Ein Grund zum Feiern!

Was vor 10 Jahren sehr klein begann, kommt jetzt ganz gross heraus: Sustainable Agriculture Tanzania (SAT), die langjährige Partnerorganisation von Biovision, wurde mit dem renommierten «One World Award» ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr über die internationale Anerkennung unserer Freunde in Morogoro - und sind auch etwas stolz.
 

Ausgezeichnet mit dem One World Award: Das Team von Sustainable Agriculture Tanzania (SAT) in Morogoro mit Alex Wostry (siebter v.l.) und Janet Maro neunte v.l.), welche die Organisation gegründet hatten und leiten. (Foto: ZVG von SAT)

Der One World Award (OWA) wird von «Rapunzel Naturkost», einem der führenden Bio-Hersteller in Europa, gemeinsam mit der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen IFOAM verliehen. Der Preis zeichnet Menschen und Projekte aus, die diese Welt besser und gerechter machen. Er zeigt und ehrt Initiativen, die uns allen Mut machen und Wege in eine positive Zukunft zeigen.

Eine dieser wegweisenden Initiativen ist Sustainable Agriculture Tanzania, unsere langjährige Partnerorganisation aus Morogoro. Sie erhielt den OWA 2021 für ihre beeindruckenden Errungenschaften, die sie mit ihrem Farmer Training Center und der Zertifizierung zahlreicher Bauerngruppen im eigenen Land und darüber hinaus feiern. «Ihre Leidenschaft und die politische Arbeit für biologische Landwirtschaft hat das Bild geprägt, wie Biolandbau in Tansania von der Regierung und der Bevölkerung wahrgenommen wird», erklärt Shamiso Mungwashu aus Simbabwe, OWA-Gewinnerin 2017 und diesjähriges Jury-Mitglied, in ihrer Laudatio während der Preisverleihung. SAT zeige, dass die Natur uns alles geben kann, was wir brauchen, wenn wir intelligente Landwirtschaft betreiben. «Mögen viele eurem Beispiel folgen!»

Dass dies bereits geschieht, zeigen die Reaktionen von Janet Maro und Alex Wostry, Gründer- und Direktorenpaar von SAT. «Mit uns feiern heute Tausende von Bäuerinnen und Bauern», erklärt ein strahlender Alex Wostry im Dankesvideo zur Verleihung. «Der OWA ehrt uns und die tansanische Biobewegung sehr», fügt Janet Maro an. «SAT hätte nichts Besseres passieren können, als zum zehnjährigen Jubiläum diese angesehene Auszeichnung zu erhalten.» Auch Bernward Geier, der als Koordinator der Jury durch den Abend führte, zeigte sich beeindruckt vom Engagement des starken Paars: «Janet und Alex machen wirklich einen Unterschied. Was sie in einem Jahrzehnt erreicht haben, habe ich in Subsahara-Afrika noch nie gesehen.»

Biovision als Patin

Die Zusammenarbeit von SAT und Biovision begann 2008 mit einer schüchternen Anfrage des gebürtigen Vorarlbergers Alex Wostry, damals Volontär bei einer kleinen NGO in Tansania. Der kritische Österreicher sah viele seiner Bedenken gegenüber grossen Entwicklungsprojekten bestätigt. Aber er beobachtete auch, dass Projekte im Bereich Landwirtschaft den Menschen wirklich weiterhelfen. Diese Einsicht wollte er in Morogoro, der Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts, mit einem kleinen Demonstrationsgarten für ökologische Anbaumethoden umsetzen. Wostry bat Biovision um einen Laptop zur Unterstützung für sein Vorhaben. In Zürich wurden das ausserordentliche Engagement Wostrys und das Potenzial seiner Idee sofort erkannt. Biovision bezahlte den Laptop und sandte ihm zusätzlich einen Projektbeitrag als Starthilfe.

Gemeinsam mit einigen Studentinnen und Studenten der Sokoine Universität in Morogoro - darunter auch seine jetzige Ehefrau Janet Maro - machte sich der Österreicher auf, seinen Plan zu verwirklichen. Dabei konnten die jungen Idealisten stets auf finanzielle Unterstützung von Biovision zählen - bis heute.

Vom Demonstrationsgarten zum renommierten Ausbildungszentrum

Janet Maro und Alex Wostry bewiesen sich nicht bloss als Visionärinnen, sondern auch als äusserst erfolgreiche Unternehmer. Sie waren fähig, ihre zukunftsgerichteten Ideen schnell in die Tat umzusetzen. Während der letzten 13 Jahre entwickelten sie mit ihrem ersten Projekt und der 2011 gegründeten Organisation SAT den kleinen Demonstrationsgarten zu einem grossen Farmer Training Center weiter. Heute bewirtschaften sie über 80 Hektaren Land nach agrarökologischen Grundsätzen. SAT produziert eine grosse Vielfalt an Ackerfrüchten, Gemüsesorten und Baumobst. Ihr Ausbildungszentrum für Kleinbäuerinnen, Kleinbauern, Viehhirtinnen und Viehhirten sowie Mitarbeitende von Non Profit Organisationen umfasst Schulungsgärten, Theorieräume, Unterkünfte und eine Mensa für die Studierenden, aber auch einen Speichersee mit solarbetriebener Wasserpumpe und Vieles mehr. Damit hat SAT eines der wichtigsten Schulungszentren für ökologischen Landbau und die Vermarktung von Bioprodukten in Ostafrika aufgebaut. Und heute, im Augenblick ihres Triumphs, gedenken sie auch dankbar unserer langjährigen Zusammenarbeit. «Die Unterstützung von Biovision ist ein Schlüssel für den Erfolg von SAT», betont Wostry am Rande der Preisverleihung.

Mit dem One World Award und dem Preisgeld von 5'000 Euro erhält SAT eine wohlverdiente Anerkennung. Damit reiht sich die tansanische Organisation in die Gilde anerkannter OWA-Preisträgerinnen ein, darunter auch Biovision mit dem Gründer und Stiftungsratspräsidenten Hans Rudolf Herren, OWA Preisträger 2010.


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