Bodenschutz im Blumentopf

Von

Anna Schöpfer, Biovision

Um beim Gärtnern den Boden nicht zu schädigen, gilt es, beim Erde-Kauf genau hinzuschauen: Konventionelle Erde enthält oft Torf, mineralischen Dünger und Phosphor.

Gartenerde, Anzuchterde, Kräutererde … Die Vielfalt an Sackerden in den Gartencentern ist gross. Was vielen gemeinsam ist: Sie enthalten Torf. Dies nicht ohne Grund, denn das organische Sediment kann Wasser, Luft und Nährstoffe wie ein Schwamm aufnehmen. Doch so gut Torf als Pflanzerde funktioniert, so schädlich ist dessen Gewinnung.

Für den Torfabbau müssen Moore trocken­gelegt werden – damit werden ökologisch wertvolle Ökosysteme zerstört und Biodiversität geht verloren. Dazu sind Moore gigantische CO2-­Speicher.

Der Abbau ist in der Schweiz zwar schon lange verboten, nicht aber der Import. Der Bund hat 2012 ein Torf­Ausstiegskonzept vorgelegt, das allerdings nur aus freiwilligen Massnahmen besteht. Ein Problem ist bis heute der Einsatz torfhaltiger Erde in der Pflanzenaufzucht geblieben. Der weitaus grösste Teil wird jedoch bei Sackerden eingesetzt und die meisten Detailhändler bieten heute Alternativen an – wir haben also die Wahl.

Zahlen und Fakten
  • Seit 1987 sind in der Schweiz die Moore geschützt und der Torfabbau ist verboten.
  • Jährlich werden in der Schweiz über 500 000 m3 Torf importiert, mehrheitlich aus der EU.
  • Die grösste Menge des Torfgebrauchs fällt beim Detailhandel an (Baumärkte, Gartencenter), aber auch im Garten­ und Gemüsebau.
  • 15 % der globalen Moorflächen sind bereits zerstört.
  • Moore enthalten 33 % des im Boden gespeicherten CO2.
«Für meine Tomatenstauden setze ich auf Bio-Erde und Wurmtee: Das Nebenprodukt des Wurmkomposts funktioniert wunderbar als natürlicher Flüssigdünger.»

Mineralischer Dünger in der Blumenerde

Die konventionelle Erde von Hornbach enthält im Gegensatz zur Bio-Erde von der Migros nicht nur Torf, sondern auch mineralischen Dünger (enthält Stickstoff und Phosphor) und den Wurzelaktivator Agrosil (enthält Phosphat und Silicium). Phosphat ist eine fossile, nicht erneuerbare Ressource. Mineralische Dünger waschen zudem den Boden schneller aus, womit Nährstoffe verloren gehen und die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig beeinträchtigt wird. Der CLEVER-Test zeigt deutlich: Wer nachhaltig gärtnern will, sollte auf Bio-Erde setzen.

Die Spidergrafik vergleicht konventionelle Blumenerde mit Bio-Universalerde, welche deutlich besser abschliesst.
Mehr Informationen über die Bewertungskriterien finden Sie auf dieser Webseite: https://www.clever-konsumieren.ch/infos-tipps/bewertungskriterien/

Weitere Beiträge

Konsum

Ein Gross-Event nachhaltig organisieren! Geht das?

Das Bundeslager (BuLa) war mit rund 30‘000 Pfadfinder:innen das bisher grösste Lager der Schweiz. Dagmar Püntener, Pfadi-Name Chaja, leitete mit 5 Mitarbeitenden drei Jahre lang den Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit. Ein Gespräch über Sonnencreme, Margen auf Bio-Lebensmitteln und die Grenzen, ein Gross-Event wirklich nachhaltig zur organisieren.
Landwirtschaft

Ernährungssicherheit im ländlichen Äthiopien

Im Südwesten Äthiopiens kämpfen ländliche Haushalte gegen den Verlust ihres Bodens und gegen Ernteausfälle. Zusammen ergreifen sie Massnahmen, um die Erosion einzuschränken, und durch Diversifizierung der Einkommensquellen sichern sie sich gegen Krisen ab.
Politik, Wissen

Gesunder Boden ist Leben

Der Boden ist die Grundlage für das Leben auf der Erde und spielt eine wesentliche Rolle beim Klimaschutz. Welche erstaunlichen Funktionen der Boden übernimmt und dadurch zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) beiträgt, erfahren Sie in diesem Bericht.
Konsum

Pfadi-Jugend als Vorbild für die Ernährung der Zukunft

Pfadfinderinnen und Pfadfinder lernen, wie sie die Umwelt schützen und zur Natur Sorge tragen können. CLEVER zeigt ihnen nun am Pfadi-Bundeslager „mova“, wie sie sich im Alltag mit nachhaltigem Konsum ebenfalls umweltbewusst verhalten können.