Bienenhaltung für Jungunternehmen

Gründung von Start-ups zur Produktion von Honig und Bienenwachs

Projekt

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Um der Jugendarbeitslosigkeit und der Landflucht entgegenzuwirken, unterstützt Biovision im ländlichen Äthiopien zusammen mit unserem Partner icipe, engagierte junge Leuten bei der Gründung von Start-ups zur Herstellung von hochwertigem Honig und Bienenwachs. Dies trägt nicht nur zur Verbesserung der Einkommenssituation bei, sondern fördert auch die Pflanzenvielfalt und die Bestäubung von Nutzpflanzen in der umliegenden Landwirtschaft.

Parallel zur Imkerei bauen die Jungunternehmerinnen und -unternehmer Baumschulen auf: Um ausreichend Nektar für die Bienenvölker zur Verfügung zu haben, pflanzen sie Obstbäume und Gemüsegärten biologisch an. Diese dienen zusätzlich zur Bienennahrung auch der Regeneration der degradierten Böden.

Das Projekt wird im Bundesstaat Amhara (Äthiopien) im Bezirk Dehana durchgeführt. Dieser liegt 755 km nördlich von Addis Abeba, auf einer Höhe von 2‘000 bis 3‘400 Meter über Meer.

Relevanz

Die Mehrheit der Bevölkerung im Dehana Bezirk betreibt eine Subsistenzwirtschaft mit Vieh- und Ackerbau. Die zunehmend schwierigen klimatischen Bedingungen (v.a. Dürren) und die Übernutzung der natürlichen Ressourcen (v.a. Abholzung) machen das Leben auf dem Land sehr hart. Die Dürren und die Abholzung machen aber nicht nur den Menschen zu schaffen, sondern auch den Bienen. Das führt dazu, dass die unbedingt nötige Bestäubung von Nutzpflanzen durch Bienen abnimmt, was den Bauern wiederum wegen unsicherer Erträge Schwierigkeiten bereitet.

Begünstigte

300 junge Menschen aus der Region (50% Frauen), die zu Imkerinnen und Imker ausgebildet werden. 2 Schneider, die Schutzanzüge nähen, 10 Schreiner, die moderne Bienenkästen fertigen und 18 lokale Händler von Bienenhonig und –wachs.

Ziele laufende Projektphase

Die moderne Bienenhaltung als attraktives Unternehmen und Einkommensquelle für junge Leute in ländlichen Regionen etablieren. Mit einem ganzheitlichen Ansatz geht Biovision die Probleme von ländlicher Armut, tiefer Produktivität in der Landwirtschaft und der Degradation der Böden an.

Bis Ende 2020:

  • Sind 30 Bienen-Start-ups mit je 10 Jungunternehmerinnen und -unternehmern in Betrieb.
  • Können die Jungunternehmerinnen jährlich pro Bienenkasten 15-25 kg Honig produzieren.
  • Sind 30 Baumschulen (je eine pro Start-up) aufgebaut und biologisch bewirtschaftet.

Bisher Erreichtes

Das Projekt startete am 1. Januar 2018 in seine erste Projektphase. Es baut aber stark auf den Erfahrungen auf, die wir von 2011 bis 2017 in unserem Bienenhaltungs-Projekt in einer anderen Region in Äthiopien (Tolay) sammeln konnten:

In Tolay konnten innerhalb von 5 Jahren insgesamt 800 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Imkerinnen und Imker bauten eine selbsttragende Genossenschaft, die Honig-Union, auf, mit der sie im Projektjahr 2016 rund 6 Tonnen Bio-Honig verarbeiteten und verkauften.

In 10 Honig-Kooperativen geben über 260 Modell-Imkerinnen und Imker ihr Wissen an andere Bauern weiter. So wird auch der Gesundheitszustand von über 750 Bienenvölkern regelmässig überprüft.

Nachhaltigkeit

Mit dem unternehmerischen Ansatz besteht für die involvierten Personen ein ökonomischer Anreiz, die Jungunternehmen eigenständig weiterzuführen. Die Kleinunternehmen werden stark in die Dorfgemeinschaften eingebunden und die Aufforstung kommt der gesamten Gemeinschaft zugute. Zudem wird dem Problem der Landflucht entgegengewirkt, was eine soziale Verankerung des Projekts gewährleistet. Gleichzeitig arbeiten Fachpersonen der Lokalregierung aktiv an der Verbreitung der modernen Bienenhaltung mit und stellen somit sicher, dass erarbeitetes Wissen und Fähigkeiten auch nach Projektende bei den relevanten Verwaltungsstellen erhalten bleibt.