Landwirtschaftsseminar

Kurs in ökologischem Landbau für afrikanische Studierende in Uganda

Projekt

In Subsahara-Afrika ist die Landwirtschaft Haupteinkommensquelle für 80% der ländlichen Bevölkerung. Um ihre Familien zu ernähren, stehen den Kleinbäuerinnen und -bauern meist nur einfachste Methoden zur Bewirtschaftung ihrer Äcker und Hausgärten zur Verfügung. Veraltete und nicht nachhaltige Methoden der Bodenbearbeitung, Trockenperioden, hohe Kosten von Pestiziden und Dünger sowie erschwerter Zugang zu Krediten sind zentrale Gründe für die geringe Produktivität und die mangelnde Nahrungsversorgung der konventionellen Landwirtschaft. Die ökologische Landwirtschaft hingegen bietet Kleinbauernfamilien die Möglichkeit, nachhaltig und ohne teuren Zukauf von Kunstdüngern und Pestiziden längerfristig genügend gesunde Nahrung zu produzieren. Doch nur mit gut ausgebildeten lokalen Fachkräften können die Herausforderungen auf regionaler und nationaler Ebene angegangen und der ökologische Anbau in Afrika gefördert werden.

Durch dieses Projekt erhalten 50 Studentinnen und Studenten ostafrikanischer Universitäten in einem länderübergreifenden Intensivkurs einen vertieften Einblick in die Möglichkeiten einer kleinbäuerlichen ökologischen Landwirtschaft. Innerhalb des Netzwerks von Universitäten und Alumni wird der Diskurs zu ökologischer Landwirtschaft über Kampagnen und Austauschtreffen weiter gefördert.

Das Landwirtschaftsseminar motiviert junge Leute, sich intensiver mit der Landwirtschaft auseinanderzusetzten und begeistert sie für die Möglichkeiten einer ökologischen Entwicklung.

Relevanz

Die Verbreitung der ökologischen Landwirtschaft kann durch neue Ausbildungsmöglichkeiten an afrikanischen Universitäten gefördert werden – in Ostafrika besteht jedoch nach wie vor ein Mangel an solchen Ausbildungsplätzen. Seit 2009 unterstützt Biovision den Lehrgang „International Training Course on Organic Agriculture“ (ITCOA) und trägt dazu bei, dass jährlich rund 50 ostafrikanische Studierende aus dem Agrarbereich diesen Trainingskurs in ökologischer Landwirtschaft besuchen können. Dabei werden sie theoretisch wie auch praktisch im direkten Austausch mit Bäuerinnen und Bauern mit Themen des ökologischen Anbaus vertraut gemacht und führen eigene Forschungsprojekte zu diesen Themen durch.

Begünstigte

Jährlich profitieren insgesamt 50 Studierende aus Uganda, Tansania, Kenia und Äthiopien vom Projekt. Landwirtschaftliche Beraterinnen und Berater und lokale universitäre Fachkräfte können ebenfalls am Landwirtschaftsseminar teilnehmen und direkt vom Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie den neu gewonnen Erkenntnissen profitieren. Die Auswahl der Studierenden unterliegt einem strengen Anforderungskatalog. Mindestens die Hälfte der Teilnehmenden sind Frauen.

Ziele aktueller Projektphase

  • Ausbildungskurs für 50 Studentinnen und Studenten aus Uganda, Tansania, Äthiopien und Kenia um ihre Kompetenzen im Bereich der ökologischen Landwirtschaft zu erweitern
  • Sensibilisierung und Kompetenzaufbau für transdisziplinäres Lernen und angewandte Forschung für Agrarökologie bei 10 Forschenden an Ostafrikanischen Universitäten.
  • Ausweitung und Stärkung des Partner- und Alumninetzwerks sowie Verbreitung von agrarökologischen Forschungsresultaten.

Nachhaltigkeit

Mit der Durchführung des Kurses soll das Bewusstsein für eine ökologische Landwirtschaft zum einen im universitären Rahmen gestärkt, zum anderen über die Absolventen auch der Dialog mit der Privatwirtschaft und den Behörden intensiviert werden. Das Netzwerk „Go-Organic“ prüft zurzeit Möglichkeiten, einen kommerziellen Tätigkeitsbereich aufzubauen um sich langfristig selbst finanzieren zu können. Mit der Aufnahme der Inhalte des ITCOA in einen regulären Studienplan (wie bereits geschehen an der Uganda Martyrs University Nkozi) kann die Durchführung des Landwirtschaftsseminars langfristig durch Universitäten sichergestellt werden.