Bekannteste Bioköchin Tansanias

Durch einen Auftritt in einer Dschungel-Koch-Show wurde Elinuru Moses Pallangyo in ganz Tansania berühmt. Ihr Wissen um biologischen Landbau und die Auswirkungen des Klimawandels ist mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus gefragt. Die ganz grosse Bühne ist für sie jedoch ihr eigener Biogarten.

 

Es war ein «Dschungelcamp» der anderen Art, und Elinuru Moses Pallangyo, 57, blieb drin bis ganz am Schluss: 2014 strahlte das nationale Tansanische Fernsehen TBC zur besten Sendezeit eine Mischung aus Kochsendung und Castingshow aus. Gesucht wurde eine «Shujaa wa Chakula», wörtlich übersetzt eine «Lebensmittelheldin». Mit ihrer gesunden vegetarischen Küche hatte Elinuru das Herz des Publikums schnell erobert: Sie schaffte es in die Endrunde der beliebten Sendung, in der die letzten acht Kandidatinnen einen Monat lang im Dschungel überleben mussten – nur mit dem, was die Natur hergibt. «Wir mussten uns eine Hütte bauen und jeden Tag aufs Neue Nahrung finden», erzählt Elinuru.

Als zusätzliche Herausforderung bekam jede Teilnehmerin ein Kind aus einem der kriegsversehrten Länder Burundi und Ruanda zugeteilt, das sie das Leben im Dschungel lehren mussten. «Zu mir kam Daniel, ein 16-jähriger Junge aus Burundi. Ich zeigte ihm, wie man Holz fürs Feuer sammelt, Kompost macht und in einem gebrauchten Zementsack einen Gemüsegarten anlegt.» Elinuru lacht: «Es war eine spannende Zeit!» Sie kam ins Finale – und ist heute nicht nur in Arusha, wo sie lebt, ein Star: Mehrfach wurde sie schon ins Ausland eingeladen, um an grossen Kongressen über biologische Ernährung und die Herausforderungen, die sich dem afrikanischen Kontinent durch den Klimawandel stellen, zu sprechen.

Das alles erzählt Elinuru, während sie aus frischem Gemüse und mit Früchten aus ihrem grossen Biogarten hinter dem Haus ein wunderbares Mahl auf den Tisch zaubert. «Wie es heisst? Nenn es einfach ‹Mama Shujaa wa Chakulas Special Dish›». Elinuru lacht ihr herzhaftes Lachen und bittet zu Tisch.

  • Portrait der Köchin
  • Feld mit Köchin Elinuru.
  • Tonkochtopf gefüllt mit Kräutern und Zwiebeln.
  • Teller mit gekochtem Gericht.

 

Der Schweizer Fotojournalist Patrick Rohr besuchte letztes Jahr einige Projekte von Biovision. Darunter auch das FCP - Farmer Communication Programme, das zum Ziel hat, Wissen zu ökologischen Landwirtschaftsmethoden über verschiedene Kanäle zu verbreiten. Einer der Kanäle ist die tansanische Bauernzeitung Mkulima Mbunifu (Der schlaue Bauer), die auch von Elinuru Moses Pallangyo gerne gelesen wird. Seine Reiseerlebnisse hielt Patrick Rohr in Bild und Text im Biovision-Kalender 2019 fest.