20 Jahre Biovision: Highlights

Das Schicksal in die eigenen Hände nehmen: Matilda A. Ouma, Biovision-Eco-Trainerin, erklärt die Push-Pull-Methode im Feld.

Nach der Gründung von Biovision im Juni 1998 vergingen fast zwei Jahre bis der Verein richtig aufgestellt war. Im Jahr 2000 wurde die Publikation „Good News aus Afrika“ in der Schweiz verbreitet und generierte viele Spenden. Im selben Jahr begann Biovision mit der Verbreitung des Wissens zur Push-Pull Methode in Kombination mit Vieh-Haltung und Milchproduktion im Suba Distrikt, Westkenia.

Highlight 2002: Umweltberater für Ostafrika

Neuer Ansatz der humanitären Hilfe

Die meisten Menschen in der sogenannten Dritten Welt sind Selbstversorger; das heisst, sie produzieren einen Grossteil ihrer Nahrung selbst. Darum arbeitet Biovision gezielt an der Verbreitung von nachhaltigen, kostengünstigen und umweltschonenden Methoden zur Bekämpfung von Schädlingen in den Feldern und Gärten dieser Kleinbauern. Für viele Probleme sind wissenschaftlich erprobte Lösungen vorhanden, doch es fehlt die breite Anwendung in der Praxis.

Mit dem Aufbau einer Koordinationsstelle für Umweltberater in Ostafrika schafft Biovision der Landbevölkerung Zugang zu diesem Wissen.

Die Wissenschaftler der Forschungs-institute wie z. B. des ICIPE (Internationales Insektenforschungsinstitut, Nairobi) haben kaum Zeit, das neue Wissen und die praxisorientierten Lösungen aufs Land zu tragen, wo tausende von interessierten Bauern darauf warten, die Methoden zu erlernen. Mit dem Projekt Umweltberater für Ostafrika“ will Biovision diese Lücke schliessen. In enger Zusammenarbeit mit Regierungsstellen, Forschungs-instituten und Entwicklungsorganisationen wird nun ein Zentrum für Umweltberatung am ICIPE aufgebaut. Nach Abschluss der Ausbildung werden die einheimischen, lokalen Umweltberater – sogenannte „Eco-Trainers“ – mit Informationsmaterial und Fahrzeugen ausgerüstet und koordiniert eingesetzt. Sie reisen bis in die abgelegenen Dörfer, organisieren Kurse und helfen den Bauern bei der Anwendung neuer Methoden. So erhalten die Menschen in Kenia und später in Äthiopien, Uganda und Tansania wirksame und nachhaltige Mittel, um ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und sich selber zu helfen. Erste Erfahrungen zeigen, dass diese auf Langfristigkeit ausgelegte humanitäre Hilfe sehr gut funktioniert.

Dr. Brigitte T. Nyambo

Biovision-Koordinatorin Ostafrika

Seit dem 1. Februar 2002 koordiniert Dr. Brigitte T. Nyambo die Biovision Projekte in Ostafrika. Sie ist Agronomin und promovierte Pflanzenökologin mit einer breiten Erfahrung in der Umsetzung umweltfreundlicher Methoden in verschiedenen Ländern Afrikas.

Brigitte Nyambo ist in Tansania aufgewachsen, hat in Dar-es-Salam und London studiert und engagiert sich seit über 20 Jahren in engem Kontakt zu Bauern, Frauengruppen, Ministerien, Hilfsorganisationen und Forschern für die Verbesserung der Gesundheits- und Ernährungssituation. «Wenn wir neue, nachhaltige Methoden zur Verbesserung der Lebensumstände für die Landbevölkerung in Afrika verbreiten wollen, müssen wir vor allem eines: Das Vertrauen der Menschen hier gewinnen», sagt Dr. Nyambo. «Wenn unsere Botschaft seriös ist und die Herzen der Menschen erreicht, besteht eine Chance, dass sich etwas ändert. Nicht heute, aber morgen».

«Die Verbreitung nachhaltiger und billiger Methoden, wie sie vom Schweizer Dr. Hans Rudolf Herren erforscht und gefördert werden, sind der erste Schritt zur Selbsthilfe und ebnen uns den Weg aus der Armut.»

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