Push-Pull Ostafrika

Verbreitung der erfolgreichen ökologischen Anbaumethode von Mais und Hirse in Kenia, Uganda, Tansania und Äthiopien


» Projektgeschichte im TOF, Ausgabe Februar 2017

"Push-Pull" (www.push-pull.net) ist eine integrierte, nachhaltige Anbaumethode, welche die Mais- und Hirseerträge und die Bodenfruchtbarkeit verbessert: Einerseits werden die Stängelbohrer-Motten durch den Geruch von Desmodium, das zwischen Mais oder Hirse gepflanzt wird, vertrieben ("Push"). In niederschlagsarmen Regionen wird neben dem Silberblatt-Desmodium inzwischen auch das dürre-resistente Grünblatt-Desmodium verbreitet. Andererseits wird um die Felder herum Napiergras gepflanzt, das die Motten aus dem Feld lockt ("Pull"). Desmodium kann zudem Stickstoff fixieren und neutralisiert das Striga Unkraut. So werden die Erträge ohne Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden verbessert.Das Napiergras und das Desmodium sind ausserdem willkommenes und gesundes Zusatzfutter für das Vieh. In trockeneren Gebieten werden statt Napiergras dürre-resistentere Grassorten (Bracharia) eingesetzt.

Das von Biovision unterstützte Projekt hat zum Ziel, diese umweltfreundliche Methode in der Projektregion im Westen Kenias, im Osten Ugandas, im Norden von Tansania sowie in Äthiopien zu verbreiten. Um dieses Ziel zu erreichen, gehören auch PH-05 und PH-08 zur integrierten Erweiterung des gesamten Push-Pull-Programms.  Push-Pull wird an zahlreichen Bauernschulen gelehrt und verständliches Informationsmaterial in Form von Comics und Handbüchern an die Teilnehmer-Innen abgegeben. Mit praktischen Anleitungen und Kurzfilmen werden auch Bäuerinnen und Bauern mit wenig oder keiner formalen Schulbildung erreicht.

Integrierte Erweiterung des Projekts »

Bäuerin Agnes Ambubi in ihrem Push-Pull-Maisfeld in Ebukanga, Kenia

Entwicklungsziel

Durch die Übernahme der Push-Pull-Anbaumethode und der damit verbundenen Produktivitätssteigerung von Mais und Hirse in Ostafrika sollen die Ernährungssicherheit und Gesundheit der lokalen Bevölkerung verbessert werden.

Relevanz

In Ostafrika lebt ein grosser Teil der ländlichen Bevölkerung von der Landwirtschaft. Die meisten davon sind Familien, welche einen Kleinbetrieb auf wenig Land bewirtschaften. Doch Schädlinge, ausgelaugte Böden und Trockenheit machen den Bauernfamilien zu schaffen. Es mangelt an angepassten und nachhaltigen Methoden, um die Erträge zu steigern. Die Push-Pull-Anbaumethode bietet hier Abhilfe mit einer integrierten, umweltfreundlichen Technologie, welche die Maiserträge und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Weise verbessert und für die Bäuerinnen und Bauern erschwinglich ist.

Begünstigte

Insgesamt profitieren rund 40‘000 Kleinbäuerinnen und -bauern in vier Ländern von den Projektaktivitäten und den verbesserten Ernten durch die Push-Pull-Anbaumethode. Zudem zählen rund 240'000 Familienmitglieder der direktbegünstigten Bäuerinnen und Bauern sowie 340 Akteure der Wertschöpfungskette für Getreide und Milch (Napiergras bietet Zusatzfutter für das Vieh) indirekt begünstigt.

Ziele 2015 - 2017

  • Breitflächige Verbreitung der Push-Pull-Methode mittels innovativen neuen Medien (Video, Theaterstücke, Comic-Bücher, Mobiltelefone) und Integration von strategischen Partnern in der Verbreitung und Übernahme der Push-Pull-Methode. 
  • Einführung von Massnahmen zur Chancengleichheit von Frauen und Männern, Jungen und Behinderten. 
  • Verbesserter Zugang zu Saatgut (Desmodium, Napiergras und Brachiaria)

Bisher Erreichtes

Im Jahr 2015 erreichte die Schulung der Push-Pull-Anbaumethode in diesem Projekt fast 100 neue Bauerngruppen mit fast 10‘000 neuen Bäuerinnen und Bauern, die nebst Wissenstransfer auch mit Napiergras-, Brachiaria- und Desmodium-Saatgut ausgestattet wurden. Abgesehen von Schulungen und Mund-zu-Mund-Verbreitung fand die Wissensverbreitung auch multimedial statt. Beispielsweise entstanden in 2015 eine erste Videoserie sowie ein Comiclehrbuch in English und Swahili zur Veranschaulichung der Push-Pull-Anbaumethode (siehe unten). Auch Jugendliche kommen mit Push-Pull in Kontakt: Über lokale Schulen konnten beispielsweise 203 SchülerInnen über die Anbaumethode informiert und in die Errichtung von Push-Pull-Demonstrationsfeldern involviert werden. Seit Projektbeginn in 2006 wenden bereits rund 123‘000 Bäuerinnen und Bauern in ganz Ostafrika die Push-Pull-Anbaumethode erfolgreich an.