Zwei Fliegen auf einen Schlag

Innovative Krankheitsbekämpfung bei Mensch und Tier

Projekt

Busia (Westkenia) und Kwale County (Südostkenia) gehören zu den armen ländlichen Regionen Kenias. Malaria und andere insektenübertragene Krankheiten gehören in diesen Regionen weiterhin zu den grössten Gesundheitsproblemen. Häufig leben Nutztiere und Menschen auf sehr engem Raum zusammen. Vor allem Rinder sind Wirte vieler krankheitsübertragender Insekten und tragen so zur Verbreitung, beispielsweise von Malaria, Dengue oder der Schlafkrankheit bei. Die unmittelbare Nähe von Mensch und Tier macht eine Übertragung der Krankheiten sehr wahrscheinlich. 
Hier setzt das Projekt mit einer innovativen Methode an: Rinder werden als „Lockvogel“ eingesetzt und mit einem umweltfreundlichen Insektenschutzmittel behandelt. Auf diese Weise können verschiedene Krankheitsüberträger wie Mücken, Tsetsefliegen und Zecken kontrolliert und eliminiert werden. Somit werden Menschen und Nutztiere in einem „One Health“-Ansatz gleichzeitig geschützt, wodurch auch Kosten gespart werden können. Durch die Einbindung von Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Behörden und Partnerschaften in der Gemeinschaft wird die Verbreitung und Akzeptanz der neuen Methode gefördert. Und nicht zuletzt bedeuten gesündere Tiere auch mehr Produktivität.

Eine Frau in Afrika melkt eine Kuh, während zwei Kinder sie beobachten.
Die pastorale Bevölkerung in Kenia lebt häufig auf engem Raum mit ihrem Nutzvieh. Da Rinder häufig von krankheitsübertragenden Insekten befallen sind, ist das gesundheitliche Risiko für den Menschen sehr hoch.

Relevanz

Generell stagnieren seit 2016 weltweit die Malariaerkrankungen auf einem hohen Niveau. Zudem gibt es Anzeichen eines Wiederanstiegs der Erkrankungen in einigen afrikanischen Ländern, die 90% aller Malariaerkrankungen und –todesfälle aufweisen. Hauptgrund sind zunehmende Insektizidresistenzen und eine Verhaltensanpassung der Überträger-Insekten. Beispielsweise macht ein vermehrtes Stechen unter freiem Himmel die vielverwendeten Moskito-Bettnetze wirkungslos. Der letzte WHO World Malaria Report 2018 kam zum Schluss, dass mit einem nahezu sicheren Anstieg der Malariafälle gerechnet werden muss, wenn mit dem aktuellen Bekämpfungsansatz fortgefahren wird. Zusätzlich verbreiten sich weitere insektenübertragene Krankheiten wie Dengue oder Zika.

Begünstigte

Insgesamt sind 4'120 Personen direkt begünstigt. Darin enthalten sind 2’000 Besitzer und Besitzerinnen von Vieh, die direkt von der Insektenkontrolle profitieren und 1'800 Gemeinschaftsmitglieder, die durch Demonstrationshaushalte geschult werden. Zusätzlich nehmen 320 Gesundheitsbeauftragte, Regierungsbeamtinnen und Mitarbeitende aus Ministerien und lokalen NGOs an Trainings und Workshops teil. 
Indirekt begünstigt sind insgesamt 76'000 Personen. Dazu gehören die Gemeinschaften, die von den reduzierten Überträger-Populationen profitieren (36'000) sowie Personen, die durch Projektteilnehmer und Flyer Informationen erhalten (40'000).
Alle Zielgruppen sind je zur Hälfte durch Frauen und Männer vertreten.

Ziel laufende Projektphase

Ziel des Projekts ist das Entwickeln und Testen einer innovativen Methode zur nachhaltigen Kontrolle von krankheitsübertragenden Insekten. Dies soll zu weniger Krankheitsfällen bei Menschen und Tieren führen und somit auch die Produktivität der Nutztiere steigern. Dadurch könnte die Akzeptanz in der Bevölkerung erheblich gesteigert werden. In der ersten Projektphase sollen folgende Unterziele erreicht werden:

  • Optimierung biologisch verträglicher, auf Vieh ausgerichteter Wirkstoffe
  • Eingehende Evaluierung von Wirkstoffen und Anwendungsmethoden in Feldversuchen
  • Einbindung von Vertretern verschiedener Behörden und Partnerschaften in der Gemeinschaft für eine gezielte Mobilisierung und verbesserte Akzeptanz durch die lokale Bevölkerung

Nachhaltigkeit

Es ist generell schwierig, die Bevölkerung zu freiwilligen Arbeiten oder Ausgaben für Präventionsmassnahmen zu bewegen, da ihr Nutzen erst in der Zukunft deutlich wird. Das Projekt möchte dieses Problem umgehen, indem die erarbeitete Methode die Produktivität der Nutztiere erhöht und damit ein direkter finanzieller Zusatznutzen für die Bäuerinnen und Bauern entsteht. Dies soll deren Motivation zur eigenständigen Durchführung fördern.
Ausserdem erhalten alle Begünstigten eine umfassende Ausbildung und werden in die Projektaktivitäten eingebunden. Die Behörden werden durchgehend in das Geschehen eingebunden. Dadurch entsteht ein starkes Verantwortungsbewusstsein dafür, die Präventionsarbeit selbst weiterzuführen.