Klimagipfel COP26 in Glasgow: Biovisions Rolle als Vermittlerin

Ende Oktober reiste das Biovision-Team «Politikdialog und Anwaltschaft» nach Glasgow, um Biovisions Positionen am Klimagipfel der Vereinten Nationen (COP26) zu vertreten. Mit im Gepäck waren die aktuellsten Erkenntnisse rund um das Thema Agrarökologie und Klima sowie das Ziel, die nachhaltige agrarökologische Landwirtschaft zu einem Teil der Klimarahmenkonvention zu machen.
 

  • Fabio Leipert an der COP26
    Beim von Biovision mitorganisierten Side-Event an der COP26 sprach Fabio Leippert über das Potenzial der Agrarökologie für den Aufbau klimaresistenter Lebensgrundlagen und Ernährungssysteme. (Bild: Tanja Carrillo)
  • Das Biovision-Team an der COP26
    Das Biovision-Expertenteam Fabio Leippert, Tanja Carrillo und Martin Herren (Bildrecht: Biovision)

Von Tanja Carrillo, Junior Programmverantwortliche, Politikdialog & Anwaltschaft

Der alljährliche Klimagipfel ist das oberste Entscheidungsgremium des Rahmenabkommen der Vereinten Nationen über den Klimawandel (eng. United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC). Regierungschefs und Delegierte aus aller Welt debattieren derzeit über die praktische Umsetzung des 1.5 Grad Zieles durch die Begrenzung der Treibhausgasemissionen, sowie über die Klimaanpassung und Mobilisierung der dazu benötigten Finanzmittel.

Die Landwirtschaft nimmt beim Thema Klimawandel eine zentrale Stellung ein

Die Landwirtschaft ist nicht nur direkt von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, sondern gleichzeitig einer der Haupttreiber der globalen Erwärmung. Dieser zentralen Rolle wird im Abkommen aber bisher nur ungenügend Rechnung getragen. Bislang gibt es mit dem «Koronivia Joint Work on Agriculture» (KJWA)-Prozess nur technische Gespräche zum Thema, jedoch noch keine offiziellen Verhandlungen. Der Prozess bietet wenigstens die Gelegenheit dazu, die Transformation unserer Ernährungssysteme mit dem Argument der Klimakrise voranzutreiben. Um ganzheitliche Lösungen hierfür zu finden, stellt Biovision die Synergien und Kompromisse zwischen Klimaanpassung, Klimaschutz, landwirtschaftlicher Produktivität sowie Ernährung in das Zentrum der Debatte.

Die Aktivitäten von Biovision an der COP26

In den vergangenen drei Jahren des KJWA-Prozesses, haben Länder, Beobachter und auch Biovision ihre Ansichten und Empfehlungen zu sechs landwirtschaftlichen Themen in die Debatte einfliessen lassen. Mit dem Ende dieser Phase an der COP26, geht es nun um die entscheidende Frage: Wie weiter mit KJWA und kann Agrarökologie in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen? Diese Abwägungen konstruktiv zu unterstützen und als Vermittler zu agieren, war eines der Ziele von Biovision zusammen in einer Allianz mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem WWF und anderen Organisationen. So haben wir beispielsweise ein informelles Treffen zum Auftakt der Verhandlungen organisiert, wo sich Schlüsselakteure zu den Themen und Hindernissen austauschen konnten und wir auch unsere Evidenz zum Thema einbringen konnten. Zudem standen bilaterale Gespräche mit Geldgebern, internationalen Institutionen und Organisationen und Netzwerken der Zivilgesellschaft an der Tagesordnung. 

Weiter haben wir das Event «Raising Climate Ambition and Actions for Agriculture and Food Systems: Boosting Koronivia» organisiert, wo Fabio Leippert die Resultate einer Studie über das Potenzial von Agrarökologie zu mehr Resilienz gegenüber dem Klimawandel vorstellte «Die wissenschaftliche Grundlage ist sonnenklar; wir müssen auf die drei Schlüsselelemente (Bio-)Diversität, gesunde Böden und partizipative Wissensschaffung setzen, wenn wir die Widerstandsfähigkeit der Ernährungssysteme gegenüber dem Klimawandel fördern wollen. Dies sollten die unumstrittenen Grundbausteine für die KJWA-Empfehlungen sein.»

Biovisions wichtige Rolle als Vermittlerin der Agrarökologie

Auch ausserhalb der Verhandlungen am Klimagipfel nahmen unsere drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Rolle als Vermittler war. Bilaterale Gespräche mit Geldgebern, internationalen Institutionen und Organisationen und Netzwerken der Zivilgesellschaft standen an der Tagesordnung.  

Zum Abschluss der ersten Woche zeigte sich, dass die Diskussionen in KJWA vornehmlich politisch motiviert bleiben, weshalb das vorgelegte Schlussdokument noch keine Empfehlungen für den weiteren Verlauf des Prozesses enthielt. Die Gespräche werden im Verlaufe des nächsten Jahres weitergeführt und deshalb bleibt auch Biovision dran! 

Nichtsdestotrotz zeigte sich während der COP26, dass die Akteure die Agrarökologie als einen vielversprechenden Ansatz zur Transformation der Lebensmittelsysteme wahrnehmen und diskutieren wollen. Viel Aufmerksamkeit wurde beispielsweise der Agrarökologie-Koalition zuteil, die aus dem UN-Gipfel im September 2021 hervorgegangen ist, um die Länder bei der Umstellung der Ernährungssysteme auf gesunde, widerstandsfähige, gerechte und nachhaltige Systeme zu unterstützen.