#Klimavision heisst auch Kurswechsel Landwirtschaft

Am 28. Mai haben sich für den Frühlingsevent 2019 über 300 Gönnerinnen und Gönner, Klima-Aktivistinnen und -Aktivisten aller Generationen sowie das Team von Biovision in Aarau getroffen. Der Fokus lag auf dem Thema Klimawandel.

Das Kuk in Aarau war mit weit über 300 Teilnehmenden satt gefüllt. Alle waren sie neugierig auf die Geschichten und Beweggründe der Bühnengäste, warum sie sich fürs Klima engagieren und waren gleichsam motiviert, unter dem Motto #KlimaVision den aktuellen Klimadiskurs mitzuprägen.

Die Klimastreik-Bewegung ist eine historische, generationenübergreifende Bewegung, die seit Monaten Druck auf den Strassen aufbaut, dem sich Medien und Politik nicht entziehen können. Die Klimastreiks gelten bereits jetzt als grösste Jugendbewegung der Welt und sie haben den Diskurs über die Frage initiiert, in was für einer Welt wir eigentlich leben möchten. Die drei lokalen Vertretenden dieser Bewegung waren: Elena Wey, Benjamin Koch und Jeremy Chavez. Die beiden Schüler und die Schülerin kennen sich aus der Fachmittelschule in Wohlen und waren unsere poetischen Bühnengäste, die mit mehreren scharfsinnigen Slam-Einlagen wie "Ihr sind schuld am Klimawandel!" "Mir? ...Mir händ nüt gmacht!" "Äbe!" für die Highlights des Abends sorgten.

Impressionen Frühlingsevent 2019

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Auf der Klimabank mit KlimaSeniorin

Vier Einzelgesuchstellerinnen und 539 Mitglieder der KlimaSeniorinnen im AHV-Alter haben 2016 symbolisch die erste Schweizer Klimaklage eingereicht. Sie klagten den Bund an, nicht nur die Klimagesetzgebung sondern auch ihr verfassungsmässiges Grundrecht auf Leben und Gesundheit zu verletzen. Rita Schirmer-Braun, eine KlimaSeniorin der ersten Stunde, erklärte den Anwesenden im Saal, dass wenn sie mit ihrem Anliegen Recht bekommen, alle Generationen davon profitieren werden. Leider wurde die Beschwerde vom Bundesverwaltungsgericht im Dezember 2018 abgewiesen. Doch bereits Ende Januar 2019 reichten die KlimaSeniorinnen ihr Anliegen beim Bundesgericht in Lausanne wieder ein. "So erhalten wir mit unserem Anliegen zumindest Aufmerksamkeit, und steter Tropfen höhlt den Stein", schmunzelt Rita Schirmer-Braun.

Was macht Biovision zum Thema Klimawandel?

Wie sich Biovision mit ihrer Arbeit gegen den Klimawandel stark macht, wurde gegen Ende des Anlasses von unseren Mitarbeitern beantwortet. Einer unserer Experten für Agrarökologie, Fabio Leippert, betonte: „Es gibt keinen Zweifel daran; der Mensch ist die Hauptursache des Klimawandels und das wird von 98 % aller Klimaforschenden und deren Studien belegt.“ International arbeitet Biovision auf zwei Ebenen an Lösungen gegen den Klimawandel: Einerseits in Feldprojekten mit Kleinbauern in Ostafrika (von unten her) – und andererseits auf der politischen Ebene (von oben her). Für das zweite ist das Team von Politikdialog und Anwaltschaft zuständig.

Als Programmverantwortlicher für Entwicklungsprojekte spürt Simon Gottwalt die Auswirkungen des Klimawandels bereits in unseren Projekten in Ostafrika: „Als ich vor ein paar Wochen in Nairobi war, gab es kein anderes Thema als die ausbleibende Regenzeit." In Äthiopien und Kenia hatten die Biovision-Projektpartner 2016/17 mit einer schweren Dürre zu kämpfen. "Solche einschneidenden Ereignisse häufen sich. Und es trifft die am härtesten, die ohnehin schon prekären Verhältnissen leben und nichts für den Klimawandel können, denn der grösste Teil der Klimagase wird ja in den westlichen Industrieländer ausgestossen“, so Gottwalt.

Die Landwirtschaft leidet unter dem Klimawandel, ist aber auch Täterin

Die Landwirtschaft mit den durch sie verursachten Landnutzungsveränderungen ist für weltweit für einen Drittel der Klimagasemissionen verantwortlich und damit eine der Hauptverursacherinnen des Klimawandels. Ein Kurswechsel in der Landwirtschaft ist also angezeigt.  Die #KlimaVision aus Sicht von Biovision fasste er abschliessend so zusammen: „Wir brauchen eine multifunktionale Landwirtschaft, die nicht einfach nur genügend Essen produziert, sie muss auch die Artenvielfalt und intakte Böden erhalten, um gesunde Nahrung zu produzieren und mithelfen, das Klima in Balance zu halten.„