Marie-Luise Matthys

Programmverantwortliche, Entwicklungsprojekte

«Mich überzeugt, dass Biovision die in der Landwirtschaft tätigen Menschen als Expert:innen für ihr Ökosystem ernst nimmt. In der Projektentwicklung sind die Ideen und Erfahrungen der lokalen Institutionen massgebend. Die Kombination von wissenschaftlich generiertem und lokalem Wissen ist unschlagbar!»

Einen ganzen Tag lang Erbsen zählen? Auch diese Erfahrung aus ihrem Studium der ökologischen Landwirtschaft in Kassel-Witzenhausen möchte Marie-Luise nicht missen. Ihre wahre Leidenschaft jedoch gilt nicht der Erforschung von Hülsenfrüchten, sondern den Menschen, die kleinbäuerliche Landwirtschaft betreiben. In verschiedenen südasiatischen und ostafrikanischen Ländern forschte Marie-Luise zu lokalen Perspektiven: Was bedeutet «gute Ernährung» für Bäuerinnen und Bauern in Kenia? Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Arbeit von Tierhalter:innen in Äthiopien aus? Wie verändert die Kommerzialisierung der Landwirtschaft das ländliche Leben in Nepal und Ruanda? Um solche und ähnliche Fragen zu erforschen, bereiste Marie-Luise entlegene Gebiete ohne touristische Infrastruktur, lebte mehrere Monate lang im Zelt und teilte den Alltag der Menschen vor Ort. So fand sie nicht nur Antworten auf ihre Forschungsfragen, sondern lernte auch zahlreiche lokale Lieder, Redewendungen und Rezepte kennen – mit und ohne Erbsen.

Forschung begeistert Marie-Luise bis heute. Doch sie möchte nicht nur Wissen generieren, sondern auch ganz konkret an der nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen von Bäuerinnen und Bauern mitarbeiten. Bei Biovision betreut Marie-Luise Projekte zu lokalem Wissen und zur Wissensvermittlung über ökologische Landwirtschaft, einschliesslich der Anbaumethode Push-Pull. Dabei greift sie auch auf ihre Erkenntnisse aus dem Studium der Wissensphilosophie und dem NADEL Master of Advanced Studies in Entwicklung und Zusammenarbeit an der ETH zurück.  

Marie-Luise liebt lebendige Vielfalt: kulinarisch in Form von alten Gemüse- und Getreidesorten, musikalisch beim Interpretieren traditioneller Fiddle Tunes und sprachlich beim Erlernen einschlägiger Mundart, in Ostafrika sowie in der Schweiz. 

 

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