Wunderpflanze aus dem Regenwald

Der Afrikanische Blaue Basilikum ist in Kenia eine beliebte Nutzpflanze. Seine unkontrollierte Ernte gefährdete das Gleichgewicht des Regenwaldes. Heute bauen die Menschen die Pflanze auf ihren Feldern an, und Biovision hat ihnen gemeinsam mit icipe eine neue Einkommensquelle erschlossen.

  • Mann im Feld
    Maurice Abungana in seinem Ocimum-Feld; die Heilpflanze hält auch Schädlinge fern. Bild: Patrick Rohr
  • Destilliergerät
    In der Destillerie wird aus den Ocimum-Blättern Öl gewonnen. Bild: Patrick Rohr

Das Ocimum kilimandscharicum hilft gegen Muskel- und Gelenkschmerzen, wirkt als Mückenschutz und hält mit seinem Geruch Schädlinge von den Maisfeldern fern. Eine Wunderpflanze! Kein Wunder, holten die Anwohner sie in grossen Mengen aus dem Kakamega-Regenwald, wo sie wild wächst. «Das trug dazu bei, dass das wertvolle Naturreservat immer mehr aus dem Gleichgewicht geriet», erklärt Biobauer Maurice Abungana, 48. Um dies zu verhindern, beschlossen Maurice und andere Bäuerinnen und Bauern aus der Gegend, Ocimum auf den eigenen Feldern zu pflanzen statt es aus dem Wald zu holen. Mit Erfolg! Heute wächst das heilende Kraut auf vielen Höfen, und die Bauern schützen nicht nur ihren Mais, sondern haben auch eine neue Einkommensquelle: Biovision hat zusammen mit icipe (International Centre of Insect Physiology and Ecology) den Bau einer kleinen Destillerie ermöglicht, in der aus den Blättern Öl für verschiedene medizinische Produkte gewonnen wird.

Der Schweizer Fotojournalist Patrick Rohr besuchte letztes Jahr verschiedene Biovision Projekte. Er traf auf Menschen und hörte ihre Geschichten. So wie die von Maurice Abungana. Seine Reiseerlebnisse hielt Patrick Rohr in Bild und Text im Biovision Kalender 2019 fest.