Tomaten vor Schädlingen schützen

Biologische Schädlingsbekämpfung in Kenia und Uganda

Projekt

In Kenia und Uganda haben die umfangreichen Schäden durch die Motte Tuta absoluta in den letzten Jahren die Tomatenernte der Bauernfamilien bis zu 80% zerstört. Die meisten Familien sichern ihren Eigenbedarf mit dem Anbau der Tomate, welche Lieferant wertvoller Vitamine, Mineralien und Aminosäuren ist. Für viele Haushalte stellt die Tomate aber durch den Verkauf auf dem Markt auch eine wichtige Einkommensquelle dar. Mit dem Ausfall der Ernte ist die Erhaltung der Lebensgrundlage dieser Menschen bedroht. Durch den wahllosen Einsatz synthetischer Insektizide sind Mensch und Umwelt gefährdet. Auch können sich viele der Bauernfamilien diese Bekämpfungsmassnahmen nicht leisten oder wenden sie unsachgemäss an.

Biovision unterstützt deshalb das Insektenforschungsinstitut icipe in Kenia in der Erforschung biologischer, kostengünstiger und integrierter Bekämpfungsmethoden. Als Projektstandorte zeichnen sich Kenia als auch Uganda durch eine Vielzahl ökologischer Zonen aus, welche vielfältige Testumgebungen bieten. Ist die erste Testphase in diesen Ländern erfolgreich, wird das Projekt auf weitere betroffene Länder ausgeweitet.

Zwei Forscher vermehren Schlupfwespen.
Um die Tomatenernte in Kenia und Uganda zu sichern, entwickeln Forscher am icipe ein massgeschneidertes Paket zur integrierten Schädlingsbekämpfung. Unter anderem entsteht dabei ein eigens entwickeltes Biopestizid.

Relevanz

Tomaten gehören global gesehen zu den ökonomisch wertvollsten Gemüsesorten. In den Projektgebieten erfüllt der Tomatenanbau aber auch einen gesellschaftlichen Zweck. Rund 80% der Arbeitskräfte sind Frauen, welche sich und ihrer Familie dadurch eine solide Lebensgrundlage sichern.

Die Tomatenminiermotte Tuta absoluta stellt nicht nur in Afrika, sondern auch in Europa und Asien, die grösste Schädlingsbedrohung für Tomatenkulturen dar. Damit hat die Erforschung einer nachhaltigen Schädlingsbekämpfung globale Relevanz.

Begünstigte

Rund 5‘000 Personen in den Projektgebieten sind direkt begünstigt. Davon sind die meisten Tomatenbäuerinnen und –bauern, sowie ca. 100 landwirtschaftliche Beraterinnen und –berater, Quarantänebeamte und Studierende zur Datenerhebung.

Durch den gewünschten Effekt der Ertragssteigerung sind rund 2‘500 Landarbeitende durch eine höhere Arbeitsauslastung und 6‘500 Tomatenverkäuferinnen und –verkäufer indirekt begünstigt.

Ziele der laufenden Projektphase

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Förderung einer nachhaltigen, umweltfreundlichen und integrierten Schädlingsbekämpfung zur Eindämmung der Motte Tuta absoluta. Dies soll durch drei Unterziele erreicht werden:

  • Durchführung einer sozioökonomischen Basisstudie, die Aufschluss über die gesellschaftlichen Auswirkungen des Mottenbefalls, sowie das Potenzial und Zukunftsaussichten einer integrierten Schädlingsbekämpfung liefert.
  • Aufbau von Strukturen und Abläufen der integrierten Schädlingskontrolle. Dies beinhaltet den Wissensaufbau über die Massenaufzucht von Nützlingen, das Entwickeln eines Biopestizids, sowie das Validieren der Methoden im Feld.
  • Sensibilisierung, Wissensaufbau und –transfer zum Umgang  mit Tuta absoluta, durch Schulungen zur Gewächshaushygiene und Befallsüberwachung, sowie Workshops für landwirtschaftliche Beraterinnen und –berater und die Verteilung von Informationsmaterial.

Nachhaltigkeit

Durch die integrierte Schädlingsbekämpfung soll die Existenzgrundlage der Begünstigten nachhaltig verbessert werden. Die Methoden sollen quantitativ, wie qualitativ zu höheren Ertrag führen und somit das Einkommen der Bauernfamilien steigern. Die Begünstigten erleben sichtbare Erfolge und werden als Experten zur treibenden Kraft der biologischen Schädlingsbekämpfung. Durch die Verringerung des Einsatzes synthetischer Pestizide wird sich langfristig die Qualität des Wassers und der Ackerböden verbessern. Dies hat einen positiven Einfluss auf das Ökosystem und die Biodiversität.

 

  • Eine Motte auf einem Tomatenblatt.
    Die Tomatenminiermotte Tuta absoluta ist klein, richtet aber enorme Schäden an.
  • Ein Forscher untersucht die Aufzucht von Nützlingen.
    Am internationalen Insektenforschungsinstitut in Nairobi (Kenia), hat man einen Nützling zur Bekämpfung der Motte identifiziert.
  • Drei Tomatenpflanzen in roten Töpfen.
    Die Tomate ist eine ökonomisch wichtige Gemüsesorte.