Vermarktung ökologischer Landwirtschaftsprodukte

Stärkung der Vertriebskanäle für ökologisch produzierende Bäuerinnen und Bauern

Die verbreitetste Nutzpflanze in Zentralkenia ist Mais, doch die Ernten sind durch Schädlinge und die Folgen des Klimawandels arg bedroht. Die nachhaltige Push-Pull Methode hilft, diese Probleme zu lösen. Sie steigert die Ernteerträge und erhöht die Nahrungssicherheit. Damit die besseren Ernten auch zu höheren Einkommen führen, ist der Ausbau der lokalen Wertschöpfung von zentraler Bedeutung. Nebst der weiteren Verbreitung von Push-Pull in der Projektregion Zentralkenia rückt deshalb die Etablierung von Wertschöpfungsketten und die Förderung von Einkommenskomponenten verstärkt ins Zentrum der Projektaktivitäten.

Im Rahmen der Trainings von Bauernschulen kristallisierte sich heraus, dass die Bildung von Kooperativen und Genossenschaften den Kleinbauern erlaubt, ihre Ressourcen zu bündeln und so die Mobilisierung einer grösseren Anzahl Bauern möglich wird. Da die Bauern solche Konstrukte selbstständig führen und verwalten sollen, werden sie auch in diesem Bereich ausgebildet. Die lokale Marktnachfrage wurde zusammen mit den Regierungen der involvierten Bezirke analysiert und prioritäre Wertschöpfungsketten identifiziert. Der Zugang zu Informationen über diese Wertschöpfungstechnologien (z.B. Produktivitätserhöhung für Avocados, Bananen, etc.) geschieht über sogenannte "Hubs" (zentrale Umschlagplätze), die errichtet werden: Dort werden die Bauernkooperativen in diesen Technologien trainiert, damit sie eine höhere Produktivität erreichen.

Entwicklungsziel

Verbesserung der Ernährungssicherheit und Einkommenssteigerung von Kleinbäuerinnen und -bauern in Zentralkenia.

Mitglieder bei der Gründung der Bauern-Kooperative von Kawigi.

Relevanz

In Zentralkenia ist die Bevölkerungsdichte hoch und die Grösse der Felder, die von den Bauernfamilien kultiviert werden können, reicht nur von etwa 0,9 bis 2 Hektaren. Die Push-Pull Methode ermöglicht es Bauernfamilien, ihre Erträge signifikant zu steigern. Bis zum heutigen Stand des Projekts in Zentralkenia konnte so die Nahrungsmittelversorgung für 87 Prozent der Direktbegünstigten sichergestellt werden. Die Etablierung von funktionierenden lokalen Wertschöpfungsketten ist der nächste Schritt hin zu höheren Einkommen und Armutsbekämpfung zu Gunsten der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Zentralkenia.

Begünstigte

3‘420 Personen sind Direktbegünstigte des Projekts, davon sind 2‘339 Frauen. Das Projekt schafft den Kleinbäuerinnen und -bauern Zugang zu den verbesserten Technologien und vermittelt das nötige Wissen über die Kultivierung und landwirtschaftliche Anbaumethoden und die mögliche, wertsteigernde Weiterverarbeitung der Produkte. Indirekt sind weitere 27‘360 Personen begünstigt: darunter Familien der Kooperativen-Mitglieder, lokale Händler, Lieferanten und Finanzinstitute. Insbesondere Lieferanten profitieren von den Geschäftsbeziehungen mit den Kooperativen, indem sie Transportwege einsparen und die Waren in den Hubs konzentriert einsammeln können. 

Ziele 2016

  • Verstärkter Zugang der Kleinbäuerinnen und -bauern zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Technologien mittels der Bildung von Bauern-Kooperativen
  • Verbesserung der Effizienz und Wirksamkeit der Bauern-Kooperative im Projektgebiet Zentralkenias
  • Unterstützung und Sicherstellung der Teilnahme von Bäuerinnen und Bauern in Zentralkenia am Markt für landwirtschaftliche Produkte 

Bisher Erreichtes

In den fünf gegründeten Kooperativen sind 1‘182 neue Mitglieder aus fünf Bezirken dazu gekommen. 34 Ausbilder wurden in der Produktion der ergiebigen und resistenten TC-Banane ausgebildet, um ihr Wissen samt 2‘343 Setzlingen weiterzugeben. 152 weitere Bauern verkauften über 15 Tonnen Bananen via Kooperative. Die Verwaltungskomitees der Kooperativen wurden weitergebildet in der Führung und Verwaltung einer Kooperative.