Aussen süss, innen bitter

Von

Anna Schöpfer, Biovision; Bild: Pixabay

Wer nicht nur bei den Beschenkten Freude auslösen will, sollte bei Schoggi-Osterhasen auf Bio- und Fairtrade-Labels setzen.

Der Preisdruck im globalen Schokoladenmarkt ist hoch – entsprechend gibt es viele Probleme. Die Kakao-Bäuerinnen und -bauern erhalten in der Regel keine fairen Entschädigungen, in der Elfenbeinküste und in Ghana – wo mehr als 60 % des weltweit konsumierten Kakaos produziert werden – arbeiten gemäss Unicef über 1,6 Millionen Kinder auf den Plantagen, unter gefährlichen Arbeitsbedingungen und ohne Zugang zu schulischer Bildung.

Angebaut wird der Kakao in Monokulturen unter Einsatz von grossen Mengen von Kunstdünger und synthetischen Pestiziden, mit den bekannten Gefahren und Schäden für Mensch, Umwelt und Biodiversität.

Eine Lösung für die Probleme verspricht das Fairtrade-Label Max Havelaar. Das Label stand immer wieder in der Kritik, es gehe nicht weit genug. Es ist jedoch ein Verdienst der Stiftung, dass es auf den zertifizierten Plantagen keine ausbeuterische Kinderarbeit mehr gibt. Max Havelaar ist eines der strengsten und sichtbarsten Labels und deshalb in Kombination mit dem Bio-Label auch sehr zu empfehlen.

Goldhase Lindt & Sprüngli vs.
Bio-Fairtrade-Schokoladenhase von Coop

Die Kakaomasse für den Goldhasen wird zwar in der Schweiz hergestellt, für die Produktion der Hasen aber nach Deutschland transportiert. Woher die Inhaltstoffe stammen, ist nicht deklariert. Der Kakao für den Bio-Fairtrade-Hasen stammt aus Peru. Die Bäuerinnen und Bauern erhalten einen Mindestlohn und eine langfristige Abnahmegarantie. Beim Anbau wird auf Mischkultur gesetzt, neben den Kakaobäumen werden auch Bananen, Zitrusfrüchte und Avocados angebaut.

Netzdiagramm

Zahlen und Fakten über Schokolade

Weltweit sind es nur gerade
0
Prozent des Kakaos, die fair produziert werden.
Kakao-Produzierende erhalten rund
0
Prozent des Verkaufspreises.
Wir Schweizer:innen haben mit über
0
Kg den höchsten Schokoladenkonsum pro Jahr.

Konsum-Tipp von Anna

 «Meine Entdeckung im Claro-Laden: Das deutsch-ghanaische Unternehmen Fairafric produziert seine Schokolade im Herkunftsland des Kakaos. Somit bleibt die Wertschöpfung und der Gewinn im Land der wichtigsten Zutat selber – eine wirklich faire Schokolade.»
Anna Schöpfer, Programmverantwortliche Nachhaltiger Konsum bei Biovision

Jetzt spenden

Unterstützen Sie uns mit einer Spende in der Sensibilisierungsarbeit für nachhaltigen Konsum in der Schweiz. 

CHF
CHF
CHF
CHF Freibetrag

Weitere Beiträge

Konsum

Glace: Genuss ohne Gewissensbisse

Es ist wieder Glacezeit! Das Angebot an Sorten ist immens. Und vermeintlich sollen viele von ihnen nachhaltig sein. Also alles im Grünen?
Konsum

Friede, Freude, Osterkuchen?

Weizen ist ein wichtiges Grundnahrungsmittel und wird zu Ostern gerne als Symbol für Fruchtbarkeit und Erneuerung verwendet. Doch wie gesund Ihr Osterkuchen in diesem Jahr wird, hängt entscheidend davon, woher das Mehl fürs Backen kommt. Dem Weizenmehl gehen wir in diesem Artikel auf den Grund.
Konsum

CLEVER wirkt – Wie Biovision nachhaltigen Konsum in der Jugend verankert

Seit mehr als 12 Jahren führt «CLEVER – nachhaltig konsumieren» Kinder und Jugendliche spielerisch an die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz heran. Eine kürzlich durchgeführte Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) wirft nun Licht auf die Wirkung. Projektleiterin Laura Schmid über Ergebnisse und zukünftige Visionen.
Wissen

Die Schweizer Leuchttürme der Agrarökologie

Mit erfolgreichen Praxisbeispielen der Agrarökologie, den sogenannten «Leuchttürmen», zeigt Biovision die Zukunft unseres Ernährungssystems.