen in ökologischer Landwirtschaft nutzen, um Nahrungs- und Heilpflanzen anzubauen und so die Umwelt zu schützen, das Familieneinkommen zu steigern und die Ernährungssicherheit zu fördern. Die hergestellten Arzneimittel werden wiederum dazu verwendet, eine Behandlung in der Gemeinschaftsklinik anzubieten, oder an die Gemeinschaft und einen grösseren Markt verkauft, wodurch Ernährung, Gesundheit und Einkommen verbessert werden.

In den früheren Projektimplementierungsphasen hat PROMETRA ihre Beziehungen und die Zusammenarbeit mit den Ministerien und Abteilungen der Zentral- und Lokalregierungen für Gesundheit, Wasser, Landwirtschaft, Fischerei und Industrie gepflegt und gestärkt.