22.04.2018

Wildbienen: Effiziente Bestäuberinnen unter Druck

Jede zweite Wildbienenart in der Schweiz ist gefährdet. Landwirtschaftliche Produktion und Wildbienenförderung können zum Vorteil beider kombiniert werden. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) zeigt auf wie.

David Fritz, Kommunikation

Corinne Corradi, Biovision
Biene auf Blüte

Ein Faktor ist, dass Wildbienen gleichzeitig Pollen und Nektar sammeln. Honigbienen sammeln beim Blütenbesuch entweder Pollen oder Nektar. So führen beim Raps circa 70 Prozent der Blütenbesuche durch Wildbienen zur Bestäubung, während bei den Honigbienen nur etwa 35 Prozent der Besuche erfolgreich sind.

Doch die effizienten Bestäuberinnen sind unter Druck: Ein Hauptgrund für den Rückgang der Wildbienenarten sind die intensiven landwirtschaftlichen Praktiken mit hohem Pestizideinsatz und Stickstoffdünger. Der verbreitete Blütenmangel zwischen Juni und Ende August verunmöglicht es Staaten bildenden Wildbienenarten wie den Hummeln, erfolgreich Kolonien aufzubauen.

Neue Pestizidwolken ziehen auf

Die grosse Bedeutung von Bienen für die Natur und die Landwirtschaft ist wissenschaftlich belegt und unbestritten. Nichtsdestotrotz genehmigen Behörden in der Schweiz und Europa weiterhin neue Pestizide. Auch solche, die gemäss einer Untersuchung des Umweltinstituts München «ein hohes Risiko für Bienen nicht ausschliessen». Jüngstes Beispiel: Kaum wurde der Einsatz dreier bienenschädlicher Pestizide eingeschränkt, sind bereits drei neue Bienengifte in der Pipeline (vgl. Nachrichtendienst infosperber.ch). Ende Februar 2018 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) das Risiko der drei neuen Insektizide für die Bienen ebenfalls mit neuen Forschungsresultaten untermauert.

Lösungen im Kleinen bewirken

Die Wildbienen zählen zu den effizientesten Bestäuberinnen der Kultur- und Wildpflanzen. Das Wildbienensterben gefährdet damit auch die landwirtschaftlichen Erträge. Massnahmen zur Förderung von Wildbienen und anderen Nützlingen auf dem Landwirtschaftsbetrieb tragen zu höherer Biodiversität und stabileren Erträgen bei. Das Merkblatt des FiBL zeigt auf, wie landwirtschaftliche Produktion und Wildbienenförderung zum Vorteil beider kombiniert werden können.