Mutlosigkeit ist kein Zukunfts-Programm

14.11.2018

Die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft kann die anstehenden Herausforderungen in Markt und Nachhaltigkeit mit cleverem agrarpolitischen Rahmen leichter angehen. Die vom Bundesrat veröffentlichte Vernehmlassung zur AP 2022+ genügt diesem Anspruch nicht. Damit Boden, Markt und Klima gesunden können, sind Nachbesserungen notwendig.

Die Schweizer Landwirtschaft braucht am Markt mehr Wertschöpfung, tiefere Kosten und Differenzierung im internationalen Umfeld. Und Klima, Boden, Umwelt, Tierwohl und Pflanzenvielfalt müssen gesunden. Die AP 2022 müsste jetzt ein Genesungsprogramm starten, das auch die Marktpartner der vor- und nachgelagerten Stufe in die Verantwortung nimmt. Anpassungsvorschläge wie die Einführung eines Betriebsbeitrags, leicht wirksameren Ökologischen Leistungsnachweis (Verbot von Pestiziden mit erhöhtem Umweltrisiko) und etwas mehr Augenmerk der Bodenqualität täuschen nicht darüber hinweg, dass der Mut zur Zukunft fehlt. 

Ziele statt Verhalten belohnen wird erst angetönt. Bäuerinnen und Bauern sollen sich als Teil der Lösung und nicht als Problem sehen können. Die Antibiotika-Problematik oder die Ammoniak-Überschüsse werden nicht angegangen und von der Vision der CH-Landwirtschaft als CO2-Senke ist nichts zu finden. Effiziente und wirksame Instrumente wie Lenkungsabgabe auf Pestiziden sind aus Angst vor harschen Reaktionen nicht erwähnt. Fehlanreize wie die Vergabe von Zollkontingenten nach Inlandleistung schafften es nur in einen Fragebogen.

Biovision und die Agrarallianz wollen nicht mehr Staat. Wir wollen einen cleveren Staat, der im Sinne der Agenda 2030 der UNO Nachhaltigkeit und Dynamik in die Land- und Ernährungswirtschaft der Schweiz bringt. Ein cleverer Staat, der Anreize schafft für die Vereinbarkeit von Umweltschutz, Markterfolg und gesellschaftliche Unterstützung. Darüber gilt es in den kommenden Monaten zu diskutieren. Verweigern gilt nicht.

Mehr Informationen: Medienmitteilung des Bundesrats