15.10.2018

Wissen schafft Nahrung

Regen, der zu spärlich fällt, ausgelaugte Ackerböden und dann noch ein Heer von Schädlingen – Ostafrikas Bauern kämpfen immer mehr um ihre Ernten und damit um die Ernährungssicherung ihrer Familien. «Infonet» von Biovision gibt Kleinbauern die Chance, mit dem notwendigen Wissen genügend Nahrung zu produzieren. Der 16. Oktober ist Welternährungtag.

Peter Lüthi, Kommunikation

„Das Infonet von Biovision ist die Nummer Eins unter den landwirtschaftlichen Webseiten - das sage ich aus meiner täglichen Erfahrung“, betont Matthew Muendo, ein Bauernberater aus Machakos (Kenia). Der 37-jährige Umweltwissenschaftler mit Masterabschluss in „Ressource Management“ hat täglich mit unzähligen Fragen zur Lösung aktueller Probleme im Bereich der Landwirtschaft zu tun. Er arbeitet bei ”Inades-Formation”, einer nichtstaatlichen Organisation, die sich der Aus- und Weiterbildung von Landwirten annimmt. Vier Tage pro Woche steht Muendo vor Bauerngruppen, denen er Grundlagenwissen und Basistechniken für die Landwirtschaft, aber auch sehr spezifisches Wissen zu aktuellen Problemen vermittelt.

Die beste Website zur Kursvorbereitung

Einen Tag pro Woche reserviert der Landwirtschaftsberater für die Planung seiner Kurse. Die Themen werden zum einen von den Bauerngruppen selbst bestimmt, zum anderen von “Inades” vorgegeben. Für die Kursvorbereitungen setzt Mathew Muendo vor allem auf das Infonet. „Ich bevorzuge die Webplattform von Biovision, weil ich hier gefilterte sowie sorgfältig und klar aufbereitete Informationen zur Verfügung habe, die den Kleinbauern wirklich etwas nützen“, erklärt er und ergänzt, dass die auf Infonet publizierten Inhalte mit den in Ostafrika vorherrschenden Bedingungen abgestimmt und deshalb wirklich relevant seien. „Die Tipps und Tricks sind zuverlässig, wissenschaftlich getestet und praktikabel, erklärt der erfahrene Bauerntrainer. „Alles ist immer greifbar und geht nicht verloren.“ Muendo schätzt besonders, dass er auf dem Infonet auch alle Ausgaben der kenianischen Bauernzeitung „The Organic Farmer“ herunterladen kann und damit auf eine zusätzliche Fülle praxisnaher Ratschläge zurückgreifen kann, die jeweils auf die saisonalen Bedürfnisse der Bäuerinnen und Bauern passen.

Neue Lösungen für aktuelle Probleme

Für ihn sind insbesondere Erosionsschutzmassnahmen wie der Terrassenbau, das Anlegen von Pflanzlöchern oder das sachgerechte Pflanzen ausgesuchter Baumsorten wichtig. Aber auch auf die detaillierten Anleitungen für Massnahmen gegen die Folgen des Klimawandels wie etwa Wassermanagement und Möglichkeiten zur Risikoverteilung greift er gerne zurück. Wichtig seien für ihn zudem die ökologischen Methoden zur Bodenverbesserung, das Arbeiten mit Zwischeneinsaaten oder die Herstellung und Anwendung biologischer Mittel mit hofeigenen Pflanzen zur Schädlingsbekämpfung. ”Inades” verbreitet sowohl Wissen zum konventionellen als auch zum ökologischen Anbau. Mathew Muendo setzt aber vorzugsweise auf ökologische Massnahmen, weil diese kostengünstig und mit den lokal verfügbaren Mitteln realisierbar sind.

Berufsarbeit ohne Lehre

Aber warum verfügen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern nicht über ausreichendes landwirtschaftliches Rüstzeug? „Junge Bauern übernehmen in der Regel das traditionelle Wissen von ihren Eltern,“ erklärt der Berater. Fundierte landwirtschaftliche Ausbildungen existierten in Kenia nicht. Zudem könnten die meisten Menschen auf dem Land nur die Grundschule besuchen. Dann müssten sie mit zum Teil veraltetem Wissen einen Kleinbetrieb aufbauen und führen. Das reiche nicht aus, um die aktuellen Probleme zu lösen, sagt Muendo.

Immer und überall verfügbar

Seit diesem Jahr steht auch eine Offline-Version des gesamten Inhaltes des Infonets zur Verfügung. Dieses wird über einen Computerstick verbreitet und kann auf Laptops, Tablets oder Smartphones kopiert werden. Damit steht den Bäuerinnen und Bauern, der Bauernberatung, Vertretern von Behörden oder NGOs jederzeit ein äusserst hilfreiches Lexikon zu den wichtigsten Fragen der ökologischen Landwirtschaft zur Verfügung. Dieses kann bei Bedarf selbst auf dem Feld konsultiert werden, und zwar auch dann, wenn kein Internetzugang vorhanden ist.