Die Welt ernähren ohne Gifte?

Dossier: Unsere Berichte zum Thema synthetische Pestizide

 

Oft fehlt das Wissen um Alternativen: Feldarbeiter mischen synthetische Pestizide (Kirinyaga County, Kenia).

Der Einsatz synthetischer Pestizide in der Landwirtschaft steht im ersten Halbjahr 2021 ganz oben auf der politischen Agenda der Schweiz: Am 13. Juni findet die Abstimmung über die Trinkwasserinitiative und die Pestizid-Initiative statt, die öffentliche Debatte darüber ist bereits 2020 angelaufen.  
 

2 x Ja am 13. Juni 

Auch Biovision beteiligt sich an dieser Diskussion. Wir unterstützen die beiden Initiativen, denn der Verzicht auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide (eine Begriffsklärung finden Sie unten auf dieser Seite) und deren Ersetzung durch ökologische Methoden der Schädlingsbekämpfung ist ein zentrales Element für die Transformation hin zu nachhaltigen Ernährungssystemen, für welche sich Biovision einsetzt. Angesichts der Sistierung der Agrarreform AP22+ des Bundesrats durch das Parlament sowie des Verzichts auf einen substanziellen Gegenvorschlag zu den Pestizidinitiativen spricht sich Biovision für ein doppeltes Ja am 13. Juni aus.

Ein Verzicht ist nötig – und machbar 

Ob in Ostafrika, in der Schweiz oder irgendwo auf der Welt: Synthetische Pestizide reduzieren die Biodiversität, degradieren die Böden und stellen sowohl für die Arbeiterinnen und Bauern auf den Feldern wie für die Konsumentinnen eine Gefahr für die Gesundheit dar. Ein Verzicht ist dringend nötig – und machbar: Es gibt ökologische Alternativen und nachhaltige Anbaumethoden, die mit der Natur arbeiten statt gegen sie. Verschiedene Studien haben auch die These widerlegt, dass nur eine industrielle, auf dem Einsatz von synthetischen Pestiziden basierende Landwirtschaft die Welt ernähren kann.

Erfahren Sie mehr darüber in unseren Beiträgen zum Thema! Das Dossier wird laufend ergänzt. 


Nach 2 x Nein ist Dialog gefragt!

Nach dem Nein zu den Agrarinitiativen braucht es nun neue Ansätze, um auf dem Weg zu nachhaltigen Ernährungssystemen weiterzukommen. Biovision steht mit mehreren Projekten bereits in den Startlöchern.
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Replik auf Worte des Bundesrates

Am 27. Mai nahm Viola Amherd im Namen des Bundesrates auf Radio SRF1 zu den Pestizid-Initiativen Stellung. Dabei versicherte sie, der Bund tue bereits genug für die Sicherheit und Gesundheit von Mensch und Umwelt. Biovision sieht das mit Blick auf die Faktenlage anders.
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Auswege aus der Pestizid-Falle

Kranke Familien, vergiftete Böden, tödliche Unfälle: Synthetische Pestizide führen weltweit zu grossen Problemen, doch in den ärmsten Ländern der Welt sind ihre Folgen am verheerendsten.
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Wespen retten Afrikas Maisernten

Der Herbst-Heerwurm hat sich rasend schnell auf dem afrikanischen Kontinent verbreitet und Millionen von Bäuerinnen und Bauern die Lebensgrundlage geraubt. Die Biovision-Partnerorganisation icipe hat nun eine ökologische Lösung für die Schädlingsplage gefunden. 
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«Ein Pestizid-Verbot ist nicht radikal – sondern vernünftig»

Hans R. Herren, Biovision-Präsident und Träger des Welternährungspreises, äussert sich im Interview zu den Pestizid-Initiativen und zur Frage, ob die Welt mit einer Landwirtschaft ohne synthetische Pflanzenschutzmittel ernährt werden kann. Zum Interview

Pestizide: In Europa verboten, in Kenia erlaubt

Warum sind in Kenia die Importe von hochgefährlichen Pestiziden rasant angestiegen? Was hat die Petition von lokalen NGOs erreicht? Wir haben bei Silke Bollmohr, Mitinitiantin und Umweltberaterin in Kenia, nachgefragt. 
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Nachhaltige Äpfel aus der Romandie

In den Dauer- und Monokulturen des Obstbaus ist die Schädlingsanfälligkeit der Pflanzen besonders hoch – und damit auch der Einsatz synthetischer Pestizide. Wie es anders geht, zeigen Projekte in der Westschweiz. 
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DDT und die Bio-Bewegung

Ein umstrittenes Pestizid brachte Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz ab den 40er-Jahren zum Umdenken, heute ist «Bio» zum Massengeschäft geworden. Was steckt dahinter? 
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Pestizide in Gewässern und auf Feldern

Mehrere kürzlich erschienene Studien bestätigen, dass Pestizidrückstände in unsere Bäche gelangen1. Dort bedrohen sie Wasserorganismen wie Fische, Pflanzen oder Bachflohkrebse. Zudem gelangen Pestizide auch durch Luftverfrachtungen ungewollt auf unser Bio-Gemüse2. Die Politik ist jetzt mehr denn je gefordert.
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Wissen statt Chemie – Pfuschi-Cartoon

Ökologische Anbaumethoden existieren, die nicht auf den Einsatz von synthetischen Pestiziden setzen. Vielen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in ärmeren Ländern fehlt aber das Know-How, um diese anzuwenden - um für mehr Ernährungssicherheit für sich und ihre Familien zu sorgen, aber auch um die Böden nachhaltiger zu bewirtschaften. Zum Video

Das Prinzip Agrarökologie

Wie kann die Agrarökologie die Anpassung an den Klimawandel, den Klimaschutz und die Widerstandsfähigkeit durch Praktiken und Strategien fördern?
Zum Video (In Englisch)