Kenias Grünflächen kommen zurück

In den Regionen Homa Bay und Migori in Westkenia am Viktoriasee, schaffen es die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit der Produktion auf ihren verhältnismässig kleinen Parzellen kaum, ihre Familien zu ernähren. Die in der Region stark verbreitete Abholzung, intensive Monokulturen von Tee, Tabak und Zuckerrohr sowie die Überweidung der Grünflächen machen das Land anfällig für Bodenerosion – dies alles sind schlechte Voraussetzungen für eine nachhaltige Landwirtschaft und ein ausgewogenes Ökosystem.

 

Das 2017 mit Mitteln der EU gestartete Projekt «Regreening Africa» verfolgt ambitionierte Ziele: innert fünf Jahren sollen in acht Ländern Subsahara-Afrikas eine halbe Million Menschen ihre Lebensbedingungen durch Agroforstmethoden verbessern können – auf einer Million Hektaren, einem Viertel der Fläche der Schweiz. Die erhoffte Wirkung im Falle von Kenia: verbessertes Einkommen, höhere Ernährungssicherheit und eine bessere Widerstandskraft gegen das sich wandelnde Klima für 50'000 Familien. Die beteiligten Familien sollen künftig 150'000 Hektaren Land vor Verwüstung bewahren und für nachhaltige Landwirtschaft nutzen.

Bei Projekten solcher Grösse ist es sinnvoll, Studien mit angewandter Forschung durchzuführen, um eine stetige Optimierung zu ermöglichen. Um aufzuzeigen, dass durchdachte partizipative Methoden wesentlich zum Erfolg solcher Projekte beitragen können, begleitet das von Biovision unterstützte Teilprojekt 10'000 Familien in Kenia, um ihre Motivation zu ergründen, beim Projekt mitzuwirken und sich langfristig für eine Verbesserung ihrer Umwelt einzusetzen.

Die ausgeklügelten partizipativen Ansätze unseres Projektpartners ICRAF unterstützen die beteiligten Dorfemeinschaften dabei, aufbauend auf ihren Ressourcen, Fähigkeiten und Interessen, eigene Visionen und Pläne für ihre Entwicklung zu erstellen. Das bessere Verständnis über die eigenen Voraussetzungen schafft den Dorfgemeinschaften die Grundlage, um strategische Partnerschaften mit den externen Akteuren des Projekts «Regreening Africa» aufzubauen und deren Angebote und Ressourcen optimal zur Erreichung der eigenen Ziele zu nutzen. Davon profitieren die Verantwortlichen bei ICRAF, indem sie die Qualität des Projekts verbessern können, die Dorfgemeinschaften selber – und nicht zuletzt auch die aufblühende Natur.